Letzten Freitag berichtete diese Zeitung als 1.-April-Scherz, dass die Oltner Stadtkirche zum Partytempel mit angehängtem Café würde. Zumindest die letzte Idee könnte sich diesen Sommer sogar erfüllen: Mike Zettel, umtriebiger Inhaber der Oltner Event-Firma Kein Ding GmbH, wollte zur Kirchgasse-Eröffnung vor drei Jahren eine Café-Lounge eröffnen mit je 20 Innen- und 50 Aussensitzplätzen.

Ein Konzept mit Namen «Stadtpavillon» mit erster Visualisierung war bereits aufgesetzt (siehe unten), erste Rückmeldungen aus dem Stadthaus waren positiv, doch schliesslich kam es dann doch nicht dazu. 

Eine Visualisierung eines Café-Lounge, wie sie laut Konzept vor drei Jahren ausgesehen hätte.

Eine Visualisierung eines Café-Lounge, wie sie laut Konzept vor drei Jahren ausgesehen hätte.

Was war der Grund? Die Café-Lounge wäre ursprünglich hinter der Kirche gegenüber vom Coop City an der Ecke Baslerstrasse/Konradstrasse zu stehen gekommen. Die Christkatholiken, denen das Areal rund um ihre Kirche ebenfalls gehört, haben damals ihr Veto eingelegt. «Obwohl sie die Idee grundsätzlich gut fanden», sagt Mike Zettel.

Wegen der anstehenden Renovation hätten sie Bedenken geäussert, der Pavillon könnte dem Umbau im Weg stehen. Seither sind drei Jahre vergangen, und die Sanierung hat noch nicht begonnen. Nun ist sie für diesen September terminiert. «Im Nachhinein denke ich, hätte man den Pavillon drei Jahre aufstellen können und für die Zeit der Sanierung rückgebaut.» 

Testbetrieb für diesen Sommer?

Die Finanzierung durch einen Investor war gesichert, ein Pavillon hätte aus zweiter Hand übernommen werden können, eine Geschäftsführerin für den Betrieb war ebenfalls schon bestimmt. Die Betreiber um Zettel hätten den Christkatholiken für die Platznutzung eine Miete bezahlt, sie wären sogar einen Fünfjahresvertrag mit Option eingegangen. Auch am Umsatz wären die Christkatholiken beteiligt worden.

Nun könnte sich Zettel vorstellen, eine Art Café-Lounge light als Testbetrieb für diesen Sommer erneut zu lancieren, um die Kirchgasse zu beleben. «Die Sache lag zwar bisher in der Schublade, aber die Grundidee stimmt immer noch», sagt der Event-Manager. Diesmal würde er den Stadtpavillon aber nicht mehr hinter, sondern vorne bei der Stadtkirche aufbauen. Sonne und Laufkundschaft sind da garantierter.

Als Testbetrieb könnte er sich einen umgebauten Schiffscontainer vorstellen, der relativ schnell hergerichtet wäre – und Ende Sommer auch schnell mal wieder abgebaut. «Die Kosten müssten wir erneut abklären», sagt Zettel. Vor drei Jahren ging er von X Franken/fünfstellige Investitionssumme aus. Wichtig wäre ihm zudem, dass «wir etwas aufstellen, was zur Stadtkirche passt». Eine Absprache mit der Kirche sei unumgänglich.

Was sagen die Christkatholiken selbst zur Idee? Die geben sich vorerst zurückhaltend. Man beginne spätestens im September mit der Aussenrenovation, sagt Kirchgemeindepräsidentin Brigitta Köhl, «ob diese Zeit bis dahin für eine Zwischennutzung reicht, ist fragwürdig». Bei der nächsten Kirchgemeinderatssitzung würden sie die Sache genauer anschauen.

Käme ein Testbetrieb für diesen Sommer zustande, gäbe es für Zettel noch zwei Hürden zu überspringen. Zum einen müsste er den damaligen Investor anhauen, ob er an seiner Idee immer noch Interesse zeigte. Zum anderen kurzfristig einen Geschäftsführer auftreiben, der eventuell in Zusammenarbeit mit einem bestehenden Gastrobetrieb die Café-Lounge unter sich hat.

Ein weiteres Café in der Kirchgasse kommt in der Szene selbst gut an. Stef Dietschi, Pächter der Café/Bar Gryffe, würde eine Belebung begrüssen. «In der Kirchgasse darf es mehr davon haben.» Das wäre in seinen Augen keine Konkurrenz, sondern eine Erweiterung des Angebots. Als möglicher Partner für eine Café-Lounge vor der Stadtkirche sieht er sich allerdings nicht. Mit dem zweiten Standbein «Abbasso», der Aufstockung der «Gryffe»-Aussenterrasse von 80 auf 130 Plätze und eigenen Veranstaltungen sei er derzeit ausgelastet.