Und was er schon mit 95 Jahren sagte, als er zusammen mit seiner im Jahr 2011 verstorbenen Gemahlin Ruth das seltene Jubiläum der Steinernen Hochzeit (70 Jahre) feiern konnte, das hält er bis heute wortgetreu aufrecht: «Ich hätte nie gedacht, so alt zu werden.»

Und dann folgte die schon fast prosaisch anmutende Bemerkung: «Und dann ists halt mal so weit.» Er erwähnte dies auch am Mittwoch am Rande des traditionellen Geburtstagsbesuchs der Solothurner Regierung.

Fast nicht möglich

Hans Hohlers Schaffen zu würdigen: schier nicht möglich. Primarlehrer, Sekundarlehrer, Theatermann, schriftstellerische Arbeiten und redaktionelle Mitarbeit beim Schulblatt AG/SO, über drei Jahrzehnte Präsident der hiesigen Theaterkommission, Aktuar und später Präsident der christkatholischen Kirchgemeinde. Um bloss einiges zu nennen.

Als sein liebstes Genre aus diesem breit gefächerten Tätigkeitsfeld bezeichnete er seinerzeit an seinem 90. Geburtstag dasjenige des Theatermachens. «In Sachen Theater fühle ich mich ganz zu Hause», meinte er damals.

Noch heute ist der 100-Jährige nicht selten zu Fuss in Olten unterwegs. Er gilt in der Stadt als «Vater Hohler», eine liebevolle Etikettierung des Seniors, der auch schon mal an Klassenzusammenkünfte ehemaliger Schüler eingeladen wird – und diese Einladungen selbstverständlich auch annimmt.

Über die möglichen Ursachen, welche einen Menschen wie Hans Hohler in solch bewundernswerter Lebendigkeit alt werden lassen, hält der Jubilar so seine durchaus einleuchtenden Erklärungsversuche bereit: «Vielleicht ist es auf meine natürliche Neugierde auf das Leben und die Menschen zurückzuführen. Diese Neugierde nämlich gibt mir Kraft, mein Leben auf eine besondere Art zu gestalten.»

Er liebe halt jede Art von Anregung, die Geist und Seele wach halten würden. Das erklärt unter anderem auch sein waches literarisches Interesse.

Noch im Alter von 90 Jahren antwortete er auf die Frage, was er in seinem Leben gegebenenfalls anders machen würde: «Ich würde studieren. Mein Wissensdurst war immer gross. Ein Studium wäre für mich also doch eine vertiefende Möglichkeit gewesen.»

1947: Wahl nach Olten

Dass Olten ab 1947 zur definitiven Heimat wurde, lag an der Tatsache, dass Hans Hohler hier eine Lehrerstelle antrat. Nein, er habe diese Wahl nie bereut, erklärte er einst auf eine entsprechende Frage. Und dass er Olten als Wirkungsort nicht als die einsame Insel empfand, davon hat der Jubilar durch seine Engagements Zeugnis abgelegt.

Die Stadt hat ihm sein Engagement gedankt. Hans Hohler ist mehrfacher Preisträger: 1978 erhielt er den Preis der Stiftung Pro Olten «für hohe Verdienste um Olten», 1995 kam der städtische Anerkennungspreis hinzu.

Jahre zuvor hatte er gar den Kulturpreis des Kantons verliehen bekommen. Wie fasste Oltens Stadtpräsident Martin Wey doch zusammen: «Hans Hohler hat sich stark ins gesellschaftliche Leben eingebracht.»