Das Jahr 2013 war für das Tierdörfli Olten mit Sitz in Wangen wiederum ein arbeitsintensives und ereignisreiches: Laut Jahresbericht sind im vergangenen Jahr 2009 Tiere ein- und 1910 ausgetreten. Zudem wurden 425 145 Pensionsnächte erfasst. Als erfreulich bezeichnen die Verantwortlichen des Tierschutzvereins Olten/Solothurn und Umgebung unter der Leitung von Susanne Klein den Umstand, dass 18,7 Prozent weniger Tierschutztiere aufgenommen werden mussten.

Dagegen lag die Anzahl Logiernächte um 11,1 Prozent höher als im Vorjahr. Dies sei darauf zurückzuführen, dass sich «unter den Neuzugängen viele gesundheitlich angeschlagene, verunfallte, alte, scheue und unsichere Tiere befanden, die nicht sofort und nur sehr schwer vermittelbar sind oder waren», heisst es.

Bei vielen der Tierdörfli-«Gäste» gelänge es, «bereits nach kurzer Zeit die perfekte Familie zu finden», halten die Verantwortlichen weiter fest. «Für einige Tiere, insbesondere ältere, scheue und kranke Tiere sowie Listenhunde bleibt das Tierdörfli aber leider viel zu oft nicht nur eine Zwischenstation, sondern ein endgültiges Zuhause.» Ein neues, dauerhaftes, privates Zuhause fanden total 726 Tiere; davon sind mehr als die Hälfte Katzen.

432 verwilderte Katzen

Auch für die Aussendienstmitarbeitenden des Tierdörflis hat 2013 laut Jahresbericht «Hochbetrieb geherrscht». Die Mitarbeitenden seien über die
24-Stunden-Notfallnummer rund um die Uhr erreichbar gewesen, um ausgesetzte, zugelaufene und zurückgelassene Tiere ins Tierdörfli zu bringen und rasch vor Ort gewesen, wenn alleinstehende Tierhalter verunglückt, verhaftet und ins Krankenhaus eingeliefert wurden oder verstorben waren. Dazu seien verunfallte oder verletzte Tiere geborgen, mit Erster Hilfe versorgt und zum nächsten Tierarzt oder in die Tierklinik transportiert worden.

Dabei hätten diese Mitarbeitenden respektable 39 954 Kilometer zurückgelegt. «Sie fuhren somit einmal um die Welt und waren 891 Mal zu jeder Tages- und Nachtzeit für Tiere in Not im Einsatz», heisst es weiter im Jahresbericht. Darunter hätten sich auch 243 Meldungen über schlechte Tierhaltung befunden, die hätten überprüft werden müssen. «Die Mehrzahl der gemeldeten Missstände konnten mit grossem Engagement und Überzeugungskraft beseitigt werden, wodurch sich die Situation der betroffenen Tiere eindeutig verbesserte.»

In einigen Fällen habe aber der gesetzliche Weg beschritten werden müssen, «bevor sich die Beklagten überzeugen liessen, die Haltungsbedingungen zu korrigieren oder uns die betroffenen Tiere zur Weiterplatzierung zu überlassen».

Im Rahmen des Tierschutzprojekts für verwilderte Hauskatzen war die Tierschutzbeauftragte des Tierdörflis im vergangenen Jahr 569 Mal im Einsatz und liess dabei insgesamt eingefangene 432 Katzen sterilisieren, auf Leukose testen, entwurmen, impfen, von Parasiten befreien, mit einem Mikrochip versehen und allgemein veterinärmedizinisch untersuchen. Dabei handelte es sich um zwei Drittel wild lebende Populationen in Schrebergärten, Fabrikarealen und Quartieren und bei einem Drittel um Bauernhofkatzen. Kosten: rund 200 000 Franken.

Die Verantwortlichen von Tierdörfli und Tierschutzverein sind sich sicher, dass «es uns auch im 2014 nicht langweilig wird; dafür sorgen unsere täglich neu eintreffenden ‹Notfelle›, die auf unsere Fürsorge und Pflege angewiesen sind». Doch Tierschutz in der Schweiz bleibe ohne finanzielle Unterstützung von öffentlicher Hand «ein hartes Brot». (kas)