Olten
478 Herzen schlugen am 2-Stundenlauf höher: Rekordwert

Der 27. 2-Stundenlauf in Olten hat am Samstag 478 Läuferinnen und Läufer in seinen Bann gezogen und liess deren Herzen höher schlagen. Noch nie waren es so viele.

Urs Huber
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Aufwärmen für den Lauf
12 Bilder
2-Stundenlauf in Olten
Rundenkontrolle muss sein.
Apfelschnitze sind begehrt am Verpflegungsstand.
An der «Spitze» David Vo (406) und Jasmin Vo.
Läuferschar, gut «behütet» vom Roten Kreuz.
Kristian Eng, Olten.
Georg Berger, Lostorf.
Andreas Baumann, Olten.
Patrick Studer, Solothurn.
Simone Fuss, Olten.
Mike Müller, Starrkirch-Wil.

Aufwärmen für den Lauf

Bruno Kissling

Es gehört zu den äusserst angenehmen Attributen, dass die Hauptdarstellenden des Oltner 2-Stundenlaufes noch ohne irgendwelche Spassbekleidung auskommen und ihrer optimierten Zielsetzung, nämlich möglichst viele Kilometer für einen guten Zweck abzuspulen, auf optischen Schabernack verzichten. Das lässt doch auch auf die spielerische Ernsthaftigkeit schliessen, mit der sich die Teilnehmenden auf die rund 1,5 km lange Strecke begeben.

Sie führte heuer erstmals über die Kirchgasse, was drunten in der Schützenmatte doch einiges an Einsatzkräften bezüglich Verkehrssicherheit bedurfte. Einer von ihnen: Roland Leuenberger, selbst einstiger Teilnehmer am 2-Stundenlauf. «Seit zwei Jahren nicht mehr», lacht der 62-Jährige. Aber der Lauf sei halt eine gute Sache; da bleibe man in irgendeiner Form dabei. Voilà: Die gute Sache treibt alle an, auch Cornelia Kaeser-Günther: «Ich renne fürs Rote Kreuz», sagt sie, habe sich von einer guten Bekannten zur Teilnahme überreden lassen. Es habe nicht viel gebraucht, meint sie lächelnd. «Für eine gute Sache sowieso nicht.»

Gewerkschafter unterwegs

Derselben Meinung sind die 14 Teilnehmenden des Gewerkschaftsbundes Kanton Solothurn, die jeweils mit der Suva zusammenspannen und seit fünf Jahren mitlaufen. «Erfahrungsgemäss bringen wir durchschnittlich zwischen 1800 bis 2000 Franken zusammen», sagt Kantonalpräsident Markus Baumann. «Wir haben auch immer Kinder dabei, finden die unterstützten Projekte grossartig und nehmen so die Gelegenheit wahr, dass die Älteren auch etwas für die Jungen machen können», betont Baumann.

Zufriedenstellend

Rund 2000 Franken sind nicht schlecht und auf die Frage, wie viel denn sie an Gelder zu erlaufen vermöge, meint Melanie Dapra aus Uerkheim: «Einiges», um dann zu präzisieren: Ich würde sagen – zufriedenstellend.» Geschäftsbesitzer wurden angefragt, der Freundeskreis um Sponsorengelder gebeten, das ganze persönliche Umfeld abgeklappert. «Ich laufe für den Robi und den Kinderhort Neumatt und bin zum dritten Mal dabei», sagt sie noch, ehe der Startschuss Punkt 15 Uhr das Stimmengewirr auf dem Ildefonsplatz durchbricht und die Menge losrennt. Nach dem Rekordjahr 2013 mit gut 400 Teilnehmenden heuer schon wieder ein Rekord: 478 Personen setzten sich in Bewegung.

Drunten in der Schützenmatte betreuen Mitglieder der Guggemusig Müüs aus Trimbach den Verpflegungsstand. Hier weiss man Bescheid über die Ess- und Trinkgewohnheiten der Läuferinnen und Läufer. Ja, Gebrauch vom Angebot werde bereits in der ersten Runde gemacht. «Am beliebtesten sind Apfelschnitze», tönts von der Front. Und die Bananenstücke? Die würden vielleicht nach Laufhälfte beliebter, so eine der Mutmassungen. Im Übrigen reicht man isotonische Getränke, obwohl viele eigentlich auch nur mit Wasser zufrieden wären. Eben den letzten Schluck aus dem Trinkbecher genommen hat Robin Studer von der Klasse Sek B aus Olten. «Wie viel Geld wir einschiessen, weiss ich nicht. Aber wir laufen für die beiden offiziellen Projekte, also den Robi zum einen und für Kolumbien. Den genauen Namen des zweiten Projekts habe ich vergessen», sagt der 15 jährige.

Mach mal Pause

Und dann gibts noch jene, denen im Getränkestand jenen Ort erkennen, wo die Maxime gilt: «Mach mal Pause! Philipp Klay aus Olten ist mit einer Gruppe Kinder unterwegs und auf die Frage, obs weitergehen könne, erhält er von der erst mal keine Antwort. «Einmal in 20 Jahren kann man so was machen», scherzt er. Und dann muntert er seine «Compagnons» auf, wieder loszulegen. «Wisst ihr, hier unten hats keine Zuschauer, da können wir bequem gehen, aber dort wo die Leute sind, auf der Kirchgasse, da rennen wir dann, he.»

So laufen sie, die einen weniger ambitioniert, andere mehr. Am Schluss aber sind alle zwei Stunden unterwegs gewesen, ob als Walker, Marschierer oder Läufer. Kurz nach 18 Uhr werden die Resultate bekannt. Die 478 Läuferinnen und Läufer haben total 6573 km zurückgelegt und insgesamt 80 135 Franken erlaufen. Bilanz: 2014 ist ein Rekordjahr.

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