Das Oltner Repair-Café baut aus: Neu bietet es auch Beratung in Computer- und Handyfragen. Wie Jodok Guntern, Mitorganisator des Repair Cafés im Cultibo, erklärt: «Unsere Fachleute können etwa dabei helfen, Einstellungen zu optimieren, Viren zu entfernen oder Daten zu retten. Und sie können Auskunft darüber geben, ob es sich lohnt, den Computer oder das Handy im Geschäft reparieren zu lassen.» Kleine Defekte an den Geräten können vor Ort behoben werden.

Ableger schweizweit

Das Repair Café hat schweizweit Ableger und wird von der Stiftung für Konsumentenschutz unterstützt. In der Dreitannenstadt wird das Repair Café von Olten im Wandel und dem Cultibo durchgeführt und startet mit dem kommenden Anlass am 3. März ins dritte Jahr. Es findet jeweils dreimal jährlich im Cultibo oder sommers auf dem Oltner Werkhof zusammen mit dem Bring- und Holtag statt.

Reparaturprofis helfen vor Ort, Elektro- und Audiogeräte wie etwa Föns, Plattenspieler oder Mixer zu flicken, Textilien auszubessern oder kaputte Holzgegenstände zu leimen. Beim Uhrmacher und beim Goldschmied können die stehengebliebene Uhr oder die gerissene Halskette in Behandlung gegeben werden. Ausserdem werden Allroundreparaturen ausgeführt, etwa wenn der Koffer klemmt.

Seit dem Repair Café von vergangenem Herbst ebenfalls neu im Angebot ist der 3-D-Drucker: «Wenn beim Reparieren ein Ersatzteil fehlt, können wir versuchen es gleich zu drucken», meint Guntern begeistert. Auch wem zu Hause etwa ein Aufhänge-Haken oder eine kleinere Abdeckung fehlt, kann diese im Drucker hergestellt werden.

Dieser Vorgang dauere jeweils eine Weile, erklärt Guntern. Die Dimensionen des Teils müssten erst in die CAD-Software eingegeben werden. Anschliessend fliesse aus einer Düse zäher Kunststoff, der sich in Schichten aufbaue.

Das Repair Café erfreut sich laut Guntern grosser Beliebtheit. Rund hundert Leute seien an jeder Veranstaltung anwesend, manche kämen aber auch einfach zum Zusehen und Plaudern. Im Schnitt 80 Reparaturen würden jeweils gemeinsam mit 16 freiwilligen Helfern durchgeführt.

Sie sind leidenschaftliche Hobbybastler wie auch Berufsleute. Zu Letzteren zählen etwa Samuel Loosli vom Trimbacher Audio + Videoservice, Martin Keller mit seiner Reparaturwerkstatt in Winznau, Simon Lauper von der Oltner Uhrmacherei Lauper, René Hartmann vom Oltner Goldschmied Atelier oder Melek Sener vom Nähatelier MS in Olten.

«Unser Anliegen ist es, dass die Leute beim Reparieren selbst Hand anlegen», sagt Guntern. «Wir wollen keine reine Dienstleistung bieten, sondern zeigen, wie’s geht.» Häufig wiesen die mitgebrachten Gegenstände nur kleine Mängel auf, so dass diese gemeinsam repariert werden könnten. «In Drei Vierteln der Fälle können wir die Probleme lösen, das freut sowohl uns als auch die Besucher», sagt Guntern.

Sein Wunschziel wäre es, dass in Olten eine ständige Reparaturwerkstatt eingerichtet werden könnte, wie dies etwa in Bern oder Basel der Fall ist. Allerdings seien die personellen Ressourcen dafür im Moment nicht vorhanden. Die rund 35 Freiwilligen, die regelmässig am Oltner Repair Café mithelfen, seien beruflich ausgelastet. Die Macher von Olten im Wandel freuten sich deshalb immer, wenn sich motivierte Personen bei ihnen melden.

Am Samstag 03. März, 10 bis 16 Uhr, findet das nächste Repair Café im Begegnungszentrum Cultibo Olten statt.