Amtsgericht Olten-Gösgen
14 Monate unbedingt: «Wandelnder Drogenkiosk» muss hinter Gitter

Das Amtsgericht Olten-Gösgen verurteilt einen 30-jährigen Schweizer zu einer Freiheitsstrafe von 28,5 Monaten, davon muss er 14 Monate im Gefängnis absitzen. Er hat sich des wiederholten Drogenhandels schuldig gemacht.

Rahel Bühler
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Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der Angeklagte des wiederholten Drogenhandels schuldig gemacht hat.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der Angeklagte des wiederholten Drogenhandels schuldig gemacht hat.

Keystone

Als wandelnden Drogenkiosk hat Amtsgerichtspräsident Pierino Orfei den angeklagten Armin I.* in der Hauptverhandlung vom 20. Juli 2017 bezeichnet. Auch in der Urteilsverkündung von Mittwoch wich er nicht von dieser Bezeichnung: «Er hat sich mit seinen Aussagen unglaubwürdig gemacht.»

Der Einwand des Beschuldigten, wonach die Drogen, die wiederholt bei ihm sichergestellt wurden, nur für den Eigenkonsum gedacht seien, liess das Gericht nicht gelten. Es verurteilt Armin I. zu einer Freiheitsstrafe von 28,5 Monaten und einer Busse von 500 Franken. Die Staatsanwaltschaft hatte 30 Monate gefordert.

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Ins Gefängnis muss Armin I. nur 14 Monate. Die restlichen 14,5 Monate werden aufgrund von «besonders günstigen Umständen» auf eine Bewährungszeit von vier Jahren ausgesetzt. Diese kommen bei Armin I. zum Tragen, weil das Gericht eine Besserung seines Suchtverhaltens und Lebensstil als realistisch erachtet. Zudem muss sich der Verurteilte in Behandlung der Suchthilfe begeben und ihm wird ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt.

Freispruch vom gewerbsmässigen Diebstahl

Verurteilt wurde Armin I. auch wegen mehrfachen Diebstahls, Hausfriedensbruch, Littering, mehrfacher Verwendung eines Töfflis ohne Führerschein und Ungehorsam gegen die Polizei. Freigesprochen wurde er hingegen vom Vorhalt des gewerbsmässigen Diebstahls. Eine Anzahl von zwei Diebstählen mit erheblichen Deliktsummen reiche nicht aus, um für gewerbsmässigen Diebstahl verurteilt zu werden, führte Orfei weiter aus.

Des Weiteren freigesprochen wurde er vom Anklagepunkt der Sachbeschädigung, des Diebstahls eines Portemonnaies an der Aare und der Übertretung des Chemikaliengesetzes. Der Angeklagte nahm das Urteil ruhig entgegen. Es ist noch nicht rechtskräftig.

* Name der Redaktion bekannt.