Olten

725'000 Franken für sicheres Eis im Kleinholz

Die Kältemaschine im Kleinholz ist in die Jahre gekommen.

Die Kältemaschine im Kleinholz ist in die Jahre gekommen.

Mit grossem Mehr hat das Gemeindeparlament von Olten dem Kredit über 725'000 Franken zur Beschaffung einer neuen Kälteanlage im Kleinholz zugestimmt.

Es gab auf der Klaviatur des Parlamentsbetriebs mehrere Melodien, die gestern Abend zum Antrag des Oltner Stadtrates gespielt wurden. Zum einen war da der eigentliche Antrag, welcher der Sportpark Olten AG (SPOAG) 725'000 Franken zukommen lassen wollte, damit eine neue Kälteanlage im Kleinholz installiert werden kann. Die Anlage sei in die Jahre gekommen; ein Ersatz sei notwendig, so der Stadtrat. Die Stadt Olten hält im Übigen einen Aktienanteil an der SPOAG von rund 90 Prozent.

Da war aber auch der Antrag der Geschäftsprüfungskommission, welche den stadträtlichen Antrag ablehnte. Und dann gabs noch den Rückweisungsantrag von Luc Nünlist (SP), der in der Vorlage zu viele Elemente verpackt sah. Und schliesslich war da noch der später zurückgezogene Antrag von Arnold Uebelhart (SP), der den Betrag zwar sprechen wollte, nicht aber unter steuerbegünstigten Konditionen.

Es fand sich eine klare Mehrheit

Überraschend war, dass sich trotz der breiten Opposition doch eine klare Mehrheit für den Antrag des Stadtrates fand. Mit 27 zu 4 Stimmen bei 4 Enthaltungen fand der à fonds perdu-Beitrag eine klare Mehrheit.

Die Skeptiker der Vorlage hielten mit Kritik auch während der gut stündigen Debatte nicht zurück. Von Salamitaktik war die Rede, von Intransparenz, einem gewissen Unbehagen gegenüber dem anstehenden Geschäft und der vom Stadtrat eingeschlagenen Praxis, stets notwendig werdende Investitionen zu verheimlichen, um diesen dann unter dem Deckmantel der Dringlichkeit zum Durchbruch verhelfen zu können. Speziell «Olten jetzt!» schlug in diese Kerbe. Kritisiert wurde auch die SPOAG selber, die zu mehr marktwirtschaftlichem Handeln aufgerufen wurde. «Sie hat auch den Auftrag, selbst Reserven anlegen zu können», meint der Grüne Felix Wettstein eindringlich. Wettstein stellte sich für einmal nicht hinter seine Partei, die sich für den Kredit ausgesprochen hatte.

Nicht so richtig mit der Sache beschäftigt

Es schien aber doch, als ob in der Frage um den Kredit so etwas wie Scheingefecht ausgetragen wurden. Dies etwa machte Stadträtin Iris Schelbert deutlich, als sie meinte, es sei bei der Sitzung der Geschäftsprüfungskommission nur am Rande um die neue Kälteanlage gegangen; wenn überhaupt. Und selbst die grössten Kritiker der Vorlage wollten bei der Debatte jedenfalls festgehalten haben, dass es für eine Eissportanlage halt auch eine Kälteanlage braucht. Basta.

Befürworter fassten sich kurz

Die Befürworter hatten sich im Wesentlichen auf kurze Voten beschränkt. Beat Felber (CVP/EVP/GLP-Fraktion) etwa meinte, eine Anlage, von der Teile aus den frühen Sechzigerjahren stammten, müsse ersetzt werden. Selbiges liess auch Simone Sager (FDP) verlauten. Und Matthias Borner (SVP) hatte relativ trocken vermeldete, das Volk habe sich in den letzten Jahrenmehrfach für den Eislaufsport im Kleinholz ausgesprochen. So etwas sei ein klares Indiz. Als der Rückweisungsantrag von Luc Nünlist mit deutlichem Mehr abgelehnt wurde, er vereinigte lediglich 10 Stimmen auf sich, was klar: Die neue Kälteanlage im Kleinholz kann kommen.

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