Als er im Oltner Stadion Kleinholz eintrifft, ist er nicht zu übersehen. Im weissen Hemd und in Anzughosen betritt Erich Kühnhackl das Festgelände des EHCO-Cups. «Kleiderschrank auf Kufen», nannte man ihn zu Aktivzeiten. Der 1,95 Meter grosse einstige Modellathlet scheint auch mit fast 66 Jahren in bester Verfassung. «Ich könnte es nicht haben, wenn ich Übergewicht hätte», sagt er später.

100 Kilo sei die Grenze, zeige die Waage mal mehr an, «ist Alarm». Um fit zu bleiben, ist Kühnhackl fünfmal pro Woche mit dem Rad unterwegs, geht regelmässig schwimmen, spielt zweimal wöchentlich Golf. «Laufen habe ich schon früher nicht gemocht oder eben nur auf dem Eis», sagt der im Jahr 2000 zum «Deutschen Eishockeyspieler des Jahrhunderts» gewählte Kühnhackl, der 1976 mit der Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Innsbruck Bronze gewann.

«Gebucht» haben die Verantwortlichen des EHC Olten Erich Kühnhackl für den Puckeinwurf des Finals des EHCO-Cups. Nehmen wir einmal an, der Verein hätte ein Trikot bereitgehabt und ihn mitspielen lassen – wie viele Tore hätte er geschossen? In der deutschen Bundesliga traf er damals in 774 Partien 724 Mal. «Kein Problem, mitspielen würde ich schon», scherzte der 65-Jährige.

Gegen «andere alte Herren» wäre das Duell aber spannender als gegen Jungs, die seine Söhne sein könnten, meinte er. «Man muss Realist bleiben, immer mit beiden Beinen auf dem Boden stehen.» Ohnehin habe sich das Eishockey ziemlich verändert, seit er von 1985 bis 1987 beim EHC Olten spielte und zuvor viermal Deutscher Meister geworden war. «Es ist athletischer, dynamischer, schneller, härter, aggressiver, für den Einzelnen und für die Mannschaft als Ganzes noch anspruchsvoller geworden.»

Gänsehaut dank Sohnemann

Erich Kühnhackl verfolgt via soziale Medien und durch «alte Freunde» in der Dreitannenstadt, was der EHC Olten treibt. «Ich habe mich als Aktiver mit diesem Club stark identifiziert und später mitgelitten, als es Probleme gab», betont er. Sein letzter Matchbesuch beim Fanionteam sei allerdings «ewig her».

Zu Besuch war Kühnhackl heuer hingegen mehrmals bei seinem Sohn Tom in den Vereinigten Staaten, wo dieser mit Pittsburgh in der NHL spielt und den Stanley-Cup gewann. Die Kühnhackls durften Seite an Seite mit der Trophäe posieren. «Das war sensationell», sagt der stolze Vater, krempelt den Hemdsärmel hoch und meint: «Sehen Sie, ich habe gleich wieder Gänsehaut.»

Kühnhackl reiste mit einem speziellen Geschenk eines Fans heim: Mit einem goldenen Pin, der das Konterfei von Peter «Beppo» Andreani zeigt. «Er war damals der EHCO-Masseur und ist leider verstorben. Er kochte immer meine Familie, wenn mich diese in Olten besuchte.»