Olten

14-Jährige gewinnt den Guetzli-Wettbewerb mit altem Rezept

Tabea Kaiser, eine 14-jährige Schülerin aus Starrkirch-Wil, überzeugte beim Wettbewerb mit dreidimensionalen Tannen-Guetzli und wird Guetzli-Königin.

Menschen, wie aus dem Film Aladdin, führen eine kleine Kamel-Karawane durch die Kirchgasse. Eine Weihnachtsfee, ganz in Weiss und Glitzer, begrüsst auf hohen Stelzen mit langsamen Armbewegungen und einem Non-Stop-Lächeln Besucher, die den Weg ins Märchenzelt, zu den Punch-ausschenkenden Engeln, ins Karussellzelt oder ins Weihnachtschalet «Chez Rahel et Stef» noch nicht gefunden haben.

Rolling Santa - «Samichläuse» fahren auf Motorrädern durch Olten

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Alle Läden hatten am Sonntagnachmittag zudem geöffnet – Advents-Sonntagsverkauf. Ja, die Kulisse stimmte – auch für den alljährigen Guetzli-Wettbewerb.

Mit 29 Guetzli-Sorten – acht mehr als letztes Jahr– durfte sich die siebenköpfige Jury dieses Jahr auseinandersetzen: von auf Tannenzweigen graziös angerichteten Weihnachts-Macarons bis zu politischen Finanzloch-Guetzli, die optisch den Willisauer Ringli erinnerten, und den Oltner Weihnachtsbeleuchtungs-Guetzli mit zweigeteilter Füllung.

Dabei war natürlich jedem Teilnehmenden (darunter sieben Männer) klar: Meine sind die Besten. Das entscheidende Urteil gehörte aber den Juroren, die mehrheitlich aus der Branche stammen. Zwei Stunden hatten sie dafür Zeit. Im geschlossen Kreis im Kunstmuseum, vor den Schaufenstern – zur Freude von jungen und alten Schaulustigen, die immer wieder gespannt ihre Nase an die Fenster drückten.

Weihnachten fehlt

«Die Teilnehmer decken immer weniger den Aspekt der Weihnachtlichkeit ab», hiess es während der Beurteilung im Jury-Kreis. Die Guetzli seien immer häufiger Werke ohne Bezug zu Weihnachten. Dies fanden alle schade. Eine – auf eigenem Wunsch anonyme – Stimme aus der Jury, meinte sogar: «Mich hat kein Guetzli richtig überzeugt.»

Chefjuror Ruedi Schärli (Entwicklungschef Wernli) hingegen füllte sich am Schluss noch eine kleine Schachtel mit den restlichen Guetzli. «Klar lasse ich mich von speziellen Geschmackskombinationen inspirieren», sagt er. Sie gleich nachzumachen sei aber schwierig, da diese Guetzli nur frisch diesen Geschmack hätten. In der Industrie sei halt die Haltbarkeit ein wichtiger Punkt.

Eine kleine Überraschung gab es bei der Bekanntgabe der Gewinnerin. Zwei Mal musste Schärli schauen, als beim Gewinnernamen Tabea Kaiser die 14-jährige Schülerin aus der Menge nach vorne kam, um die Stadtgutscheine im Wert von 500 Franken entgegenzunehmen.

Sie strahlte mit ihrer mit blauen Gummi umrahmten Zahnspange in die Kameras, während den älteren Teilnehmern die Mundwinkel herunterfielen. Bereits letztes Jahr schnappte sich die Sek-P-Schülerin aus Starrkirch-Wil den dritten Preis. «Ich backe aber eigentlich nicht so oft», sagt Tabea Kaiser. Den Aufbau des dreidimensionalen Tannen-Guetzli habe sie aus einem Heftli.

Das Rezept habe sie aber abgeändert. «Ich mag lieber Spitzbubenteig und Erdbeer-Confi», sagt sie. «S Mami hat nur ein wenig beim Rühren geholfen, das ist ziemlich anstrengend», sagt die 14-Jährige und atmet aus. Bei der Frage, was sie mit den Gutscheinen vorhabe, muss sie nachdenken. «Sicher ein paar Bücher kaufen».

Die anwesende Mutter, die ihren Mann Klaus Kaiser (Koch und Geschäftsleiter Suteria Olten) beim Organisieren des Wettbewerbs unterstützt, ist stolz über den Sieg der Tochter: Tabea backe oder koche nicht oft, wenn sie es aber tue, dann richtig. «Sie schaut dem Vater in der Küche oft und gerne zu», so das stolze Mami und fügt hinzu: «Sie hat schon sehr früh gelernt, dass das Auge mitisst.»

Guetzli-Wettbewerb in Olten: Präsentation des Lucky Loosers

Präsentation des Lucky Loosers

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