Wie den zehn Bisherigen war am vergangenen Sonntag auch dem diesjährigen elften Berggottesdienst mit zwei Taufen am Morgen und der Jodlerchilbi am Nachmittag auf der Bornwiese unterhalb der Bornkapelle Kappel erfreulicher Erfolg beschieden.

Beim Berggottesdienst war allerdings eine wesentliche Neuerung zu verzeichnen: Anstelle von Pfarrer Ulrich Salvisberg vom evangelisch-reformierten Pfarramt Hägendorf, der in den letzten zehn Jahren bis 2015 die Berggottesdienste geleitet hatte und seit dem 1. August 2016 seinen wohlverdienten Ruhestand geniesst, feierte Pfarrer Bruno Waldvogel vom evangelisch-reformierten Pfarramt Wangen erfolgreich Premiere als Nachfolger.

Nach dem gemeinsam gesungenen Lied «Lobe den Herren» und dem Gebet von Bea Waldvogel, seiner Ehefrau, eröffnete er seinen ersten Berggottesdienst auf der Bornwiese mit der Taufe von Laina, Töchterchen der Familie Wehrli Fischer, und der Taufe von Vanessa, Töchterchen der Familie Meier. Umrahmt wurden die Taufen und der Berggottesdienst mit feinstem Jodelgesang des Jodlerklubs Gäu, stellvertretend geleitet von der Sängerin Brigitte Christ für den erkrankten Leiter Hans-Ruedi Zihlmann.

Spannende Predigt

Beeindruckend und inspirierend war danach der von Pfarrer Bruno Waldvogel gestaltete Berggottesdienst mit dem von ihm gewählten Predigttext Johannes 4,10 und Jeremia 2,13. Im Hinblick auf diese Bibeltexte lud er ein zu einer kleinen Reise durch die Bibel zum Thema Quelle und Wasser.

Als erster Gedanke gab er dabei mit auf den Weg, dass Gott die Quelle von unserem Leben sei. Ohne Wasserquelle gedeihe nichts. Wasser mache das Leben erst möglich. Wasser sei ein Lebenselexier das belebe. Auch wir Menschen würden ein Lebenselexier brauchen, etwas das uns belebt und inspiriert, bewegt und wachsen lässt.

Aber als Menschen würden wir etwas mehr wollen als nur ein bisschen Gesundheit und Wohlergehen. Wir seien Lebewesen, die wissen, dass alles einen Anfang und ein Ende hat. Wir wollen wissen, woher wir kommen, warum wir da sind, wohin die Reise geht und was überhaupt der Sinn des Lebens ist.

Wir würden suchen nach einem Lebenselexier, das Hoffnung gibt, Bestätigung, eine Aufgabe, einen Platz im Leben. Für die einen bedeute Gesundheit das Lebenselexier. Für andere der Beruf, die Karriere, eine Beziehung, Geld, Macht, Sex. Sie haben Lebensdurst und wollen trinken. Aber nicht kommt.

Denn am Ende bleibe von diesem Lebenselexier nichts, das weder den Durst im Alter, im Sturm, in der Not und in der Krankheit zu stillen vermag. «Gott kennen sei Leben!» habe der Dichter Tolstoi gesagt, und Augustus: «Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir, o Gott.»

Im Anschluss an den Berggottesdienst lud stellvertretend für den kurzfristig beruflich verhinderten Präsidenten des Jodlerklubs Gäu, Werner Surer, Vizepräsident Pius Feierabend mit einem herzlichen Willkomm ein zur Jodlerchilbi mit musikalischer Unterhaltung und gemütlichem Beisammen-sein. Grosser Andrang fand danach beim Buffet mit den kulinarischen Angeboten statt. Vielbegehrt war wiederum das Menu «Pilzrisotto mit Schweinsbraten und Salat» von Peter Aebi, Jodler, Wirt und Koch vom Restaurant Schlössli, Tenniken BL, ebenso die feinen selbst gebackenen Kuchen.