Olten

1,82-Millionen-Kredit reicht für Oltner Holzbrücke nicht

Gut sichtbar: die durch helle Schalungsbretter ersetzten beschädigten Bretter auf der Südseite der Holzbrücke.

Gut sichtbar: die durch helle Schalungsbretter ersetzten beschädigten Bretter auf der Südseite der Holzbrücke.

Am 1. August wird die brandgeschädigte Oltner Holzbrücke eingesegnet. Der für die Sanierung gesprochene Kredit ist aber zu gering.

Das Entsetzen in den Gesichtern über die in Brand geratene Holzbrücke ist vielen in Erinnerung geblieben. Damals, Ende März letzten Jahres, schlug offenes Feuer aus dem Bauwerk. So etwas hatte man in Olten noch nie gesehen. Natürlich: Ab und zu hatte es einen einen leisen Schwelbrand gegeben, den die ausgerückte Feuerwehr jeweils flugs im Griff hatte. Ursache der Feuer waren stets brennende Raucherwaren. Im März 2018 war das nicht anders gewesen.

Morgen, am 1. August, wird die sanierte Holzbrücke eingesegnet und offiziell wieder ihrer Bestimmung übergeben. «Die Brücke hat einen hohen Symbolwert für die Stadt», sagt Stadtrat und Baudirektor Thomas Marbet. Und sie ist von zentraler Bedeutung für den Fuss- und Veloverkehr.» Und der Baudirektor kommt zum Schluss: «Die Holzbrücke ist schöner und vor allem stabiler als je zuvor.»

Der gesprochene Kredit reicht nicht

Im November hatte das Gemeindeparlament einhellig einen Bruttokredit über 1,82 Millionen Franken gesprochen. Noch steht die Schlussrechnung aus, aber es zeigt sich, dass die Instandstellungs- und Brandpräventionsarbeiten den Kredit deutlich sprengen werden. Wie genau die Kasse der Stadt Olten davon betroffen ist, sei noch unklar, wie Marcel Dirlam, Ingenieur beim städtischen Tiefbauamt, sagt. Grund der doch recht massiven Kostenüberschreitung im sechsstelligen Bereich: Die Schäden am Holzwerk waren zum Teil markant gravierender als die visuelle Überprüfung vorher vermuten liess.

Das Rauchverbot bleibt bestehen

Die im Zug der Sanierung als Präventionsmassnahme eingerichtete Sprühflutanlage kann im Bedarfsfall via Tanklöschfahrzeug mit 2400 Litern Löschwasser pro Minute die Brücke in einen wirksamen Sprühnebel tauchen. Kostenpunkt: rund 100 000 Franken. Dennoch bleibt das Rauchverbot im Brückenbereich weiterhin bestehen. «Vorläufig ist’s befristet bis Ende Jahr», sagt Stadtschreiber Markus Dietler. Das dauerhafte Verbot aber stehe in Vorbereitung. «Es braucht weiterhin auch die Vernunft der Passanten», so Marbet eindringlich. Selbst während der Instandstellungsarbeiten habe sich gezeigt, dass Raucherwaren achtlos auf der Brücke entsorgt wurden.

Neben der Beseitigung der Brandschäden und den Ersatzarbeiten, welche sich durch die vorgezogene Inspektion der Brücke ergaben, unter anderem mussten mehrerer Pfeiler, welche unter dem Wechselwasser gelitten hatte, ausgewechselt werden, wurde auch die Fahrbahn so gestaltet, dass die Reinigung der Zwischenräume jetzt leichter zu bewerkstelligen ist. So kann Unrat wie Konfetti, Papierfetzen, aber auch Spinnweben leichter entfernt werden.

Helle Bretter sprechen eine deutliche Sprache

Am augenfälligsten sind wohl die auf der Südseite der Brücke angebrachten, unbehandelten Schalungsbretter; viel heller als deren unversehrte Umgebung. Die kantonale Denkmalpflege hatte dies angeordnet, weil das alte Schalwerk ebenfalls unbehandelt zur Verwendung kam. «Sie werden innert weniger Jahre nachdunkeln», so Dirlam. Inwendig sind die Bretter lasiert, um Sprayereien vorzubeugen.

Neu ist übrigens auch die Innenbeleuchtung, jetzt dimmbar. Somit kann die Lichtstärke je nach Bedarf im Brückeninnern angepasst werden. Unverändert dagegen bleibt die Aussenbeleuchtung. Das warme gelbe Licht bringt die Brücke des Nachts, wie Tests gezeigt haben, am besten zur Geltung.

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