Däniken
15 Jagdlehrlinge helfen bei der Aufforstung der Studenweid

Das ehemalige Grubengebiet wurde am Samstag mithilfe der angehenden Jägerinnen und Jäger des Hegerings Olten-Gösgen-Gäu aufgeforstet. So soll sich die Kiesgrube in Zukunft in eine Heckenlandschaft verwandelt und die Landschaft vernetzen.

Roland Büttiker (Text und Foto)
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Daniel Kleger erklärt den Jagdlehrlingen, wo die 2000 Sträucher angepflanzt werden sollen.

Daniel Kleger erklärt den Jagdlehrlingen, wo die 2000 Sträucher angepflanzt werden sollen.

zvg

Pro Sekunde wird heute in der Schweiz ein Quadratmeter Land verbaut. Pro Tag sind das zehn Fussballfelder. Mit jedem Baum, der gefällt wird, verschwindet Artenvielfalt. Umso positiver ist es, wenn jetzt aus einem früher genutzten Areal etwas für die Natur gemacht wird.

Mit der Aufforstung der Studenweid in Däniken wird neuer Lebensraum für Tiere und Insekten geschaffen. Hecken sind in der offenen Landschaft Rückzugsgebiete für viele Tierarten und weisen dementsprechend einen grossen Artenreichtum an Pflanzen und Tieren auf.

Eine so angelegte Hecke wird nicht nur bevorzugter Aufenthaltsort und geschützte «Kinderstube» für Feldhase und Rehwild, sondern auch ein bevorzugter Lebensraum für zahlreiche Vogelarten, Kriechtiere, Kleinsäuger und Insekten.

2000 Pflanzen

Das Gebiet Studenweid, welches nördlich vom ehemaligen Postzentrum in Däniken liegt, war in früheren Jahren bewaldet. Danach wurde eine Zeit lang Kies abgebaut. Nachdem es die Bürgergemeinde Däniken erwarb, soll es jetzt in eine Heckenlandschaft umgewandelt werden, die eine Vernetzung von der Kiesgrube zum Wald herstellen soll.

Frank Leuenberger, Bürgergemeine- und Forstpräsident, begrüsste im Werkhof Werderamt die angehenden Jägerinnen und Jäger des Hegerings Olten-Gösgen-Gäu, die sich für die Aufforstung der Studenweid zur Verfügung gestellt haben. Frank Leuenberger erklärte: «Ziel ist es die ehemalige Kiesgrube aufzuforsten und so die Landschaft wieder zu vernetzen. Dabei sollt ihr Jagdlehrlinge viel Wissenswertes über den Heckenanbau und die Sträucher erfahren.» Nach der kurzen Begrüssung ging es auf zur Studenweid.

Dort angekommen übernahm Daniel Kleger, Leiter Forstbetrieb Werderamt, das Kommando. Der Förster gab den Jagdlehrlingen Instruktionen und zeigte ihnen vor, wie die Anpflanzung im Detail geschehen soll. Danach war die Reihe an den zukünftigen Jägerinnen und Jäger. Das Heckensortiment mit 2000 Pflanzen, das von der Firma Leuta Tankrevisionen AG anlässlich ihrem 50. Firmenjubiläum gespendet wurde, lag bereits vor Ort.

Vorgängig wurden auf dem Gebiet acht Blöcke zwischen 280 und 350 Quadratmeter sowie Schneisen zwischen den Blöcken von fünf Metern ausgeschieden. In jedem Block mussten dann etwa 280 Pflanzen gesetzt werden.

Nur einen Samstag benötigt

In der Mitte des Rechtecks wurde eine Reihe Schwarz- und Weissdorn angepflanzt. Dann kamen mit einem Meter Abstand und versetzt beidseitig Reihen mit beerentragenden Sträucher, wie etwa Pfaffenhut oder gemeines Geissblatt. Die äusserste Reihe bildete dann die gemeine Heckenrose. Dazu wurden noch ein paar Speierlinge gepflanzt, die speziell gegen Verbiss durch Rehe geschützt wurden. Die Naturwiese zwischen den Blöcken kann der Landwirt zur Grasgewinnung nutzen. Vorgesehen für die Aufforstung waren zwei Samstage.

Die Jagdlehrlinge legten sich bei idealen Bedingungen so vorbildlich ins Zeug, sodass am Abend alle Pflanzen gesetzt waren. Das ist umso erstaunlicher, musste doch für jeden Strauch ein Loch gegraben und danach jede Pflanze sorgfältig eingepflanzt werden. Daniel Kleger war dann auch über die Leistung der Jagdlehrlinge höchst erfreut. Er erklärte abschliessend: «Ihr habt eine super Arbeit geleistet, jetzt ist die Natur dran. Es wird eine grosse Freude sein, zu sehen, wie diese Aufforstung sich in Zukunft entwickelt. Die Wildtiere werden diese Heckenlandschaft sicher umgehend in Beschlag nehmen.»

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