Kultur-Adventskalender
23 Sternschnuppen erhellen auch dieses Jahr die Adventszeit in Olten

Im Dezember findet die 6. Ausgabe des Kultur-Adventskalenders in Olten statt. Matthias Kunz vom Verein 23 Sternschnuppen spricht über das diesjährige Programm und erklärt, wieso man weiterhin keine Eintrittspreise verlangen will.

Fabian Muster
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Andre Albrecht

Die Veranstaltung 23 Sternschnuppen findet dieses Jahr zum sechsten Mal statt, zum vierten Mal ist man im Kino Capitol zu Gast. Mit einer Ausnahme: Aus organisatorischen Gründen findet die Sternschnuppe vom 18. Dezember im Stadttheater statt. Die Vorstellungen finden vom 1. bis 23. Dezember jeweils um 18.15 Uhr statt.

Die 23 Sternschnuppen werden von über zwanzig Oltner Kulturvereinen, -veranstaltern und Zugewandten organisiert. Getragen wird der Anlass von einem Verein. Diese Zeitung hat mit Theaterkabarettist Matthias Kunz vom Duo Strohmann-Kauz gesprochen, im Verein ist er Revisor und für die Kommunikation zuständig.

Nach der fünften Auflage letztes Jahr war gar nicht sicher, ob die Veranstaltung 23 Sternschnuppen nochmals durchgeführt wird. Warum stand sie auf der Kippe?

Matthias Kunz: Die Veranstaltung stand überhaupt nicht auf der Kippe! Wie jedes Jahr sassen wir nach der fünften Auflage zusammen und entschieden, ob wir nochmals so viel Freiwilligenarbeit investieren wollen und können. Der Entscheid fiel einstimmig, dass wir weitermachen.

Wiederum gibt es ein vielfältiges Programm von Musik über Literatur bis zu Kabarett. Nach welchen Kriterien wird dieses zusammengestellt?

Im Verein 23 Sternschnuppen gibt es eine Programmgruppe, welche die Auswahl trifft. Vorschläge zuhanden dieser Gruppe können aber alle vom Sternschnuppen-Team machen. Wir geben uns einige Vorgaben bei der Auswahl: Es sollen bekannte und unbekannte Künstler dabei sein, damit das Publikum Neues sehen kann. Wir berücksichtigen regionales Kulturschaffen, nationale oder internationale Grössen soll es aber auch dabei haben. Wichtig ist auch die Genrevielfalt. Zudem achten wir auf die Ensemblegrösse: Es soll nicht jeden Abend eine Band auf der Bühne stehen. Nicht zuletzt schauen wir auch auf eine ausgeglichene Wahl zwischen Mann und Frau.

Der Verein ist zum Teil auf den Goodwill der Künstler angewiesen, weil sie relativ schlecht bezahlt seien, wie diese Zeitung letztes Jahr schrieb. Wie sieht es dieses Jahr aus?

Wir freuen uns, wenn Künstler zu uns kommen. Dies zeigt bereits ihren guten Willen. Wir zahlen Künstler nicht schlecht, die Gage ist okay. Für einen Musiker ist sie vielleicht eher hoch, für einen Kabarettisten oder Kleinkünstler eher ein bisschen tief. Bezahlt werden aber alle Künstler nach Abstufung für Duo oder Trio etc. mit den gleichen Ansätzen. Zudem gibt es nur eine Gage, Spesen für die Anreise und eine allfällige Hotelübernachtung sind da inbegriffen.

Letztes Jahr ein Thema waren auch die zum Teil schwankenden Einnahmen durch die Kollekte. Haben Sie im Verein darüber diskutiert, Eintrittspreise zu verlangen?

Nein, darüber gab es keine Diskussionen. Zwar leistet die Kollekte die Hälfte bis zwei Drittel des Beitrags an unserem Budget, das sich etwa im gleichen Rahmen bewegt wie letztes Jahr (Anmerkung der Redaktion: Damals waren es rund 30'000 Franken). Die 23 Sternschnuppen sollen aber ein niederschwelliges Kulturangebot sein, bei dem es die Hemmschwelle mit einem Eintrittspreis nicht geben soll.

Dieses Jahr gastiert 23 Sternschnuppen erneut im Kino Capitol. Nach der letzten Ausgabe 2016 hatte der Verein einen Lokalwechsel ins Spiel gebracht. Wieso haben Sie sich dieses Jahr erneut für denselben Austragungsort entschieden?

Weil das Kino Capitol ein toller Raum ist für unsere 23 Sternschnuppen. Wir entscheiden aber jedes Jahr neu, wo unsere Veranstaltung stattfinden soll. Zudem hat auch Koni Schibli uns zugesagt, das Kino Capitol erneut zu vermieten.

Das Theaterkabarett-Duo Strohmann-Kauz trat 2016 in der letzten Sternschnuppe am 23. Dezember auf. Dieses Jahr seid Sie nicht dabei. Warum?

Bei der fünften Auflage letztes Jahr hatten wir unseren ersten Auftritt bei den 23 Sternschnuppen. Dieses Jahr sind wir nicht dabei, weil nicht jedes Jahr die gleichen Künstler auftreten sollen, damit das Programm für das Publikum abwechslungsreich bleibt.

23 Sternschnuppen

Das Programm

Bei der Veranstaltung 23 Sternschnuppen warten 23 überraschende Abende mit über 60 Künstlerinnen und Künstlern auf das Publikum. Wie immer sind die Namen aller Auftretenden bekannt, nicht aber, wann sie zu sehen sind.

Das Programm sieht folgendermassen aus: Täuschend echt wird Marcel Jäggi als Mireille Matthieu auf der Bühne stehen und mit bekannten Chansons begeistern.

Mit Horst Maria Merz, dem Pianisten der Berlin Comedian Harmonists, erwartet das Publikum ein fulminanter Ritt durch die musikalischen Höhen und kabarettistischen Untiefen des legendären Georg Kreisler.

Zwei herausragende Künstlerinnen der Schweizer Kulturszene beglücken die Sternschnuppen mit komisch-musikalischen Theater: Silvana Gargiulo & Nina Dimitri.

Junge Bands wie Alois, Flavorous oder Eclecta stehen ebenso auf dem Programm wie Friedemann, der Punk-Pirat aus Rügen, oder das A-cappella-Trio Urstimmen. Nach Jahren der Bühnenabstinenz meldet sich das Saxofonquartett Lily Horn Is Born mit Fabienne Hoerni wieder auf den Konzertbühnen zurück.

Musik verschiedenster Völker spielt Musique Simili und verbindet den Charme der Strassenmusik mit Professionalität und Virtuosität. Die Langenthaler Gruppe La Banda Familia musiziert sich ins 17. Jahrhundert und mit der 16-köpfigen Big Band Olten unter der Leitung von Stephan Fröhlicher ist auch wieder eine Grossformation im Programm.

Die Autorin Noëmi Lerch erzählt die Geschichte von Grit und ihrer Tochter Wanda, die sich auf einem Hof am Ende der Welt wieder finden. Der Film «La Femme et le TGV» erzählt von Zugs- und Briefverkehr. Bewegte Geschichten bringen die Tänzerin Elena Morena Weber und die Cellistin Johanna Schaub auf die Bühne.

An den beiden Kurzfilmen «Water Path» und «The Tie» werden nicht nur die Kleinen ihre Freude haben, ebensowenig am Theater Swiftli gespielt von Peter Rinderknecht. Dieser macht Theater für ein wachsendes Publikum. Mit Dominik Muheim und Mike Baader stehen gleich zwei junge Kabarettisten auf der Bühne, die auch dank des Oltner Kabarett-Castings hinlänglich bekannt sind.

Seit Jahrzehnten eine feste Grösse in der Kleinkunst ist der deutsche Peter Spielbauer. Michel Gsell und Pesche Gurtner mäandrieren als S.T.E.R. durch Gebrauchslyrik und vertreiben so die Zeit. Der Zeichner Nicolas d’Aujourd’hui wird in Interaktion mit dem Publikum einen «lebendigen» Comix zeichnen, sodass der Eindruck eines live gezeichneten Films entsteht.

Ebenso lebendig erzählt Sabina Deutsch & The Desperados einen echten Tösstaler Western mit Männern, Weibern, Gesang und Lichtbildern. (mgt)