88 Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner HF erhielten am Donnerstagabend an einer charaktervollen Diplomfeier im Solothurner Konzertsaal ihre Diplome. Zudem durften drei Gruppen für ihre Beiträge zum Pflegeforschungskongress des Bildungszentrums Gesundheit und Soziales einen grosszügigen Preis des Lions Club Olten entgegennehmen.

Im Zeichen von Elvis

Schwungvoll ging sie los, die Feier für den aktuellen Diplomjahrgang der Höheren Fachschule Pflege am Bildungszentrum Gesundheit und Soziales (BZ-GS) des BBZ Olten. Pianist und Sänger Nico Brina packte gleich im ersten seiner vier Showblocks Elvis Presley aus. Der brillante Entertainer setzte denn auch den passenden Ton für die nächsten zwei Stunden.

Georg Berger, Direktor des BBZ Olten, nahm die gute Stimmung gerne auf und wies auf den grossen Primeur der diesjährigen Diplomfeier hin: Die Verleihung dreier Anerkennungspreise für praxisorientierte und nachhaltige Arbeiten, die im Rahmen des Forschungskongresses am BZ-GS eingereicht worden waren. In seinen Gedanken zum Anlass zitierte Berger den «lokalen, aber im ganzen deutschsprachigen Raum bedeutenden» Schriftsteller Peter Bichsel.

Dieser habe einmal pointiert gesagt, entscheidend für das, was man beruflich werde, sei, was man nicht könne. Damit löse Bichsel vielleicht Erstaunen aus, aber ganz sicher auch wertvolle Gedanken, zeigte sich Berger überzeugt. So sei es durchaus denkbar, dass viele Diplomandinnen und Diplomanden ursprünglich andere Berufsziele anvisiert hätten, diese dann aber wegen fehlendem Talent hatten aufgeben müssen. Genau wie es ein Segen sei, dass Bichsel nicht Fussballer geworden ist, begrüsse er es auch sehr, dass sich die 88 Fachleute für den Pflegeberuf entschieden hätten.

Die Psychologin und Bloggerin Yonni Meyer, zumindest den Facebook-Usern besser bekannt als Pony M., hatte in ihrer Festrede leichtes Spiel, eine Anknüpfung an das Berufsfeld der Absolventinnen und Absolventen zu finden. Sie hatte nach ihrem Studium selber klinisch gearbeitet und sei dabei sehr beeindruckt von den Werthaltungen und Leistungen des Pflegepersonals gewesen. Deshalb wolle sie ihre Rede auch als «Ode an euch» verstanden wissen, so Pony M. an die Diplomandinnen und Diplomanden gewandt.

«Krank und traurig sein ist out», ein bedenklicher Zustand, in dem sich unsere Gesellschaft heute befinde. Dabei gehöre Schwäche genauso zum Menschen wie Stärke. Umso wichtiger seien daher die Pflegefachleute als Konstante im Alltag der Patienten, als Hilfe für jene, die hilflos sind, machte die Zürcherin ihre Wertschätzung für das Berufsfeld deutlich.

Lions Club prämiert

Erfrischend, ehrlich und elegant – so kamen die Botschaften der Diplomandinnen Anninja Müller, Stefanie Mutschler und Isabell Schnyder bei den begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern an. In sorgfältig gewählten, humorvollen Worten blickten die drei Frauen auf ihre Ausbildungsjahre zurück und belegten eindrücklich, dass sie während des Bildungsgangs nicht nur im Pflegefach dazugelernt, sondern auch ihren persönlichen Horizont ganz entscheidend erweitert hatten.

An Reto Bachmann, Past-President des Lions Club Olten, und Elisabeth Schreier, Organisatorin des Pflegeforschungskongresses am BZ-GS, war es dann, zu den eigentlichen Feierlichkeiten überzuleiten. Während Schreier aufzeigte, dass die Studierenden bei der Erarbeitung ihrer Beiträge die Grundlagen und Werte der pflegerischen Fachsprache à fond gelernt hatten, konnte Bachmann vermelden, dass der Oltner Service-Club den Forschungskongress auch in den nächsten Jahren mit jeweils 1500 Franken unterstützen wird. Gemeinsam baten sie die elf Preisträgerinnen auf die Bühne und überreichten die Anerkennungspreise.

Anspruchsvoll sei die Ausbildung gewesen, leitete Rektor Daniel Hofer das rund 400-köpfige Publikum zur Diplomverleihung über. Die Studierenden hätten theoretisch begründet, sinnvoll geplant und alles immer auch praktisch umgesetzt. Nur wer auf allen diesen drei Dimensionen kompetent sei, stehe heute auf der Bühne. Mit diesen Worten unterstrich der Schulleiter den Wert des Studiums an der Höheren Fachschule Pflege eindrücklich. Sichtlich zufrieden – und teilweise auch spürbar erleichtert – nahmen die Diplomandinnen und Diplomanden den «Ausweis», für den sie drei Jahre (Vollzeit-Bildungsgang) respektive ein Jahr (Bildungsgang DN I zu HF) gearbeitet hatten, aus den Händen ihrer Klassenlehrpersonen entgegen.