Fulenbach

Ab sofort gibts die «Linde» mit einem Schuss Italianità

Die «Linde» im neuen Licht: Gemeindepräsident Thomas Blum (links) mit Domenico Sivo; im Hintergrund Armando Giannotti.

Die «Linde» im neuen Licht: Gemeindepräsident Thomas Blum (links) mit Domenico Sivo; im Hintergrund Armando Giannotti.

Am Mittwoch feierte die «Linde» an Fulenbachs Dorfstrasse als «Ristorante Pizzeria Linde» ihre Wiedereröffnung.

Vor rund anderthalb Jahren von der Gemeinde Fulenbach gekauft, aufgepeppt und jetzt startbereit: Die «Linde» an der Dorfstrasse öffnet heute Mittwoch ab 16 Uhr ihre Tore. Nun halt einfach unter dem prosaischeren Namen «Ristorante Pizzeria Linde». Der Schuss Italianità tönt nicht übel. Und was nicht übel tönt, gibt sich im Übrigen auch ganz schön gepflegt. Selbst das Fumoir ging nicht vergessen. Dessen Wände sollen demnächst Bilder italienischer Kultur- und Sportgrössen zieren, wie Pächter Domenico Sivo zu verstehen gibt. Stil muss sein, Italianità auch.

Nicht alles verändert, aber vieles

Für «Linde»-Gänger früherer Provenienz sei hier Fulenbachs Gemeindepräsident Thomas Blum zitiert: «Nicht alles hat sich verändert», sagt er. Der Um- und Ausbau lehne sich sicher an das vertraute Setting der Räumlichkeiten an. So nebenbei: Rund 1500 Fronstunden von Gemeinderat, Vereinen und Kommissionen stecken ebenfalls hinter dem Umbau. «Auch keine Selbstverständlichkeit», wie Blum betont. Dem einstigen Gastgeber, Peter Schulthess, gefällt’s jedenfalls, wie er draussen auf dem Hof zu verstehen gibt.

Mediterrane Küche bietet das Ristorante Pizzeria Linde jetzt im sehr gastlichen Ambiente (wir berichteten). Von der bürgerlichen Küche früherer Tage ist nur mehr wenig zu spüren. Antipasti, Zuppe, Insalate, Paccheri, Penne, Tagliatelle, Gnocchi, Risotti, Fleisch- und Fischgerichte prägen ab sofort die kulinarische Szenerie. Vieles aus dem eigenen Hause. Dazu kommen jeweils saisonale Angebote. Auch 30 verschiedene Pizze locken, von Pizzaiolo Saverio in einem mit Buchenholz geheizten Ofen zubereitet. Der wurde aus Italien herbeigeschafft und in Fulenbach aufgebaut. Ecco.

Er steht jetzt in etwa dort, wo sich früher die Eckbank für den morgendlichen Frauenstamm fand. Dazu Weine (nicht nur aus Italien) und – neben Süsswassern aller Gattung auch der Mineralwasserklassiker San Pellegrino, zu Dekozwecken in Flaschen mit schier monumentaler Grösse. «Ich glaube, die ‹Linde› wird über die Dorfgrenzen hinaus Anziehungspunkt sein», sagt Blum zuversichtlich. Die Öffnungszeiten verraten jedenfalls Offensivgeist: bis zum 15. September täglich, werktags von 8.45 Uhr bis 23 Uhr. Sonntags gibt’s gar durchgehend warme Küche.

Wo früher an der Westwand des kleinen Säli die eingelassene Tür das Ende der Gastlichkeit bedeutete, ist jetzt ein Durchgang entstanden, der wiederum in ein Säli führt. Neckisch: Ein freigelegtes vergittertes Wandfenster deutet jetzt darauf hin, dass in früheren Zeiten dort auch das «Westend» des Hauses war. «Der Anbau ist später dazu gekommen», weiss Blum. Ein Wandstein mit der eingeritzten Jahreszahl 1785 lässt allenfalls erahnen, wann der seinerzeitige Anbau erfolgte. Jetzt warten im dazugewonnenen Raum hübsch arrangierte Tischgarnituren über weissem Tischtuch auf Gäste. Rohe Holzbalken, weiss getünchte Decken, an den Wänden Werke der einheimischen Künstlerin Judith Nussbaumer geben Atmosphäre. «Die Kunst versteht sich im Sinne einer Wechselausstellung», so Blum.

Auch auf der Südseite der Liegenschaft hat sich einiges getan. Die Aussenwirtschaft hat eine flotte Grösse bekommen. Was früher mal so etwas wie das Eckstüblein im Freien war, verdient nun den Namen Gartenwirtschaft vollends. Dass noch Sonnenschirme ohne Werbeaufdruck das Bild vervollständigen werden, mag für viele der Punkt über dem i sein. Dazu kommen hübsch drapierte Zierelemente: Holzstapel im Metallkorsett quasi.

Zwei Sitzungszimmer im oberen Stockwerk sind ebenfalls hinzu gekommen, weitgehend in ihrer Ursprünglichkeit belassen. Und der Lindensaal, wo einst denkwürdige Hilaribälle über die Bühne gingen, wird künftig für Bankette genutzt. Ein Grund, weshalb Domenico Sivo die «Linde» zur Pacht übernahm. Denn im Egerkinger «Halbmond» hatte er dazu keine Gelegenheit. Gastgeber Armando Giannotti denkt noch weiter. «Wir überlegen uns, im Saal Jassrunden durchzuführen.»

Das Ziel nur hauchdünn verpasst

Item: Wort gehalten. Mitte 2020 werde die «Linde» wieder geöffnet sein, hatte Blum seinerzeit verlauten lassen. Um bei der Italianità zu bleiben: Ecco. Wäre die Coronazeit nicht dazwischengekommen, Fulenbachs Gemeindepräsident hätte eine Punktlandung hingelegt. Der erste Wiedereröffnungstermin war auf den 1. Mai angesetzt.

Und jetzt? Ab 16 Uhr heute Mittwoch haben die Fulenbacher Premiere-Eintritt, ab 18 Uhr auch der Rest der Welt. Ein grosses Buffet wartet, dazu gibt’s Livemusik mit Ädu. Und dazwischen lässt sich ein Auge auf die Räumlichkeiten werfen. Ecco.

Autor

urs huber

urs huber

Meistgesehen

Artboard 1