Ab kommender Legislatur zählt das Gemeindeparlament Olten noch 40 Sitze. Der Souverän hatte im Rahmen der Teilrevision Gemeindeordnung die Verkleinerung der Legislative um 10 Sitze an der Urne gutgeheissen.

Die Gegnerschaft eines verkleinerten Parlaments hatte befürchtet, die Mandatsreduktion würde das Verschwinden der kleineren politischen Gruppierungen begünstigen; die Befürworter dagegen versprachen sich von der Reduktion einen Effizienzgewinn.

Und jetzt: Hat die reduzierte Mandatszahl auf die Anzahl der Namen auf den Wahllisten durchgeschlagen? Keine Spur: Mit 125 Bewerbenden für die Legislative wird gar die Rekordzahl im neuen Jahrtausend geknackt. Vor vier Jahren bewarben sich 98 Personen, davon 32 Frauen, um die 50 Sitze, nachdem die Jahre 2009 (106 Bewerbende) und 2005 (116 Bewerbende) regelrechte Rekordjahre bedeuteten.

Heute sind es, nachdem am Montag um 17 Uhr die Anmeldefrist abgelaufen ist, insgesamt 47 Frauen und 78 Männer.

Bezüglich der Geschlechterquote aber bewegt sich auch das Wahljahr 2017 im Schnitt. Knapp zwei Drittel der Bewerbenden sind jeweils Männer. Tendenziell aber steigt der Frauenanteil doch kontinuierlich an.

46 der Kandidierenden sind übrigens Bisherige; mindestens ihrer 6 werden wegen der reduzierten Mandatszahl also über die Klinge springen müssen und ihr Mandat verlieren.

Nicht mehr antreten dagegen werden Stephan Hodonou (EVP, seit 2005 im Rat), Max Husi und Sarah Früh (beide FDP, seit 2015 beziehungsweise 2011 im Rat) sowie Marcel Steffen (CVP, seit 2008 im Rat).

Mehr Listen

8 Listen standen vor vier Jahren zur Wahl, heuer sinds deren 9. Hinzugekommen ist «Olten jetzt!». Bekannteste Namen aus der Gruppe dürften jene von Daniel Kissling (Coq d’Or) und Tobias Oetiker (2-Stunden Lauf) sein. «Olten jetzt!» tritt mit einer 20-er Liste an und liegt damit, was die Zahl der Kandidierenden angeht (darunter 6 Frauen), an der Spitze.

Mit 19 Bewerbungen (davon 7 Frauen) stellt die FDP unter den etablierten Fraktionen im Gemeindeparlament zahlenmässig das stärkste Kontingent, knapp gefolgt von der Jungen SP mit 17 Bewerbenden (davon 6 Frauen) und deren Mutterpartei, der SP mit 16 Kandidierenden (davon 6 Frauen). Die Grünen treten mit 14 Bewerbenden (davon 5 Frauen) an und die SVP schickt 13 Kandidierende (davon 5 Frauen) ins Rennen.

Mit 11 Kandidierenden (davon 5 Frauen) kann die CVP für sich in Anspruch nehmen, unter den tradierten Parteien den höchsten Frauenanteil verzeichnen zu können. Lediglich deren Fraktionspartner, die EVP, schickt anteilsmässig noch mehr Frauen ins Rennen, nämlich deren 5 von 8 Kandidierenden. Das ungünstigste Frau/Mann-Verhältnis weist ausgerechnet der Neuling, die Gruppe «Olten jetzt!» auf. 30 Prozent in der Gruppe sind Kandidatinnen.

Langjährige Parlamentarier

Inwiefern sich die Fraktionsstärken durch die Reduktion der Mandatszahl verschieben werden, bleibt offen. Bislang war die SP die stärkste Fraktion mit 13 Mandaten, gefolgt von der FDP mit deren 12. Es folgten SVP und CVP mit je 7 Mandaten; die Grünen erreichten deren 6.

Wenig überraschend treten die Parteien bis auf wenige Ausnahmen mit ihren bisherigen Mandatsträgern an; der Methusalem unter ihnen ist mit Sicherheit Max Pfenninger, der seit 36 Jahren für die FDP im Rat mitwirkt.

Auch Arnold Übelhart kann auf eine stolze Zahl an Amtjahren zurückblicken. Der Sozialdemokrat ist seit 24 Jahren mit dabei. Beide, Pfenninger und Übelhart, sind Mediziner.