Gastronomie

Workingspace oder 4-Gänger-Take Away: Von Hotelbetrieben ist Kreativität gefragt

Geschäftsführer Albi von Felten mit Töchterchen Josy vor dem Hotel.

Landhotel Hirschen in Erlinsbach

Geschäftsführer Albi von Felten mit Töchterchen Josy vor dem Hotel.

Da in der aktuellen Situation der Hotelbetrieb allein nicht rentiert, weichen Hoteliers auf Alternativen aus.

Aufgrund des Bundesratsbeschlusses bleiben alle Gastronomiebetriebe vorläufig geschlossen. Diese weichen daher vermehrt auf Take-Away aus oder lassen ihr Essen ausliefern. Zurzeit sind ihrerseits viel Flexibilität und Einfallsreichtum gefragt. Von der Verordnung des Bundes nicht betroffen sind Hotels. Diese dürfen zwar weiterhin geöffnet bleiben, aber der Markt ist infolge der Coronakrise fast komplett eingebrochen. Nun werden auch die Hotelbetreiber immer kreativer, um diese schwierige Phase überbrücken zu können.

«Im Moment haben wir eine extrem tiefe Anzahl Anfragen», teilt Lukas Fritschi, Direktor des Hotels Storchen in Schönenwerd, mit. Dies bestätigt auch Albi von Felten, Geschäftsführer des Landhotels Hirschen in Erlinsbach: «Aufgrund der Situation kommen keine neuen Gäste mehr. Wir erhalten auch kaum mehr Anfragen.» Touristen kämen sowieso keine mehr, aber auch die Geschäftsleute blieben fern. Von Felten erzählt, dass zurzeit gerade einmal zwei Gäste im Hotel weilen. «Im Moment haben wir nur zwei Ärzte im Haus. Beides sind Grenzgänger, die nicht mehr über die Grenze wollen», so von Felten.

Dass sich mit dieser geringen Anzahl Gäste der normale Betrieb des Hotels kaum mehr aufrecht erhalten liess, war für den Geschäftsführer früh klar. So ist das Hotel Hirschen zwar für Übernachtungsgäste geöffnet, jegliche Verpflegung sowie der tägliche Hotelservice wird allerdings nicht mehr angeboten. Nur das Ehepaar Albi und Silvana von Felten sind noch im Haus und kümmern sich um den Betrieb. «Es rentiert für uns nicht, unsere Mitarbeiter für ein bis zwei Zimmer arbeiten zu lassen», erklärt von Felten. Er habe Kurzarbeit angemeldet. Die Mitarbeitenden wurden aber alle behalten. «Das war uns wichtig.» Auch für die leer stehenden Zimmer hat von Felten bereits eine Idee. «Wir haben die Hotelzimmer den umliegenden Spitälern angeboten, falls es zu Platzproblemen kommen sollte», erzählt er. Bislang sei dies aber noch nicht der Fall gewesen.

An Ostern soll zudem ein 4-Gang-Menü angeboten werden, dass auf Bestellung abgeholt oder im Umkreis von zehn Kilometern geliefert wird. Momentan sei man noch an der Austüftelung zusammen mit dem Chefkoch. Der Geschäftsführer selbst ist aktiv auf Facebook und postet regelmässig Rezepte oder Erlebnisberichte eines Gastronomen, «um auch weiterhin bei den Leuten präsent zu sein.» «Wir lassen uns immer wieder etwas einfallen», so von Felten.

Hotel Storchen bietet «Working-Space» an

Auch das Hotel Storchen in Schönenwerd hat nach Alternativen zum normalen Betrieb gesucht – und bietet seine Hotelzimmer nun zum reduzierten Preis für Grenzgänger und als «Working-Space» an. «Wir haben uns gedacht, dass wir mit diesem Angebot die Gesellschaft unterstützen können», berichtet Fritschi. Gerade als «Home Office» eigne sich das Hotel gut. «Wir haben WLAN, viele Parkplätze und man kann hier in einer ruhigen Atmosphäre arbeiten», so der Hotel-Direktor. Für 250 Franken pro Woche steht einem ein Hotelzimmer zur Verfügung, das man sich selbst als Arbeitsort einrichten kann.

Man habe diverse Firmen angeschrieben und über das neuen Angebot informiert. Fritschi ist überzeugt, dass sich das Konzept des «Working-Space» bewähren wird. «Für viele ist Home Office zuhause aufgrund des Platzes oder Kinder nicht möglich.» Der Storchen biete hier eine Ausweichmöglichkeit. Das neue Angebot gibt es erst seit dieser Woche. Bereits schon seien die ersten Reaktionen eingegangen, durchweg positive. «Die Idee kommt bei den Leuten sehr gut an», sagt Fritschi.

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