Im Festzelt eröffnete Theatermacher und Nachtfieber-Moderator Rhaban Straumann das Programm. «Ein Quartier – und mit dem Quartier eine ganze Stadt – lebt nur, wenn die Leute sich begegnen», stellte er fest. «Begegnungen und Leben im Quartier gibt es nur, wenn man sich auch auf Ungewohntes und Unerwartetes einlässt.» Damit leitete Rhaban Straumann über zu einer eigenen Geschichte von einem Mann mit dem ausgefallenen Interesse für einen alten Kofferplattenspieler. Anschliessend konnte Straumann ein abwechslungsreiches Programm ansagen.

Den Anfang machten die Kinder der Indian Association mit indischen Bollywood-Tänzen. Anschliessend füllte IT Adams das Zelt mit den Klängen seiner exotischen Instrumente; er spielte auf der Caisa, einer Hand-Steeldrum, auf dem Vibraphon oder auf einer Art Hackbrett. Nach seiner Einmanndarbietung war die Bühne frei für die ganze Palette von Tänzen. Die Kindergruppe der Trachtenvereinigung Thal führte Reigentänze wie «der gleitig Bärner» auf, die Art of Dance Tanzschule von Tina Hauri legte Breakdance und ein Medley von Salsa, Merengue, Cha-Cha-Cha und Discofox aufs Parkett, und der Tibetische Verein um Pema Sonam zeigte traditionelle Tänze in schönen traditionellen Kostümen.

Dazwischen unterhielten das Musikschul-Ensemble Accelerando das Publikum mit Zirkusmusik, die Nachwuchsgruppe «Prinzband» um Andreas Wyss rockte das Zelt und die Jugendformation Crossstream Band trat mit Pop und Gospel auf.

Eine kulinarische Weltreise konnte man bei den Markständen rund um den Bifangplatz unternehmen. Bei den Tibetern konnte man zuschauen, wie die Köche den Teig mit einem kleinen Rundholz auswallten, mit Fleisch oder Gemüse füllten und die Momo genannten Teigtaschen aufkochten. Wer asiatische Spezialitäten liebte, konnte wählen. Shikha Singh, Geeta Chhabia und Riki Barpanda Diviah kochten indisch, beispielsweise Paneer, ein köstliches Curry mit selbstgemachtem Frischkäse und Grünerbsen, oder Somosa, eine Art Frühlingsrolle mit grüner Minzesauce. Auch bei den Afrikanerinnen standen zwei Küchen zur Auswahl. Die ostafrikanische von Zuena Baschung- Fondo wartete mit einem kenianischen Chapati, einem köstlichen Fladenbrot samt Kokosbohnen auf. Bei Rosemary Hügi-Odiagbe standen westafrikanische Speisen auf dem Menü, so gebratenes Ziegenragout oder Puff-Puff, ein Süssgebäck. Als etwas ungewohnt erschien das nigerianische Shaki, gebratene, scharf gewürzte Kutteln; bei der Degustation entpuppten sie sich als kulinarische Entdeckung.

Weniger ausgefallen waren die Cevapcici, die von Electrobrass im Lokal des Feuerwehrvereins Roter Hahn angeboten wurden, und das Schlangenbrot, das die Kinder bei der Pfadi am offenen Feuer am Stecken selber backen konnten.

Selber aktiv werden konnten die Jugendlichen auch vor der Papeterie Arpagaus, wo sie vorgedruckte Mandalas von Tina Hunziker ausmalen konnten. Am Stand der reformierten Kirche konnte man Bibelzitate raten, und mitten auf dem Platz sammelte Claudia Böni Glatz von «Stimmvolk» die Sangesfreudigen zu Kraftliedern, wie dem südamerikanischen «La paz cantamos». Und von einer realen Reise rund um die Welt erzählte Verena Lepre auf Einladung des Quartiervereins. In den Räumen des Begegnungszentrums Cultibo lud die Arbeitsgruppe Integration zu Gesellschaftsspielen ein, zudem wartete ein Dessertbuffet der Nationen auf die Schleckmäuler. Das Organisationskomitee um Zuena Baschung-Fondo, Andrea Leonhardt Mohr und Peter Hruza, das mit unzähligen helfenden Händen das Fest auf die Beine gestellt hatte, durfte sich über den Andrang freuen; zeitweise herrschte im Festzelt ein echtes Gedränge. Und nebenbei konnte der Verein Cultibo das hundertste Mitglied begrüssen.

Tatsächlich war es «ein Fest mit Leuten aus dem Quartier für Leute aus dem Quartier», wie es Rhaban Straumann in der Begrüssung ausdrückte.