Olten
5 Botschafter für 5000 Läufer am Wings for Life World Run

Der Wings for Life World Run startet auch in diesem Jahr in Olten – und soll weiter wachsen.

michael forster
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Viktor Röhtlin: «Ich habe ins Leben B gewechselt und bin seither nie mehr als eine Stunde gelaufen.»

Viktor Röhtlin: «Ich habe ins Leben B gewechselt und bin seither nie mehr als eine Stunde gelaufen.»

Hansruedi Aeschbacher

Laufen für einen guten Zweck: Dieser Maxime kann in Olten auch in diesem Jahr nachgeeifert werden. Nach der Premiere des Wings for Life World Run 2014 wird auch in diesem Jahr wieder für all jene gerannt, welche es selber nicht können. Ziel des Anlasses ist es, möglichst viel Geld zu sammeln für die Rückenmarkforschung, dafür, dass Querschnittgelähmte einst geheilt werden können. 35 000 Laufbegeisterte hatten sich im letzten Jahr gleichzeitig auf der ganzen Welt aufgemacht, möglichst lange zu rennen – um irgendwann vom nahenden Catcher Car eingeholt zu werden (siehe Box). 2000 von ihnen stellten sich in Olten der Herausforderung, und in diesem Jahr sollen es bedeutend mehr sein, betont Rennleiter Corsin Caluori. «Nach der Premiere im letzten Jahr, welche für uns, speziell auch wegen der Stimmung, sehr erfreulich verlaufen ist, möchten wir heuer die Zahl von 5000 Läuferinnen und Läufern begrüssen können.» Ein ambitioniertes Ziel, wenngleich die letztjährige Marke mit dem Stand der Voranmeldungen am heutigen Tag bereits übertroffen ist.

Die Idee des World Run

Am 3. Mai werden Tausende von Laufbegeisterten an mehr als 35 verschiedenen Orten rund um den Globus in unterschiedlichen Licht- und Wetterverhältnissen gleichzeitig Starten. 30 Minuten nach Start nimmt ein Auto Verfolgung auf das Feld auf. Das sogenannte Catcher Car(in der Schweiz gefahren von Bruno Kernen) steigert dabei in festgelegten Intervallen seine Geschwindigkeit, wird zur fahrenden Ziellinie und erfasst beim Überholen die einzelnen Teilnehmer. Der weltweit letzte verbleibende Läufer wird zum globalen Champion des Wings for Life World Run gekürt.

Nicht nur das Teilnehmerfeld soll also wachsen, auch die Gruppe der Botschafter, die sogenannten Ambassadoren, wurde von zwei auf deren fünf aufgestockt. Weiter dabei sind Viktor Röthlin und Ronny Keller, hinzugestossen für die zweite Austragung sind Marc Ristori, Gian Simmen und Francine Jordi. Das oberste Ziel ist es, die Werbetrommel zu rühren für den Anlass, doch nicht nur. So gehört mit dem früheren Europameister im Marathon, Viktor Röthlin, einer des Botschafter-Quintetts zu den ernsthaften Siegesanwärtern – oder etwa nicht? «Ich will irgendwie so weit kommen, wie eben möglich», stapelt der Innerschweizer tief. Im letzten Jahr, als er den World Run als Vorbereitungsrennen für den Olympia-Marathon lief und exakt nach 42,195 Kilometern ausstieg, sei er noch deutlich besser in Form gewesen, und überhaupt: Das letzte Mal, als er eine längere Distanz lief, das sei am 17. August gewesen, an Olympia. «Ich habe ins Leben B gewechselt und bin seither nie mehr länger als eine Stunde gelaufen.» Im Hinblick auf das Rennen am 3. Mai (die Startzeit in Olten ist um 13 Uhr), bestätigt er aber immerhin, werde er ganz bestimmt noch die eine oder andere längere Einheit absolvieren.

Mit Gian Simmen wird in gut drei Wochen ein zweiter Ambassador seine Laufschuhe schnüren. Der erste Olympiasieger in der Halfpipe (Nagano 1998) läuft regelmässig zweimal in der Woche, mehr noch: «Laufen ist für mich das beste Training überhaupt; Laufschuhe anziehen, und los. Das ist mein wöchentlicher Anker draussen in der Natur, bei jedem Wetter, da fühle ich mich sehr wohl.» Auf Röthlin und Simmen, aber auch die erhofften 5000 weiteren Teilnehmer, wartet am ersten Mai-Sonntag eine leicht abgeänderte Strecke. «Die meisten Läufer sind im letzten Jahr nach rund 17 Kilometern ausgestiegen», nennt Caluori die wichtigste Erkenntnis aus der Premiere. Für den Veranstalter hiess das, eine geballte Ladung Shuttle-Busse in die Nähe von Neuendorf zu entsenden, damit der Rücktransport garantiert werden konnte. In diesem Jahr wird deshalb zuerst eine Schlaufe um den Born gelaufen, womit die Läufer nach ziemlich genau 17 Kilometern ein zweites Mal unmittelbar beim Start im Kleinholz vorbeilaufen. Der Ausstieg aus dem Rennen wird dadurch ganz klar vereinfacht. Danach verläuft die Strecke ähnlich wie 2014, mit einem Abstecher durch das Gäu bis nach Niederbipp, zurück nach Niederbuchsiten, Murgenthal und schliesslich Schötz.

Ein breiteres Angebot

Neu werden in diesem Jahr (am Samstag) Schülerkategorien angeboten, mit Distanzen über 1000 bis 5000 Meter. Erstmals sind am Sonntag auch Rollstuhlfahrer willkommen. Sie absolvieren die gleiche Strecke wie die Fussgänger, allerdings nicht in einem Rennrollstuhl oder einem Handbike, sondern im ganz normalen Alltagsrollstuhl. Würde auf Spezialgeräte zurückgegriffen, so die Befürchtung, wären die Rollstuhlfahrer viel zu schnell unterwegs, was zu teilweise unlösbaren Problemen führen würde.

www.wingsforlifeworldrun.com

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