Die drei Fraktionen SP/junge SP, Grüne und Olten jetzt! wollen bei der Aufwertung des Ländiwegs vorwärtsmachen. Sie verlangen mit einer überparteilichen Motion vom Stadtrat, bis im Juni 2018 «auf der Basis der offenbar vorhandenen, aber nicht publik gemachten Grundlagenstudie Entwicklung rechtes Aareufer einen umsetzungsreifen Vorgehensplan zur Optimierung der Aufenthaltsqualität im Bereich Aare zwischen Bahnhofplatz und der alten Brücke». Der Zeitdruck kommt daher, weil der Kanton ab 2019 die Kantonsstrasse oberhalb des Ländiwegs sanieren will. Mit einem koordinierten Vorgehen zwischen Kanton und Stadt könnten Kosten gespart und die Bauzeit reduziert werden.

Die eingangs erwähnte Grundlagenstudie ist mittlerweile publiziert. Darin werden mehrere Möglichkeiten aufgezeigt, wie der Ländiweg ab 2020 provisorisch aufgewertet werden könnte. Provisorisch heisst: Da der unter dem Ländiweg liegende Hauptsammelkanal des Zweckverbandes Abwasserregion Olten noch eine restliche Lebensdauer von 30 Jahren hat, wird eine Sanierung des Kanals erst dann dringlich – und damit eine endgültige Umgestaltung des Ländiwegs, wie sie die Studie vorschlägt: die bestehende Böschung wegtragen, um zusätzlich den kombinierten Fuss- und Veloverkehr sowie Treppen bis zum Fluss hinunter zu ermöglichen.

Bis dahin schlägt die Studie «wenig kostenintensive provisorische Aufwertungsmassnahmen» vor wie eine Treppe nach oben in den Hang (siehe Visualisierung oben) oder schwimmende Plattformen. Ideen, welche diese Zeitung im April 2017 ebenfalls bereits vorgestellt hat. Diese Massnahmen sollen den Nutzungskonflikt auf dem zwei Meter breiten Ländiweg zwischen jenen Leuten reduzieren, welche die Verbindung als Gehweg benutzen und jenen, die sich dort aufhalten.

4 Millionen als Kostendach

Der Stadtrat lehnt in seiner Antwort den gemeinsamen Vorstoss der drei Fraktionen, welcher diesen Donnerstag im Gemeindeparlament traktandiert ist, allerdings ab. Inhaltlich kann sich die Oltner Regierung mögliche Zwischennutzungen «vorstellen». Nicht einig geht der Stadtrat aber mit dem von den Motionären gesetzten Kostenrahmen von 4 Millionen Franken. Die entsprechenden Kosten seien nicht im Investitionsplan 2018–2024 enthalten und für die Stadt Olten nicht tragbar, heisst es in der Antwort. «Wir wollen uns nicht auf die 4 Millionen festlegen lassen», sagt Stadtpräsident Martin Wey auf Anfrage.

Bei den drei Fraktionen versteht man den Kostenrahmen von 4 Millionen Franken allerdings nicht als Vorgabe für ein auszuarbeitendes Projekt, sondern als Kostendach. «Wenn eine provisorische Massnahme auch nur 250'000 Franken kostet, ist das umso besser», sagt Co-Präsidentin Myriam Frey Schär von den Grünen. Sie bezeichnet es als «unglücklich», dass die Zahl von 4 Millionen im Vorstoss vorkommt. Corina Bolliger von der Jungen SP erklärt dazu, dass man eine Höchstsumme in die Motion geschrieben habe, damit die Kosten abzuschätzen sind. In der Vergangenheit sei dies vor allem von bürgerlicher Seite bemängelt worden.

Die Chancen stehen gut, dass die Motion trotz ablehnender Haltung des Stadtrats überwiesen wird, wenn die Ratslinke geschlossen stimmt. «Wir halten an der Motion fest, sind aber für alle möglichen Zwischennutzungen offen», sagt Co-Fraktionspräsidentin Christine von Arx von der SP/jungen SP. Stadtpräsident Martin Wey signalisiert, dass die Stadt auch bei einer Ablehnung des Vorstosses aktiv werden und ein Projekt für die provisorische Aufwertung ausarbeiten will.