«Tatsächlich sind heute Leute aus der ganzen Region gekommen», freut sich Kirchgemeindepräsidentin Brigitta Köhl. Rund 50 Gemeindemitglieder konnte sie am Mittwochabend im Gemeindehaus an der Kirchgasse begrüssen. Es ging an diesem Abend schliesslich auch um Wichtiges.

Bereits eine Stunde vor der eigentlichen Versammlung konnten in der Stadtkirche die Pläne für die vorgesehene Renovation eingesehen werden. Planer, Architekten und Baukommissionsmitglieder waren anwesend und standen für Fragen zur Verfügung.

Sanfte Renovation

«Es handelt sich lediglich um eine sanfte Renovation», erklärte Architekt Peter Humm den Anwesenden. Der Innenraum soll gereinigt und frisch gestrichen, die Heizungsanlage saniert und die Sitzbänke komfortabler werden. Weitere sichtbare Veränderungen sind in Form einer behindertengerechten Toilette sowie einer kleinen Teeküche geplant.

1975 zuletzt renoviert

Auch im Aussenbereich hat die Stadtkirche seit ihrer letzten Renovation im Jahr 1975 eine Auffrischung dringend nötig.

Die komplette Fassade wird gereinigt und frisch gestrichen, wo nötig kleinere Reparaturen vorgenommen. Die Holzkonstruktion des Dachstocks wird genau unter die Lupe genommen, morsche Teile ausgetauscht. Ebenso wird das gesamte Dach neu eingedeckt. Nicht direkt mit der Sanierung in Verbindung steht die Verlegung von Pfarrbüro und Sekretariat in die Kirche selbst. «Eine revolutionäre Idee», so Heinz Gloor, der für die Öffentlichkeitsarbeit der Kirchgemeinde Region Olten zuständig ist. In der Werkskapelle soll künftig das Sekretariat eingerichtet sein, oben auf der Empore das Pfarrbüro entstehen. «Es handelt sich um eine Art Container aus massivem Holz, welcher jederzeit wieder rückgebaut werden könnte», so Peter Humm.

Nicht weniger neu ist die Erstellung eines Gemeinschaftsgrabes in einem Seitengang des Kirchenraums, gestaltet von Künstler Anton Egloff. Die Namen der Verstorbenen sollen in den Asphalt neben dem Gemeinschaftsgrab gepresst werden. «Wir wollen zeigen, wer unsere Vorfahren sind und woher wir kommen», erläuterte Egloff.

6,5 Millionen Franken

Über die Kosten des Projekts wurde dann an der eigentlichen Versammlung eingehender diskutiert. Als Erstes musste der Verpflichtungskredit von 6,56 Millionen Franken, entsprechend den Gesamtkosten, zur Urnenabstimmung genehmigt werden. Die Versammlung sprach sich einstimmig dafür aus. Die Abstimmung wird am 15. November stattfinden. Die Kosten von 6,56 Millionen teilen sich auf in die Kosten der Innenrenovation (4,4 Millionen) und die Kosten der Aussenrenovation (2,15 Millionen). Als zweites und drittes Traktandum musste über die beiden Spezial-Projekte abgestimmt werden. Sowohl die Verlegung des Pfarrbüros und des Sekretariats (Kosten: 255 000 Fr.) sowie die Anlegung des Gemeinschaftsgrabes (Kosten: 65 000 Fr.) wurden nach einigen kritischen Voten von der Versammlung bestätigt.

Zwei bis drei Jahre Fundraising

Mehr als die Hälfte der Kosten, genau 3,5 Millionen, will die christkatholische Kirchgemeinde mittels Fundraising decken. Damit beauftragt wurde die Gery Meier Consulting GMBH aus Däniken. «Ein ambitiöses, aber machbares Vorhaben», meint Gery Meier selbst. Ihm zur Seite steht eine vom Kirchgemeinderat eingesetzte Finanzkommission. Meier hat sich für die Aktion einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren gesetzt.

Der nächste Schritt wird nun die Urnenabstimmung im November sein, im Sommer 2016 wird, wenn alles nach Plan läuft, mit der Aussenrenovation begonnen. Der gesamte Umbau wird voraussichtlich bis Mitte 2018 dauern.