Mehrere Parteien, darunter auch Ex-Nationalrat Ruedi Steiner sowie die städtische FDP als Körperschaft hatten sich gegen die Erstellung des Provisoriums via Einsprache gewehrt.

Die Einsprachen sahen im Vorhaben eine Verschandelung der Visitenkarte Oltens oder bemängelten die ästhetisch unbefriedigende Form der Veloständer. Bemängelt wurde zudem auch, dass die Distanz zum Bahnhof ungünstig sei und das zusätzlich zu schaffende Angebot wohl nur schlecht aufgenommen werde. Zumindest Letzterem widerspricht das von der Stadt in der Folge geschaffene Provisorium vom Provisorium, jenem am Amthausquai Nord.

Städtebauliche Gründe

Die Altstadtkommission hatte in ihrem Entscheid argumentiert, im Perimeter geschützter Bauten wie etwa dem des Stadttheaterensembles liesse sich ein solcher baulicher Eingriff nicht rechtfertigen. Der betroffene Abschnitt wird denn auch folgerichtig als «Visitenkarte der Stadt» bezeichnet, die es zu bewahren gelte.

Der zuständige Stadtrat Thomas Marbet kommentiert den Entscheid der Kommission nicht. «Wir werden ihn nicht anfechten, obwohl wir als Bauherrschaft dazu berechtigt wären.» Auf jeden Fall aber sind die 56 Velosabstellplätze am Amthausquai Süd vom Tisch.

Vielmehr konzentriert sich die Baudirektion nun darauf, im Bereich Amt-hausquai Nord das Angebot an Veloabstellplätzen weiter provisorisch auszubauen, nachdem dort – bereits auf die ersten Reklamationen bezüglich ursprünglichem Standort – eine Ausweichmöglichkeit gefunden und das bereits bestehende Angebot ausgebaut wurde. Autoparkplätze erhielten eine neue Funktion.

«Wir sind überrascht, wie gut die neuen Abstellplätze angenommen werden», sagt Marbet. Und: «Der Bedarf nach einem weiteren Angebot ist ausgewiesen.» Positioniert werden die Ständer künftig so, dass diese entweder direkt vom Trottoir oder der Strasse aus angesteuert werden können. «Auf diese Weise ergibt sich quasi eine Verdoppelung der Plätze», wie Adrian Balz, Leiter Baudirektion, erklärt. 40 von ihnen kommen so neu dazu.

Baugesuch im Januar

Im Januar wird ein offizielles Baugesuch publiziert. «Das Gebiet Amthausquai Nord fällt nicht in den Beurteilungsbereich der Altstadtkommission», gibt Marbet zu verstehen. Spätestens mit der Inbetriebnahme des sanierten Bahnhofplatzes in vier, fünf Jahren, wo gleichzeitig 1000 Abstellplätze entstehen, sollen die Provisorien am Amt-hausquai aber wieder aufgegeben werden.

Eine Entspannung ist zwischenzeitlich beim einstigen Hotspot, dem Veloabstellplatz am Brückenkopf Ost, eingetreten, seit die Stadt dort räumliche Hilfestellungen via Markierung anbietet. «Die Markierungen haben sich absolut bewährt», so ein zufriedener Marbet.

Im Übrigen müssen sich Velofahrende bis zur Eröffnung des neuen Bahnhofplatze zu gedulden, eh eine befriedigende Lösung für das Dauerthema Veloabstellplatz am Bahnhof gefunden ist.