Der Verwaltungsrat wird den Antrag an seiner Sitzung von kommender Woche diskutieren. Das schreibt der «Tages-Anzeiger». Zur Debatte stehen offenbar mehrere Varianten, Obergrenze für neues Kapital ist eine Milliarden Franken.

Der Entscheid soll spätestens vor Bekanntgabe der Jahreszahlen 2012 fallen, die im März kommuniziert werden.

Alpiq hat auf den Bericht inzwischen mit einer Mitteilung reagiert. Darin kündet der Stromkonzern weitere Einschnitte an. Wie bereits vor drei Wochen angekündigt rechne man mit einer deutlichen Verschlechterung des Ergebnisses im laufenden Geschäftsjahr, so Alpiq. In den ersten neun Monaten sank der Umsatz um gut 5 Prozent, während der Reingewinn vor Sondereinflüssen um 20 Prozent einbrach.

Wertberichtigungen

Wegen der aktuellen Preisentwicklung hatte Alpiq im vergangenen Monat für das laufende Jahr zusätzliche Wertberichtigungen in Aussicht gestellt. In der ersten Jahreshälfte war bereits ein Abschreiber von 87 Millionen Franken angefallen.

Grund dafür war, dass der pleite gegangene rumänische Energieerzeuger Hidroelectrica seine Lieferverträge mit den Alpiq-Tochtergesellschaften kündigte. Damit verlor der Schweizer Konzern eine günstige Bezugsquelle für Strom.

Insgesamt würden die Wertberichtigungen das Jahresergebnis signifikant beeinflussen, hiess es vor drei Wochen. So rechnet der Konzern mit einem deutlich schlechteren Resultat als im Vorjahr.

Dazumal hatte Alpiq aufgrund des vom Bundesrat beschlossenen Atomausstiegs Abschreiber in Höhe von 1,7 Milliarden Fr. vornehmen müssen. Dies führte zusammen mit anderen Faktoren zu einem Jahresverlust von 1,3 Mrd. Franken.

Mit frischem Kapital Luft verschaffen

Mit frischem Kapital will Alpiq sich Spielraum verschaffen, um die vor einem Jahr gestartete Verschlankung über einen längeren Zeitraum ausdehnen zu können. Alpiq erhofft sich davon, für die geplanten Verkäufe von Firmenteilen in halb Europa mehr zu lösen.

Bisher brachten diese nämlich wenig ein, zu wenig, um den im Boomzeiten aufgetürmten Schuldenberg wie angekündigt um 1,5 bis 2 Milliarden Franken zu reduzieren.

Den Schuldengerg hat der Stromkonzern bei der Fusion 2009 aus der Oltener Atel und der Westschweizer EOS angehöuft. Damals wurde EOS 1,8 Milliarden Franken in Cash überwiesen. Geld, das die Stromer gar nicht hatten, sondern mittels Krediten beschaffen mussten. (rsn/sda)