Olten
Alpensegler findet bei Energiekonzern ein neues Zuhause

Kürzlich haben Alpiq und der Ornithologische Verein Olten neue Nistkästen für die gefährdete Vogelart angebracht.

Patrik Lützelschwab
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Alpensegler findet bei Energiekonzern ein Zuhause

Alpensegler findet bei Energiekonzern ein Zuhause

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Am Turmbau der Alpiq in Olten nisten seit rund fünf Jahren Alpensegler. In der Schweiz sind die besonderen Vögel mehrheitlich aus den Alpen verschwunden und besiedeln hohe, markante Gebäude in den Städten. Die Segler verbringen fast ihr gesamtes Leben ununterbrochen in der Luft und landen nur dann, wenn sie brüten müssen. Auch in Olten hat sich dieser Vogel, der eine durchschnittliche Spannweite von 51 bis 58 Zentimetern aufweist und aus der gleichen Familie stammt wie die Mauersegler, eingenistet. Und das nicht irgendwo. Anscheinend haben die Alpensegler Gefallen am hohen Alpiq-Gebäude an der Aare gefunden.

Ein Alpensegler in der Luft: Er ist auf Nistgelegenheiten an Gebäuden angewiesen.

Ein Alpensegler in der Luft: Er ist auf Nistgelegenheiten an Gebäuden angewiesen.

Sandra Schweizer/Vogelwarte Sempach

Den Hinweis darauf erhielt die Alpiq vom Ornithologischen Verein Olten (OVO). «Der Ornithologische Verein Olten beobachtete seit fünf Jahren, dass die Vögel mit dem braunen Gefieder und dem weissen Bauch hinter dem Logo nisten», sagt Andreas Meier von der Kommunikationsabteilung der Alpiq auf Anfrage. Mit diesen Beobachtungen wandte sich OVO ans Unternehmen. «Der Verein ist auf uns zugekommen und hat uns gefragt, ob wir nicht bessere Nistplätze an der Dachuntersicht anbringen könnten», sagt Meier. Mit den Nistkästen kann der Bestand der Alpensegler gesichert und gegebenenfalls ausgebaut werden.

Alpensegler sucht hohe und markante Gebäude

Doch weshalb bevorzugt der Alpensegler ausgerechnet das Alpiq-Gebäude und nicht einen anderen Standort? «Der Alpensegler ist an hohen und markanten Gebäuden in den Städten interessiert, die gute An- und Abflugmöglichkeiten bieten», weiss Urs Esslinger, Vorstandsmitglied des OVO. Die Idee, verbesserte Nistkästen für die Alpensegler aufzuhängen, stiess laut Meier bei der Alpiq auf offene Ohren. «Wir fanden dies eine gute Idee, die wir gemeinsam umsetzen konnten», sagt Meier. Dass sich das Vorhaben einfach realisieren liess, verdanken Alpiq und der OVO nicht zuletzt auch dem Alpiq-Ökofonds des Kraftwerks Ruppoldingen.

«Wir haben neun Kästen an der Dachuntersicht montiert, die für 23 Brutpaare ausgelegt sind», erzählt Meier. Dabei wurden Ende März per Hebebühne, an der Aare zugewandten Hausseite fünf und an der zur Post zugewandten Hausseite vier Nistkästen angebracht. «Sie befinden sich in rund 28 Metern Höhe und sind wegen des vorstehendes Daches gut vor Regen geschützt», sagt Meier. Die Nistkästen sind speziell auf den Alpensegler zugeschnitten, was heisst, dass sich keine unerwünschten Gäste wie Tauben ansiedeln können. Der Hauptgrund für bessere Nistplätze ist der Arterhalt der Alpensegler. Der Vogel ist in der Schweiz auf der roten Liste der potenziell gefährdeten Arten.

Laut der Vogelwarte Sempach beläuft sich die Zahl der Brutpaare in der Schweiz auf zirka 2000. «Die Segler sind weiterhin von Schutzmassnahmen abhängig. Immer noch verschwinden in der Stadt und auf dem Land Kolonien für Mauer- und Alpensegler nach Renovationen und bei Neubauten. Nistplätze, wo sie sich vermehren können, sind sehr willkommen», sagt Urs Esslinger. Esslinger ist vom Beruf her Schreiner und stellte die Nistkästen gleich selbst her.