In seiner Septembersitzung wird das Oltner Gemeindeparlament über die Erhöhung des städtischen Stellenetats von 80 bis 100 Stellenprozent zu befinden haben. Dies kündigt die Stadtkanzlei in ihrer Medienmitteilung an. Der aktuelle stadträtliche Vorschlag geht auf eine Motion der SP/Junge SP zurück, die den Stadtrat beauftragte, die personellen Ressourcen und Fachkompetenzen im Bereich Stadtentwicklung rasch auszubauen.

Damit sollten nach Ansicht der Motionäre die im Vorfeld und Nachgang zu den Parlamentswahlen 2017 geweckten Erwartungen bezüglich Stadtentwicklung erfüllt werden. Das Parlament hatte den Vorstoss damals mit einer hauchdünnen Mehrheit von 20 zu 19 gutgeheissen.

Keine eigentliche neue Stelle

Konkret beantragt der Stadtrat jetzt die Schaffung einer Stelle Leiter/in Abteilung Hochbau zu 80 bis 100 Stellenprozenten per 1. Januar 2019. Wer also mit der Einrichtung einer eigentlichen Stelle «Stadtentwicklung» gerechnet hat, sieht sich getäuscht. «Der Stadtrat sieht den Lösungsansatz viel eher in der Schaffung von Freiräumen für strategische Arbeit und zusätzlichen Kapazitäten für professionelle Projektarbeit an der Front», so Stadtschreiber Markus Dietler.

Grund: Strategien entwickeln ist das eine, diesen zur Umsetzung verhelfen aber das andere. Just in Letzterem sieht der Stadtrat aktuell Bedarf. Augenscheinlich sind derzeit mehr stringente Macherqualitäten gefragt. Der Verzicht auf einen Stadtentwickler fällt auch nicht allzu schwer, weil nicht zuletzt vor dem Hintergrund eines problematischen Finanzhaushaltes und darum angezeigter Zurückhaltung in den Investitionen grosse neue Projekte nicht unbedingt angezeigt sind.

So kommt der Stadtrat zum Schluss, vor allem Lücken bei der Umsetzung bekannter und vorliegender Strategien und Konzepte zu schliessen. Notabene könnten fehlende Konzepte bei Bedarf jederzeit durch externe Spezialisten erarbeitet werden.

Der von Stadtrat geplante Stellenausbau erfolgt im Bereich Hochbau und Bauinspektorat und soll erlauben, dass wieder vermehrt Ressourcen und Know-how für die interne Bearbeitung wichtiger Themen zur Verfügung stehen. Denn: «Die Kader sollen nicht vom Alltagsgeschäft ‹aufgefressen› werden, sondern ihr Fachwissen auch strategisch einbringen können», so der Stadtrat.

Er denkt dabei an die anstehende Ortsplanrevision oder etwa die Arealentwicklung in der brachliegenden Gebiet Olten Hammer/Rötzmatt/Stationsstrasse, welchen sich die Kader anzunehmen hätten. Positiver Nebeneffekt: Mit dem geplanten Stellenausbau müssten auch weniger Aufträge an Dritte erteilt werden. Daraus resultierten neben monetären Vorteilen noch weitere positiv besetzte Aspekte: Interne Mitarbeitende etwa seien der Stadt und dem Gemeinwohl direkt verpflichtet.

Von Direktion Präsidium zu Bau

Neu wird die Abteilung Stadt- und Verkehrplanung neu der Direktion Bau zugeteilt. Bislang war sie bei der Direktion Präsidium angesiedelt. Es ist auch vorgesehen, Stadtplaner/in und Stadtarchitekt/in als Stabsstellen der Direktionsleitung Bau zu unterstellen. Gleichzeitig zum Kapazitätsausbau soll die Struktur im Bereich Stadtentwicklung über eine regelmässig tagende Stadtentwicklungskonferenz gestärkt werden. Konkret geht der Stadtrat davon aus, dass die Direktionsleitungen zwei bis dreimal pro Jahr zu einem Workshop bezüglich eines Themas zur Stadtentwicklung zusammenfinden.