«Ich will nicht übertreiben: Natürlich ist Kater Toulouse nicht König von Olten, sondern einfach eine Altstadtkatze. Er kann zwar Türklinken öffnen und Passanten erschrecken, aber zu befehlen hat er nichts. Olten ist eine Demokratie und hat keinen König, höchstens ein paar ungekrönte und solche, die sich dafür halten.» (aus: Alex Capus: Der König von Olten, Knapp-Verlag, 2009)

Mit dem Kolumnenband «Der König von Olten» hat der einheimische Schriftsteller Alex Capus Kater Toulouse literarisch verewigt. Dabei ging es ihm bei den Texten nur vordergründig um die Katze aus der Altstadt. «Ich benutzte Toulouse als Köder für die Leser, um dann auf andere Themen zu sprechen zu kommen.» Capus, der den Kater über Olten hinaus bekannt gemacht hat, wünschte ihm auf Anfrage «alles erdenklich Gute in den ewigen Jagdgründen». Ein spezielles Verhältnis zum Kater hatte er nicht. «Ich habe ihn respektvoll gegrüsst.» Generell pflegt er keine starke emotionale Bindung zu Tieren. «Mich interessieren die Menschen.»

Die Kolumnensammlung, die erstmals 2009 erschien, hat dem Oltner Knapp-Verlag finanziell auf die Sprünge geholfen und bildete den Auftakt der Perlen-Reihe, die unterdessen rund 40 Bücher umfasst. Vom Auftaktbuch ist inzwischen die siebte Auflage im Umlauf, gegen 40 000 Exemplare wurden gedruckt. «Es ist das weitaus meistverkaufte Werk unseres Verlags», sagt Thomas Knapp.

20 Wochen war es auf den Bestseller-Listen, 3 davon sogar auf Platz 1. Was viele nicht wissen: Zwei Jahre später erschien mit «Der König von Olten kehrt zurück» ein Nachfolgeband mit weiteren Kolumnen, der allerdings weit weniger erfolgreich war. Im gleichen Verlag kam zudem ein Kalender fürs Jahr 2010 mit Toulouse-Fotos des Oltners André Albrecht heraus. (fmu)