Olten
200 Jahre Feuerwehr Olten – es ist ein wenig wie Chilbi

Die Feuerwehr Olten feierte am Samstag ihr 200-jähriges Bestehen mit einem Erlebnistag für Gäste.

Urs Huber
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Selber mal Feuerwehrmann spielen nach einer «Fettexplosion»: Auch das war am Erlebnistag auch möglich.

Selber mal Feuerwehrmann spielen nach einer «Fettexplosion»: Auch das war am Erlebnistag auch möglich.

Patrick Lüthy

Sie rennt seit 200 Jahren institutionell – zumindest in Olten: die Feuerwehr. Immer dann wenns brennt, Hochwasser droht, jemand im Lift feststeckt oder nach einem Autounfall eingeklemmt wird, etwa eine Ölspur die Verkehrs- und Umweltsicherheit gefährdet oder eine unbedarfte Katze den Weg nicht mehr allein vom Baum findet. Der Einsätze sind viele. Und manchmal rennt sie, zur Freude ihrer Gäste, zu Schauzwecken oder besser gesagt – zu Leistungsschauzwecken. Aber nur wenn sie Geburtstag hat oder sonst wie Gäste lädt. So wie am Samstag auf der Schützenmatte.

Für Gwundernasen jeden Alters

Das Gelände wirkte, als sei Chilbi; fast alles in Rot getaucht. Feuerwehrchilbi halt. Vor den Autodrehleitern, mit deren Hilfe sich die Gwundernasen aller Altersklassen in die Höhe hieven liessen, bildeten sich Warteschlangen; Kinder stolzierten mit am Handgelenk montiertem Gasballon durch die Reihen von sauber parkierten Feuerwehrfahrzeugen aller Art und Alterskategorien, staunen Bauklötze über den Wind, den die Rotorblätter eines startenden Helikopters zu verursachen im Stand sind.

Und sie schauten gebannt, notabene von der eigens montierten Tribüne herunter, den gebotenen Demonstrationen zu: von der Personenbergung bei Unfällen über den Zimmerbrand bis hin zur «Fettexplosion» und dem Herznotfall. Und wers lieber im Kleinformat hatte, bewunderte den Einsatz der Modellbau Feuerwehr, bevor er sich in der «betriebseigenen» Festwirtschaft verköstigt.

Eveline Hodel, 2011, Einsatzgruppe «Ich wolle etwas Sinnvolles machen und für die Allgemeinheit wirken. Heute ist die Feuerwehr so etwas wie mein Hobby.»
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Sebastian von Arx, 2015, Arbeitsgruppe «Mein Lehrmeister in Winznau war der dortige Kommandant. Er sagte eines Tages zu mir: Komm doch mal vorbei. Ich ging – und blieb.»
Rolf Friedli, 1984, Leiter Betrieb/Unterhalt «Um ehrlich zu sein: Mein Vater meldete mich ohne mein Wissen bei der Feuerwehr. Heute passen mir Vielfalt und Kameradschaft.»
Urs Wicki, 1987, Einsatzgruppe/Chemie «Ich war schon in der Jugendfeuerwehr dabei. Da fiel der Übertritt nicht schwer. Und die Kameradschaft ist halt schon toll.»
Janik von Gunten, 2016, Arbeitsgruppe «Ich war mal indirekt Betroffene eines Brandfalls und war beeindruckt vom Einsatz der Feuerwehr. Also wollte ich auch helfen.»

Eveline Hodel, 2011, Einsatzgruppe «Ich wolle etwas Sinnvolles machen und für die Allgemeinheit wirken. Heute ist die Feuerwehr so etwas wie mein Hobby.»

Patrick Lüthy

«Ich bin sehr zufrieden mit dem Besucheraufmarsch», meinte Kommandant Philipp Stierli. Insgesamt hatten die Vorbereitungen zum Erlebnistag zwei Jahre in Anspruch genommen. «Die haben sich gelohnt», so Stierli weiter. Gut 80 Angehörige der Feuerwehr (AdF) zählt man in der Stadt; davon sind rund 15 Prozent Frauen. Und auch mit ihnen allen war der Kommandant zufrieden. «Sie alle sind heute sehr motiviert», gabs als Lob von ganz oben. Deren Motivation habe er am Samstagmorgen kurz vor 07 Uhr schon gespürt, so Stierli.

Finden etwa andere Übungen an einem Samstagmorgen statt, sei das gelegentlich schon anders, schmunzelte der Kommandant. Und so nebenher beantwortete er noch die Frage eines Feuerwehrsoldaten, ob die Fahrzeugsirene zu Demonstrationszwecken gestartet werden dürfe, konziliant mit einem «eher nein.» Das Blaulicht dagegen, das dürfe schon angeworfen werden.

Allzeit bereit

Was hatte doch Alex Eugster vom legendären Trio Eugster fürs Löschzugchörli Interlaken 1988 ersonnen: «Miir si vo dr Füürwehr, s’isch en alte Bruch: Immer wenn mer lösche sött, stoht eine uf em Schluch.» Eine Mär, nichts weiter als eine alte Mär. In Olten stand niemand auf dem Schlauch. Von den AdF jedenfalls nicht. Und wäre etwas Ernsthaftes gewesen: Die Regionalfeuerwehr Untergäu (RFU) wäre eingesprungen. «Das ist so üblich», nickte Stierli.