Gösgen

Alpiq will Konzession für Wasserkraftwerk Gösgen jetzt erneuern

Beim Wasserkraftwerk Gösgen sind grosse Investitionen am Stauwehr in Winznau, am Oberwasserkanal und weiteren Bestandteilen der gesamten Anlagen nötig.

Beim Wasserkraftwerk Gösgen sind grosse Investitionen am Stauwehr in Winznau, am Oberwasserkanal und weiteren Bestandteilen der gesamten Anlagen nötig.

Die Alpiq will die Erneuerung der Konzession schon jetzt. Grund: Es sind grosse Investitionen nötig und da bei Ablauf der Konzession kein Rechtsanspruch auf Erneuerung besteht, möchte Alpiq zuerst Sicherheit haben, bevor sie die geplanten 57 Mio. Franken investiert.

Seit gestern bis zum 6. Juli liegt in allen an die Aare angrenzenden Gemeinden von Olten bis Schönenwerd eine Richtplananpassung des Bau- und Justizdepartements zum Wasserkraftwerk Gösgen öffentlich auf. Das ist der Startschuss zur Erneuerung der Konzession für das 1917 in Betrieb genommene Kraftwerk. Auch wenn wenn das Konzessionsgesuch öffentlich aufgelegt wird, ist für die Konzessionserteilung allein der Kantonsrat zuständig.

Investitionen von 57 Mio. Franken

Eigentlich läuft die gültige Konzession für die Nutzung der Aarestrecke von Aarburg bis Niedergösgen erst 2027 ab. Doch die Alpiq Hydro Aare AG als Betreiberin des Kraftwerks möchte die Erneuerung der Konzession schon jetzt. Grund: Nach der Rundumerneuerung des Maschinenhauses in Niedergösgen in den Jahren 1996 bis 2000 sind nun auch grosse Investitionen am Stauwehr in Winznau, am Oberwasserkanal und weiteren Bestandteilen der gesamten Anlagen nötig. Da beim Ablauf einer Konzession kein Rechtsanspruch auf Erneuerung besteht, möchte Alpiq zuerst Sicherheit haben, bevor sie die geplanten 57 Mio. Franken investiert.

Stauwehr Winznau wird sich verändern

An einer öffentlichen Orientierungsveranstaltung des Solothurner Bau- und Justizdepartements in Däniken erläuterten Martin Würsten, Chef Amt für Umwelt, und Rolf Glünkin vom Amt für Raumplanung den Ablauf des Verfahrens und den Zeitplan. Urs Hofstetter, Geschäftsführer der Alpiq Hydro Aare AG, sowie Projektleiter Walter Beeler (AF-Colenco) stellten die geplanten Erneuerungen der Kraftwerkanlage vor. Diese werden die Aare- und Kanallandschaft im Niederamt sichtbar verändern:

Das Stauwehr Winznau wird nach der Sanierung völlig anders aussehen als heute. Der Oberbau wird abgebrochen. Für Fussgänger und Velofahrer wird eine 3,8 Meter breite Wehrbrücke gebaut. Die Abflusskapazität bei Hochwasser wird erhöht.

Auf der Oltner Seite beim Wehr entsteht ein neues Dotierkraftwerk. Das erfordert Anpassungen an der Fischaufstiegsanlage. Neu wird auch der Fischabstieg ermöglicht. Mit einer Aufschüttung von 11000 Kubikmetern Kies und Sand werden die Dämme des Kanals an mehreren Stellen zwischen Stauwehr und Kanalbrücke Obergösgen verstärkt. Damit werden Stabilität und Erdbebensicherheit verbessert.

Gewinn für Tiere an der Aare

Wie Beatrice Ruess von der RUS AG in Baden erläuterte, sind verschiedene ökologische Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen geplant. Unter anderem sollen mit einer je nach Saison erhöhten Restwassermenge sowie der Strukturierung von Uferabschnitten die Bedingungen für Fische und Vögel verbessert werden.

Weiter werden etwa im Naturreservat des Obergösger Schachens zwei Weiher gestaltet als Ergänzung zum Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung in der Alten Aare. Der heute kanalisierte unterste Abschnitt des Gretzenbachs wird revitalisiert und fischgängig gemacht.

Weitere Grossbauvorhaben

Laut Rolf Glünkin vom Amt für Raumplanung soll die Richtplananpassung nach der jetzt beginnenden, Auflage im Herbst vom Regierungsrat genehmigt werden. Für die Bauarbeiten gibt es ein kantonales Nutzungsplanverfahren; diese Pläne werden im Spätsommer aufgelegt und im Winter 2012/13 genehmigt. Im Jahr 2014 möchte Alpiq mit dem Bau beginnen. Die Verstärkung der Dämme wird mit einem Baubewilligungsverfahren vorgezogen.

Gleichzeitig zur öffentlichen Auflage der Richtplananpassung findet die Anhörung zum Hochwasserschutz und zur Revitalisierung der Aare zwischen Olten und Aarau statt. Dieses Projekt will angemessen vor Hochwasser schützen und gleichzeitig Natur und Gewässerlebensräume aufwerten. Eine Verbreiterung des Flussbettes trägt diesen Zielen am besten Rechnung. Dammbauten und Ufermauern werden nur lokal und vor allem im Siedlungsbereich vorgesehen.

Unterlagen sind abrufbar unter www.arp.so.ch/richtplananpassung

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