Olten

Alpiq: Auch das Jahr 2019 wird nochmals hart

ens Alder, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats Alpiq, erklärt das aktuelle Geschäftsmodell in Bezug auf Volatilität; links Thomas Bucher, Finanzverantwortlicher. BRUNO KISSLING

An der Generalversammlung der Alpiq Holding AG in Olten war von einer Erholung im kommenden Jahr die Rede.

Ab 2020 solls wieder klar aufwärtsgehen mit der Alpiq Holding AG. Dies jedenfalls stellten Verwaltungsratspräsident Jens Alder und Thomas Bucher als Finanzverantwortlicher in Aussicht. Auf operativer Ebene erzielte die Alpiq Gruppe im Geschäftsjahr 2018 aus den fortgeführten Aktivitäten einen Nettoumsatz von 5,2 Mrd. Franken (2017: 5,4 Mio.) und einen Gewinn ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen von 166 Mio. Franken (2017: 242 Mio.). Insbesondere wirtschaftete Alpiq mit der Stromproduktion in Europa sowie im internationalen Energiehandels-, Grosskunden- und Retailgeschäft sehr erfolgreich. Negativ wirkte sich der Geschäftsgang im inländischen Markt aus (-38 Mio.). Alder führte das an der 11. Generalversammlung im Stadttheater Olten auf die marktverzerrenden Mechanismen im Inland zurück. Das Reinergebnis der Alpiq Gruppe, ebenfalls vor Sondereinflüssen, belief sich auf –95 Mio. Franken im Vergleich zu –36 Mio. Franken im Vorjahr. Immerhin konnten die Nettoschulden um 65 Prozent auf 247 Mio. Franken reduziert werden. Auf die Ausschüttung einer Dividende wurde, unter zaghaften Protesten des Kleinaktionariats, verzichtet.

Schlimmer erwartet

Zwar bezeichnete Alder das vergangenen Jahr als ein Gutes, wenn auch nur unter Berücksichtigung der negativen Erwartungen. Allerdings wiesen Alder und Bucher im Duett auf den Umstand hin, dass auch die Ergebnisse aus dem laufenden Jahr 2019 gar unter denen des abgeschlossenen Jahres bleiben werden. «Ab 2020 erwarten wir eine Erholung.» Festmachen lasse sich dies an gestiegenen Strompreisen im europaweiten Raum. Diese Entwicklung deutet sich bereits an, doch kann Alpiq davon nicht profitieren, weil der Strom im Voraus verkauft wird und sich Preissteigerungen darum verzögert niederschlagen.

Im Übrigen verlief die von gut 140 Aktionären besuchte Versammlung ruhig. Sämtlich Traktanden wurden mit schon fast an Ostblockzeiten erinnernde Mehrheiten abgearbeitet. Das galt auch für den Vergütungsbericht, über den lediglich konsultativ befunden wurde, weil die Maximalbeiträge jeweils im Voraus von der Aktionärsversammlung festgelegt werden.
Wie schmal die Alpiq aber mittlerweile geworden ist, liess sich denn auch an den Vergütungsansätzen von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung fürs Jahr 2020 ablesen. Noch maximal 4,5 Mio. Franken liegen für die Mitglieder der Geschäftsleitung drin (2018: 8,4 Mio.), 2,5 Mio. Franken für den Verwaltungsrat. Die Reduktion hänge damit zusammen, dass gewisse Teile der einstigen Alpiq veräussert worden und damit Geschäftsfeld und -tätigkeit kleiner geworden seien, so Alder.

Gutes Zeichen

Die beiden bisherigen Alpiq-Konsortialaktionäre EOS (bisher 31,44 Prozent) und Primeo Energie (bisher 13,65 Prozent) übernehmen je zur Hälfte das 25,04-Prozent-Alpiq-Aktienpaket der EDF zu einem Preis von insgesamt 489 Mio. Franken. Finanziert wird die Transaktion durch Pflichtwandeldarlehen der Schweizer Kraftwerksbeteiligungs-AG. Dahinter steht die CSA, die grösste Schweizer Anlagelösung im Bereich der Energieinfrastruktur. «Für uns ist das ein sehr gutes Zeichen», so Alder. «Das heisst, die glauben an eine Zukunft mit uns.»

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