Wangen bei Olten

20 Jahre BOGG: Fast 2 Millionen Passagiere dazugewonnen

September 1999: Noch sind die Farben der Busse nicht in Blau/Weiss gehalten; nur das Banner rechts der Mitteltür weist vorerst auf die neue Unternehmung hin.

September 1999: Noch sind die Farben der Busse nicht in Blau/Weiss gehalten; nur das Banner rechts der Mitteltür weist vorerst auf die neue Unternehmung hin.

Der Busbetrieb Olten Gösgen Gäu feiert Geburtstag – so ist die Firma vor 20 Jahren entstanden.

1998 war es soweit: Da fusionierten die beiden regionalen Transportunternehmung Automobilgesellschaft Gösgeramt, gegründet 1927, und die Stadtomnibus Olten, gegründet 1933, zum Busbetrieb Olten Gösgen Gäu (BOGG). Eine Fusion, die zumindest gesellschaftlich keine hohen Wellen warf, weil die Kooperation unter den beiden Betrieben bereits eng war und 1993 etwa eine gemeinsame Tarifgemeinschaft umgesetzt wurde.

Das bedeutete: Mehrfahrtenkarten und Einzelbillette galten in beiden Gesellschaften. Die Einnahmen daraus gingen zu 80 Prozent an die Stadtomnibus AG, der Rest fiel an die Automobilgesellschaft Gösgeramt. Die seinerzeitige Fusion passierte auch im Kantonsrat einstimmig: Die Sprecherin der seinerzeitigen Umwelt-, Bau- und Wirtschaftskommission meinte während der Debatte, angesichts der defizitären Situation bei der Automobilgesellschaft Gösgeramt sei die Fusion «eine logische Konsequenz und betriebswirtschaftlich sinnvoll».

Auch die Frage, ob und wie viele Stellen der Fusion zum Opfer fallen würden, wurde klar beantwortet. Im Stellenetat würde eine 50-prozentige Buchhalterstelle abgebaut. Das bestätigte der damalige Verwaltungsratspräsident Jost Bitterli an der Generalversammlung 1999 der BOGG mit der Bemerkung. «Es sind keine grossen Kosteneinsparungen zu erwarten.» Aber die Fusion habe «die Marktstellung des Betriebs als die Transportunternehmung der Region gestärkt». Ein Überbleibsel der Fusion übrigens: Bis auf den heutigen Tag sind langjährige Chauffeure und Chauffeusen aus den beiden einstigen Unternehmen nicht in derselben Pensionskasse versichert.

Nun also lädt die BOGG am kommenden Samstag zum Tag der offenen Tür ins Hauptdepot Wangen. Wie viele kommen werden? Toni von Arx, Geschäftsleiter des BOGG, zuckt mit der Schulter. «Schwierig zu sagen», meint er dann. Aber das Programm sei ein Attraktives.

Old- und Futuretimer

Oldtimerfahrten sind das eine, eigentlich ein bekanntes Element für solch öffentliche Veranstaltungen und erst noch populär dazu: Denn die «Berna 4 UOP» mit Jahrgang 1946, die sich übrigens auch mieten lässt, wie von Arx sagt, verspricht das nostalgische Fahrgefühl. Ganz zu schweigen vom Smartshuttle, dem selbstfahrenden kleinen hübschen Postauto, welches auf dem Firmengelände einen Rundkurs mit Haltestellen absolviert. «Meines Wissens gabs das noch nie an einem Tag der offenen Tür,» mutmasst von Arx, der davon ausgeht, das sich gwundrige Besucher dem Shuttle in den Weg stellen werden, um so zu testen, inwieweit das selbstfahrende Gefährt auch hält, was es verspricht.

Wer schon auf Bremsmanöver aus ist: Im TCS-Simulator lassen sich Situationen nachstellen, wie sie ab und an im regulären Fahrbetrieb der BOGG vorkommen. «Selbst bei langsamer Fahrt kann eine brüske Bremsbewegung zu Stürzen im Wageninnern führen, die keineswegs harmlos enden müssen», verrät von Arx. Deswegen sind die im Wagen angebotenen Haltegriffe während der Fahrt unbedingt zu nutzen. «Vor allem jüngere Fahrgäste zeigen sich bisweilen wagemutig und meinen, speziell bei langsamer Fahrt einen plötzlichen Stopp auffangen zu können. Mitnichten.»

Wie soll das Interieur der derzeit 43-teiligen Flotte in Zukunft aussehen? Auch dabei können die Besucher mitwirken. «Es hat sich nämlich gezeigt, dass die Ausgestaltung des Wageninnern die dortige Atmosphäre entscheidend mitprägt», sagt von Arx. Vor Ort ist die Lantal Textiles AG mit Sitz in Langenthal, ein international tätiges Schweizer Unternehmen, welches auf den Gebieten Design, Herstellung und Vertrieb von Textilien und Dienstleistungen etwa für Busse tätig ist. Die Lantal wird am Tag der offenen Tür einige Entwürfe vorstellen und das Publikum fragen: «Welcher Sitzbezug gefällt Ihnen am besten?» Die Beantwortung versteht sich als Teil eines Wettbewerbs.

Natürlich widmet sich der Tag der offenen Tür auch den verschiedenen Antriebsarten Gas, Diesel und Strom. «Von der heutigen Flotte mit 43 Fahrzeugen werden ein gutes Dutzend mit Erdgas angetrieben», sagt von Arx. Rund die Hälfte aller Fahrzeuge erfülle die Abgasnorm 5. und 6. Auch der Erdgasbus korrespondiere bereits heute mit der EEV-Norm (Norm für besonders umweltfreundliche Fahrzeuge). «Er ist bezüglich Leistung, Reichweite, Fahrverhalten und Zuverlässigkeit absolut mit dem Dieselbus vergleichbar», meint der Geschäftsführer. Daneben wird der frisch gebackene Schweiss-Weltmeister Ian Räz (wir berichteten) in der Werkstatt Kostproben seines Könnens zeigen.

Blick in die Einsatzleitstelle

Busse fahren bekanntlich nicht einfach so, sondern koordiniert. Auf der Einsatzleitstelle werden diese Dienste überwacht, Informationen entgegengenommen und entsprechende Massnahmen koordiniert. Auch diese Stelle wird zugänglich sein. «Wir hoffen doch, dass die Besucher mit dem öV anreisen», sagt von Arx. Für alle andern steht eine beschränkte Anzahl Parkplätze beim Werkhof Wangen bei Olten zur Verfügung. Und der Hunger? Was gibts zu schnabulieren? Grosses Geheimnis. Nur so viel verrät von Arx im Voraus: «Nicht Wurst und Brot.» (otr)

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