Die Oltner Sportstätten bleiben für die nächsten Jahrzehnte am bisherigen Standort im Kleinholz. Eine Prüfung zur Verlagerung des Eishockeystadions oder der Fussballplätze ins Quartier Olten SüdWest wurde am Donnerstagabend vom Parlament mit 29:18 Stimmen klar abgelehnt. Der von der FDP lancierte dringliche Volksauftrag mit eingereichten 93 Unterschriften fiel nur bei den Grünen auf fruchtbaren Boden. Damit wurde eine Idee, die seit 2005 schon mehrfach im Parlament diskutiert wurde, wohl endgültig zu Grabe getragen.

«Jetzt ist die Sache vorbei», sagte auch ein sichtlich enttäuschter Daniel Probst nach dem Verdikt seiner Gemeinderatskollegen. Er hat die alte Idee wieder neu vorgebracht, die Sportstätten nach Olten SüdWest zu zügeln, um im attraktiveren Kleinholz-Quartier Platz zu schaffen für Wohnraum. Die Verlagerung sollte nicht von heute auf morgen geschehen, sondern innerhalb eines Zeitraums von bis zu 20 Jahren.

In seinem Eingangsvotum zum Volksauftrag, der den Stadtrat nur zur Prüfung der Verlagerungsidee auffordern wollte, machte Probst deutlich, dass nach seinen Abklärungen das Land im Kleinholz als Bauland 30 Prozent mehr Wert hätte als in Olten SüdWest. «Bitte denkt langfristig und stimmt daher jetzt kurzfristig dieser Überprüfung zu», appellierte er an seine Kollegen im Parlament.

Im Ratssaal waren die Meinungen allerdings bereits gemacht. Ein Umzug koste Geld, die Stadt hätte derzeit wichtigere Projekt als dieses, sagte SP-Fraktionspräsident Ruedi Moor. Die Grünliberale Beatrice Schaffner erwähnte, dass die Kosten für die Altlastensanierung des Grundstücks unter dem heutigen Eishockeystadion unklar seien.

SVP-Fraktionspräsidentin Doris Känzig schob nach, dass die Bewohner des neuen Quartiers nicht befragt worden sind und diesen Vorschlag wegen den möglichen Immission wohl sicher ablehnen würden. Vor allem die SVP liess die Freisinnigen wissen, dass man die Idee vor zehn Jahren, als sie das erste Mal aufkam, als einzige Partei unterstützt hatte. «Die FDP hatte sich am meisten dagegen gewehrt, ja sogar richtiggehend darüber gelacht», erinnerte sich Christian Werner. FDP-Fraktionspräsident Urs Knapp gab anschliessend zu, dass er damals aus heutiger Sicht falsch entschieden hätte: «Das tut mir leid.»

In den Antworten zum Volksauftrag wiederholte Stadtpräsident Martin Wey die bekannten Argumente aus früher abgelehnten Motionen von Rolf Sommer (SVP) und Daniel Probst: eine Verlegung mit Neubau der Sportstätten wäre doppelt so teuer wie eine Sanierung, mit der Verlegung würde ein «erheblicher Substanzwert» vernichtet oder es könnte auch in Olten SüdWest zu Nutzungskonflikten zwischen Anwohnern und den Sportstätten kommen.

Aus Sicht des Stadtrats hat sich die Ausgangslage für die Verlagerung wegen Investitionen in die Eissportanlagen sogar noch verschlechtert. Zudem würde die nun angedachte Gestaltungsplanänderung «massgeblich» verzögert, weil neue Abklärungen gemacht werden müssten.

Nicht zu Unrecht verwies Moritz Segna (CVP) auf die Möglichkeit, dass der Areal-Besitzer Sigmund Bachmann am jetzig gültigen Gestaltungsplan festhalten könnte. Wie aus einem beigelegten Schreiben zu entnehmen ist, hat dieser «keinerlei Interesse an einer Verschiebung der Sportanlagen». In dieser Zeitung taxierte Bachmann dieses Vorhaben auch schon als «Blödsinn».