1. ... einen Parkplatz finden.
Sonst wird ja aus dem Chilbi-Abenteuer nichts. Einen Solchen zu finden kann ganz schön schwierig sein. Vor allem an einer Chilbi, die viele Leute anzieht, wie zum Beispiel «Chappu». Wer stockendem Verkehr oder engen Parkplätzen auf Kuhweiden entgehen, oder sich mehr als nur ein Glas Wein zu Gemüte führen will, kommt am besten mit dem öffentlichen Verkehr oder lässt das Auto stehen und fährt mit dem Taxi nach Hause.

2. ... ein Bier trinken.
Vorzugsweise eines in Offenausschank. Alternativ darfs auch ein Cüpli oder ein Glas Wein sein. Morgens um drei Uhr tuts auch ein alter Partyklassiker wie Vodka-Redbull.

3. ... auf (mindestens) eine Bahn gehen.
Egal ob «Butschibahn», Riesenrad oder Karussell, egal ob in Olten, Hägendorf oder Kestenholz. Das Ziel eines jeden richtigen Luna-Park-Fans sollte stets sein, die beste Bahn der Chilbi ausfindig zu machen. Tipp für Teenager: Beim «Butschibahn»-Fahren kann auch gut der oder die Angebetete beeindruckt werden.

4. ... mindestens fünf alte Bekannte oder Heimweh-Dorfbewohner antreffen.
Und sich mit ihnen über die gemeinsam verbrachte Schulzeit bei den im Rückblick meistens doch nicht so strengen Lehrern auslassen oder ganz allgemein über die guten alten Zeiten unterhalten. Auch die Veränderungen im Dorf dürfen hierbei nicht vergessen gehen. Auswärtige dürfen die Einheimischen dabei beobachten.

5. ... einen seriösen Rundgang durch alle Marktstände machen.
Dabei Raritäten, Schnäppchen und Selbstgemachtes entdecken. Oder sich fragen, wer denn an einer Chilbi wirklich Bettwaren und Cheminées kauft?

6. ... Löösli kaufen.
Hastig jedes der erworbenen zehn Löösli öffnen und am Schluss enttäuscht sein, weil doch nur ein Shampoo und ein Glas Erdbeerkonfitüre herausschaut.

7. ... sich überraschen lassen.
Wie zum Beispiel von den «Dorfstrossbuebe» in Kappel: Letztes Jahr beeindruckten sie mit einer (nicht ganz ungefährlichen) fahrenden Bar, dieses Jahr ist es eine Bar, die wie eine Brücke über die Dorfstrasse führt.

8. ... Zuckerwatte essen.
Oder Magenbrot. Oder Nidletäfeli. Hauptsache etwas essen, was man nur an einer Chilbi findet. Ganz besonders zu empfehlen sind die frischen, noch warmen Berliner der Bäckers-Familie Unternährer. Dazu gehört selbstverständlich auch das Abklappern sämtlicher Steak-, Spaghetti und Raclette-Buden der Chilbi. Chilbis sind auch ein wahres Paradies für kleine und grosse Schleckzeug-Fans: Lollipops, Gummibärchen, saure Apfelringe – Süsses, so weit das Auge reicht.

9. ...sich an der Schiessbude austoben.
Laden, aufziehen, zielen, schiessen. Wers nicht kann, der hat ein paar Franken verloren. Wers kann, bringt dem Schatz einen überdimensionalen Teddy oder einen Affen heim und schlendert damit anschliessend stolz durch die Strassen der Chilbi. Oder auch peinlich berührt, je nach Auffassung.

10. ...sich im Glücksspiel versuchen.
Am Glücksrad drehen, Entchen fischern, Schnüre ziehen. Wem dies zuwider ist, darf sich gerne den Punkten 4 oder 9 widmen. Oder den testosterongeladenen meist jungen Männern beim Box-Schlag gegen die Maschine zusehen.

11. ...morgens um zwei Uhr Schweizer Hits schmettern.
«Ewigi Liebi», «Alperose» und «W. Nuss vo Bümpliz» kommen immer gut an. Nach ein paar Bieren intus fällt es dem Chilbi-Besucher auch leichter und mancher schunkelt mit. Irgendeinmal kann es auch sein, dass dieser seine «Hemmige» verliert und lauthals mitsingt.

12. ... den «Chöubibatzen» oder «Chöubicheque» verprassen.
Als Kind ist dies ein Fünfliber, den man kurz vor Beginn der Chilbi von den Grosseltern zugesteckt bekommt. Heimlich, sodass es die Eltern ja nicht sehen. Als Erwachsener handelt es sich dabei wohl eher um Noten, gelbe, rote, grüne, und wohl am meisten um blaue.

13. ... Duzis machen.
Mit jemandem, den man vorher nicht kannte und sich später wohl nicht mehr erinnern wird, dass man ihn je an der Chilbi getroffen hat.

14. ... Chilbi-Luft schnuppern.
Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Einer mag den Duft von gebrannten Mandeln, ein anderer jener von einer Bratwurst auf dem Grill. Eines ist klar: Es ist genügend da.

15. ... sich heimisch fühlen.
Mit leeren Portemonnaie und vollem Bauch nach Hause gehen. Zu Fuss, selbstverständlich, schliesslich besucht man ja die dorfeigene Chilbi. Und sich bereits auf die nächstjährige Ausgabe freuen. (otr/rb)