Olten
200 Besucher waren bei Live-Übertragung des Gottesdiensts aus der Stadtkirche dabei

Eine grosse Ehre widerfuhr der christkatholischen Kirchgemeinde Region Olten: Am Muttertag war die Stadtkirche St. Martin in Olten Mittelpunkt der Ausstrahlung des Radio- und Fernsehgottesdienstes.

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Pfarrer Kai Fehringer predigte im TV-Gottesdienst über das Thema Hirte und Schaf.

Pfarrer Kai Fehringer predigte im TV-Gottesdienst über das Thema Hirte und Schaf.

Geleitet wurde er von Pfarrer Kai Fehringer, assistiert von Diakon Patrick Zillig und Lektorin Brigitta Köhl. Organist Christoph Mauerhofer inszenierte dabei die von ihm komponierte Cäcilienmesse, die Singgemeinschaft Chorenschmaus unter der Leitung von Franziska Scherer sorgte für die musikalische Begleitung. Rund 200 Besucher waren erschienen. Bereits am Vorabend hatte die Crew von SRF sämtliche technischen Vorbereitungen für die Live-Übertragung getroffen.

Predigt zum Thema Hirte und Schaf

Kai Fehringer stellte den Themenkreis «Hirte und Schaf» ins Zentrum seiner Predigt und erläuterte mit den Worten des Propheten Jeremia das Verhältnis der Schafe Gottes zu seinen Hirten. «Man kann Schaf sein und Hirte sein; der Mensch hat beide Rollen», hielt Fehringer fest. Hirte könne man sein, wenn man seine Verantwortung als Vater, Mutter, Chef oder Jugendgruppenleiter wahrnehme, und dies sei nicht so einfach: Menschen veränderten sich, wenn sie Macht ausübten. Viele würden dann beginnen, die anderen zu drangsalieren.

«Dabei könnte man auf Augenhöhe miteinander reden und umgehen. Wir können gleichzeitig Hirte und Schaf sein, denn wir alle stehen in der Hand Gottes», erklärte der Pfarrer. Der eigentliche Hirte, so Fehringer weiter, sei Gott, respektive Jesus. Wenn man sich dies vor Augen führe, könne man sich selber zurücknehmen und Schaf sein. «Die Kernbotschaft lautet: Wir alle können Schaf und Hirte zugleich sein, wenn wir uns bewusst werden, dass wir uns in der Hand Gottes befinden», machte Fehringer deutlich. Der rund 50 Minuten dauernde Gottesdienst fand seinen Abschluss bei der gemeinsamen Kommunion.

Auch Neues soll Platz finden

Nach dem Gottesdienst stand Kai Fehringer SRF-Moderatorin und Theologin Christine Stark Red und Antwort. Der Pfarrer hielt dabei fest, dass die christkatholische Kirche für ihn Tradition und Moderne gleichermassen widerspiegle und betonte das für ihn Sinnliche der christkatholischen Liturgie. Auf die Frage, weshalb immer weniger Menschen zur Kirche gehen, meinte er: «Die Identifikation mit der Kirche fehlt häufig, und die Leute wollen nicht für etwas bezahlen, womit sie sich nicht identifizieren können. Die Kirche muss einen normalen Umgang mit den Gläubigen pflegen, dann reguliert sich manches.» Fehringer räumte ferner ein, dass in der Kirchenmusik auch Neuartiges wie Pop-Elemente Platz finden dürfen. «Sie können zwar bereichernd sein, aber sie sind oft auch gewöhnungsbedürftig und eine Geschmacksfrage.» Entsprechend sollten nicht zu viele Überraschungsmomente während eines Gottesdienstes auftauchen, «sonst wird die Messe zu einer Theater-Aufführung, und das wollen die Leute nicht. Aber unsere Kirchgemeinde ist offen für Anderes, Neues», hielt der Pfarrer abschliessend fest. (bw)