Der Oltner Künstler Kurt Lang, der vor ein paar Jahren im Schauraum an der Ringstrasse eine Reihe seiner abstrakten Bilder in Acryl erfolgreich einem Publikum vorstellte, zeigt in einem leerstehenden Ladengeschäft neben dem Rathskeller über dreissig neue Arbeiten. Das hohe Alter kann ihm in der Tat gar nichts anhaben. Leidenschaftlich und mit viel Begeisterung geht er seit rund drei Jahrzehnten seiner Malerei nach. Und was dabei herauskommt, ist von beeindruckender Qualität.

Die Kunst hat ihn schon in jungen Jahren magisch angezogen, und da er sich viele Jahre engagiert und mit viel Sinn für Schönheit und Ästhetik im Bereich der Inneneinrichtung im früheren Familienbetrieb Möbel Lang einsetzte, blieb er mit den schönen Dingen verknüpft. Er studierte vorerst Volkswirtschaft und doktorierte erfolgreich, doch das Künstlerische zog ihn magisch an. So ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass nach der Pensionierung die persönliche Malerei zu seinem Lebensinhalt wurde. In seiner Wohnung benutzt er ein, manchmal auch zwei Zimmer als Atelier und im Keller hortet sich Bild an Bild.

Betritt man den Raum, «die Chübel Galerie», wird man von seinen farbintensiven Arbeiten auf Anhieb gefangen genommen. Abstrakte Kompositionen mit einzelnen figurativen Elementen sind zu sehen. Die neuen Arbeiten sind zärtlicher geworden, spielen mit feinen Nuancen und subtilen Farbübergängen. Viel Licht ist zwischen den Farbflächen zu erkennen. Manchmal hat man das Gefühl, in ein Blütenmeer zu blicken. Einzelne blütenartige Gebilde bekommen dunkle Konturen. Dadurch erhalten die Motive Lebendigkeit. Man meint, man könne nach diesen Blüten greifen. Dann entdeckt man abstrakte Bildinhalte in einer spannungsreichen, von zarter Poesie und Schönheit geprägten Farbigkeit.

Fesselnd das Bild, das wie ein Feuerwerk ausbricht, nicht in Rottönen, sondern in differenziertem Gelb bis hin zu Orange. Andere Bilder wirken sehr stofflich. Man berührt die Leinwand, um sicher zu sein, dass sich da nicht ein Stoffgewebe eingeschlichen hat. Kurt Lang erzählt, dass diese Leinwände mit einer kleinen Bürste, in verschiedene Farben getaucht, bearbeitet wurden. So sind dichte farbliche Strukturen in unglaublicher Intensität entstanden. Kurt Lang liebt das überraschende Moment, er sucht ständig nach neuen Möglichkeiten, seine Bildinhalte zu verändern.

«Es malt in meinem Kopf weiter»

«Manchmal, wenn ich ein bisschen müde bin, lege ich mich hin, und dann malt es in meinem Kopf weiter. Ich tauche ein in die Farben und führe den Pinsel über die Leinwand und weiss dann manchmal nicht mehr so genau, habe ich das jetzt schon gemalt oder kommt es noch dazu,» meint Kurt Lang mit einem Lächeln. So gefangen ist er von seiner Malerei! Ein Naturtalent, könnte man denken, dabei liegt ein langer Weg zurück, währenddem der Künstler sorgfältig der Malerei nachging. Es brauchte viele Jahre, bis er es wagte, öffentlich zu werden. Er liebte von je das Kreative und Fantasievolle und ging jeder Art von Kunst auf den Grund.

Seine Bilder sind jedoch nicht nur schön, sie begeistern durch die kraftvolle Intensität der Farben, durch das bewegte und variable Moment, das für Spannung sorgt. Man erkennt, dass da ein Maler am Werk ist, der Farben liebt, ungewohnte Kombinationen wagt und mit jeder Art von Veränderung spielt, immer vom Gedanken getragen, dass das Kreative in sich unerschöpflich ist. Das Malen ist für ihn mehr als eine Momentaufnahme, es ist zu einem wunderbaren Lebensinhalt geworden und zeigt ihm immer wieder auf, dass man dabei höchst lebendig bleibt. Es ist dies eine Ausstellung, die begeistert.

Öffnungszeiten: täglich 16 bis 20 Uhr, Ausstellung bis 16. Juni. Vernissage: 6. Juni ab 16 Uhr