28. Oltner 2-Stunden-Lauf

504 Athleten erlaufen über 81'000 Franken für wohltätige Zwecke

504 Läuferinnen und Läufer haben der 28. Auflage des Oltner 2-Stunden-Laufes die Ehre erwiesen. Der Spass an der Sache überwiegt noch immer an der traditionsreichen Veranstaltung. Über 81 203 Franken wurden heuer erlaufen.

«Klar, ein paar Dehnübungen sind schon gut», sagt Andreas Tengler aus dem aargauischen Ueken und lässt seinen rechten Fuss kreisen. «Aber wirklich warm werden wir doch erst beim Laufen und finden dort unsern Rhythmus.

Jedenfalls bei Veranstaltungen, die ganze zwei Stunden dauern.» Der Mann muss es wissen; regelmässiges Laufen gehört zum Alltag des Aargauers, der berganrennen am meisten mag. 15 bis 20 Kilometer will er heute zurücklegen, quasi in Kiwani-Mission, jenem Service-Club, der den Oltner 2-Stunden-Lauf seit drei Jahren aktiv unterstützt. Natürlich spüre man danach die Belastung; «vor allem halt der harten Unterlage wegen», wie Tengler meint. Aber die Erholung folge rasch und anderntags sei davon meist nichts mehr zu spüren.

Mehr Laufende – weniger Ertrag

Runden à 1,6 Kilometer warten auf die exakt 504 Läuferinnen und Läufer. 478 Läufer, 6617 gelaufene Kilometer, 81 383 erlaufene Franken: Das war letztes Jahr. Wie sich heuer zeigen sollte, werden insgesamt 7402 km zurückgelegt, aber etwas weniger Batzen eingefahren. 81 203 Franken kommen am Schluss zusammen.

Ein Rekordjahr bezüglich Teilnehmerzahl allemal, vermelden die Organisatoren. Zwei Drittel des Geldes fliessen den beiden Projekten «Offene Turnhalle in Olten: Open Sunday und Midnight Olten» von der Stiftung Idée Sport sowie dem internationalen Projekt «Bildung für junge Frauen und Mädchen in Slums von Haiti» von der schweizerischen Entwicklungsorganisation Horyzon zu. Das andere Drittel geht an Organisationen, die je nach Wunsch des Laufenden berücksichtigt werden sollen.

Immer mehr Gruppen übrigens sind im Teilnehmerfeld auszumachen. Ja, sie bilden mittlerweile eine klare Mehrheit. Zu einer solchen Gruppe gehört Patric Hedegger aus Küttigen; der für die Suva läuft und sich eben am Brunnen vor dem Ildefons-Turm erfrischt. Jeweils nach einer gelaufenen Runde gibt er den Stab in Stafettenmanier an seine Partnerin ab. Knapp zehn Minuten braucht er jeweils für die Runde. «Der stete Wechsel bricht den Laufrhythmus schon ein wenig», meint er. Aber wenn man dann wieder im Rennen sei, stelle sich der quasi automatisch ein.

80 Helfer im Einsatz

Rundenkontrolle, Startvorbereitungen, Streckensicherung, Verpflegung und, und, und: Alles muss wie am Schnürchen klappen. Dafür sind neben dem Organisationskomitee 80 Helfende im Einsatz. Die Guggemusik Müüs aus Trimbach etwa, die heuer ihren 25. Geburtstag feiert, betreut die Verpflegungsposten und gibt im Laufe der zwei Stunden 200 Bananen, 400 Äpfel und jede Menge isotonischer Getränke und Wasser, sauber portioniert an die Teilnehmenden ab. «Es bleibt meist nicht viel übrig», so die Auskunft am Stand in der Schützenmatte. Und nach wie vor sind Äpfel und Bananen in etwa gleich begehrt. Daran hat sich in den letzten Jahren nichts geändert.

Rundenkrösus wurde der Obergösger Severin Widmer, der innert zweier Stunden satte 20 Runden oder 32 Kilometer zurücklegte. Ertragskrösus wurde Andreas Tengler, der mit 13 Runden und gelaufenen 20,8 Kilometern insgesamt 2248 Franken ins Trockene brachte. Natürlich waren längst nicht alle so flott unterwegs.

Schon die erste Runde laufend liess bei einigen den Kopf heiss werden und nach einer Viertelstunde kam der eine oder die andere längst nicht mehr so gazellenhaft daher, wies beim Start noch den Anschein machte. Aber ein bisschen Musse muss auch beim Laufen sein.

Nicht nur der langjährige Teilnehmer Arnold Überhart, Olten, hat denn auch dann und wann einen Blick und ein Ohr für die Band «Out of Time», die den Teilnehmenden bei der Passage auf dem Ildefonsplatz mit erfrischendem Sound Energie zuspült. Und wem dieser Support ungenügend scheint, der greift eben zusätzlich noch in die Traubenzuckerschale bei der Rundenkontrolle.

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