MenschOlten!
1000 Kleinbetriebe sollen von der Kampagne profitieren

Die diesjährige Kampagne von MenschOlten! zur Fastenzeit will die Lebensgrundlagen der kambodschanischen Pfefferbauern verbessern.

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Die kambodschanischen Pfefferbauern sollen mit Hilfe von Spenden aus der Schweiz besser geschult werden.

Die kambodschanischen Pfefferbauern sollen mit Hilfe von Spenden aus der Schweiz besser geschult werden.

zvg

Aus den Geschäften sind wir es uns gewohnt, dass wir jeden Tag aus einer Vielzahl an Lebensmitteln auswählen können. Auch frisches Gemüse steht uns das ganze Jahr zur Verfügung. Doch was bedeutet das für unsere Umwelt? Das Netzwerk Olten im Wandel hat sich zu mehreren Themen entlang der Gemüseproduktion Gedanken gemacht.

«Ich ernte, was ich säe» ist ein Leitgedanke des diesjährigen Fastenkalenders. Nach diversen Fusionswellen kontrollieren heute allerdings drei Firmen 60 Prozent des weltweiten Saatgutmarktes. Diese Firmen kontrollieren somit direkt, was angebaut wird und welche Gemüsesorten wir konsumieren. Dadurch geht eine Fülle an Diversität verloren. Statt über 80 Tomatensorten, wie sie zum Beispiel an Setzlingsmärkten von der Stiftung Pro Specie Rara angeboten werden, gibt es im Grosshandel keine 10 Sorten mehr. Mit der Konzentration wieder vermehrt auf den lokalen Gemüseanbau könnte das eigene Saatgut erhalten und miteinander getauscht werden. Dadurch könnte zudem die Vielfältigkeit unserer Gemüsesorten besser für künftige Generationen erhalten werden. Saatgut mit einer hohen Diversität hilft ebenso bei der Anpassung an den Klimawandel. Die Pflanze kann etwa besser mit trockenen Sommern umgehen, weil sie sich über die Jahre an die lokalen Bedingungen anpasst.

Das Projekt Garten für Alle setzt seit mehreren Jahren bei diesem Thema an. Menschen mit Interesse daran, ihr eigenes Gemüse anzubauen, bewirtschaften verschiedene aktuell ungenutzte Parzellen in der Stadt Olten. Das Projekt organisiert jedes Jahr auch Saatgut- und Setzlingstauschbörsen im Begegnungszentrum Cultibo. Dadurch wird Saatgut unter Gleichgesinnten in und um Olten getauscht, weiterverbreitet und die Diversität weiter gefördert.

Auch nach der Ernte gibt es noch Potenzial für eine nachhaltigere Gemüseproduktion. Heute wird über ein Drittel der Lebensmittel entsorgt. Ein Grund dafür ist unförmiges Gemüse, welches im Grosshandel nicht gewollt ist. Ein weiterer Grund für die Verluste nach der Ernte sind Produktionsüberschüsse, die nicht weiterverwendet werden. Es fehlt leider an Anreizen, diese Überschüsse oder unförmigen Gemüse zu verwenden. Hier setzen die Projekte Essen für Alle und RestEssBar vom Verein Olten im Wandel an. Beide Projekte sammeln Lebensmittel und geben diesen eine zweite Chance. Beim Essen für Alle wird jeweils am letzten Sonntag im Monat im Cultibo in Olten ein Buffet gekocht. Bei der RestEssBar werden die Lebensmittel zu öffentlichen Kühlschränken gebracht und können dort von allen bezogen werden.

Ein Lichtblick bei der Lebensmittelverschwendung sind Projekte mit Direktvertrieb. Die diesjährige ökumenische Kampagne von MenschOlten! unterstützt darum kambodschanische Pfefferbäuerinnen und -bauern. Durch gezielte Schulungen sollen die Lebensgrundlagen verbessert werden. Zum Beispiel sollen heutige Nachteile wie Darlehen zu schlechten Konditionen oder die undurchsichtigen Vertriebskanäle, bei denen ein grosser Teil der Wertschöpfung bei den Zwischenhändlern hängen bleibt, aus dem Weg geschaffen werden. Damit können rund 1000 Kleinbauernbetriebe von einer besseren Stellung profitieren. So macht der nächste Dreh an der Pfeffermühle noch mehr Freude. (mgt)

Hinweis
Ökumenischer Gottesdienst zur Fastenzeit mit Antonia Hasler, Kai Fehringer und Uwe Kaiser und dem Martins-Chor am Sonntag, 8. März, um 10 Uhr in der Friedenskirche Olten, anschliessend Mittagessen im Pfarrsaal von St. Marien.