Wisen

Ehepaar züchtet Golden Retriever als Hobby – durch die Corona-Krise stieg die Nachfrage

Mario und Claudia Schmocker mit vier ihrer sieben Hunde.

Mario und Claudia Schmocker mit vier ihrer sieben Hunde.

Claudia und Mario Schmocker führen in Wisen die Hundezucht «Happiness for Future». Für das Ehepaar ist es ein Hobby.

Wenn man an der Tür von Claudia und Mario Schmocker klingelt, wird man drinnen schon von lautem, freudigem Bellen begrüsst. Das Ehepaar führt eine Hundezucht für Golden Retriever.

Die Geschichte dieser beginnt mit zwei Retriever, welche sie als Familienhunde hatten. Claudia Schmocker hat sie gerne trainiert und sie zu Therapiehunden ausgebildet. Nach dem Tod der beiden Hunde entschieden sie, wieder je einen Flat Coated und einen Golden Retriever anzuschaffen. Der Unterschied zwischen den beiden Rassen ist am besten in der Fellfarbe sichtbar. Flat Coated Retriever haben ein schwarzes oder braunes Fell, während Goldies eine helle Fellfarbe aufweisen.

Bei der Suche nach einem neuen Retriever stiessen sie in einer Zucht in der Westschweiz auf Van Dave of High Hopes «Dave». Der charmante Rüde hat schliesslich bei einigen Ausstellungen den ersten Platz belegt. Währenddessen hat das Ehepaar oft hören dürfen wie schön ihr Rüde sei und wie gut er sich zur Zucht eigenen würde. So sind sie auf die Idee zu Züchten gekommen und haben sich entschieden «Dave» der Prüfung als Zuchthund zu unterziehen.

Gesundheitswerte und Wesensprüfung

Um einen zugelassenen Zuchthund zu sein, musste er nämlich einige Tests bestehen. Zuerst müssen die Gesundheitswerte genau geprüft werden. Wenn die Auswertungen gut sind, darf der Retriever an die Wesensprüfung zur Zuchtzulassung. Da wird der Retriever auf seine Eigenschaften durch ausgebildete Richter getestet. Erst dann ist er zur Zucht zugelassen. «Dave» ist mittlerweile wohl über 200 Mal Vater geworden und hat unter anderem in Deutschland und Tschechien gedeckt.

Die Nachfrage nach Golden Retriever sei momentan riesig. Durch die Corona-Krise, während welcher viele Menschen von Zuhause aus gearbeitet haben und Zeit für einen Hund gehabt hätten, sei sie noch einmal angestiegen. Das Ehepaar sucht die Familien, in die sie ihre Welpen gibt, sehr sorgfältig aus. In einem persönlichen Gespräch schaut es die Lebenssituation der interessierten Personen an. Entscheidend sei vor allem ihr Bauchgefühl, meint Claudia Schmocker.

Ein zeitintensives und professionelles Hobby

Die Hundezucht in Wisen betreibt das Ehepaar als Hobby, sie beide sind daneben berufstätig. Das bedeute aber nicht, dass sie unprofessioneller arbeiteten als grössere Zuchtbetriebe, versichert Claudia Schmocker.

Ihre Zucht ist durch den Retriever Club Schweiz (RCS), die Schweizerische Kynologische Geselflschaft (SKG) und den internationalen Dachverband FCI kontrolliert. Die Hunde – obwohl nur Nebenbeschäftigung – sind dennoch nie allein. Mario Schmocker arbeitet im Schichtbetrieb, seine Frau kann ihre Arbeitszeit selbst einteilen und teilweise im Homeoffice arbeiten. Bis auf ein paar Stunden am Stück, wenn das Ehepaar bei Freunden zu Besuch ist, kann so also immer jemand zu Hause sein. «Wenn ich das nicht gewährleisten könnte, bräuchte ich keine Hunde», meint Claudia Schmocker entschieden.

In ihrer Freizeit verbringen die Beiden fast ausschliesslich Zeit mit ihren Haustieren. Rund 5-6 Stunden pro Tag nutzen sie, um mit den Hunden spazieren zu gehen. Daneben investieren sie viel Zeit in Hundesport und Dummytraining. Dummytraining beinhalten Übungen für Jagdhunde und fördern vor allem die Apportierfähigkeit. Claudia Schmockers Hobby ist zudem die Fotografie. Die Schnappschüsse ihrer Hunde, die man auf der Website der beiden sehen kann, hat sie selbst gemacht.

Der zugleich schönste und stressigste Aspekt

Das schönste an ihrer Arbeit findet Claudia Schmocker die Geburt der Welpen. Dabei erhält das Ehepaar viel Unterstützung von Johannes Kaufmann aus der Tierarztpraxis am Homberg in Wangen bei Olten. Er steht während der ganzen Geburt telefonisch zur Verfügung. Falls es zu Komplikationen kommt, ist der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin, die gerade Notfalldienst hat sofort zur Stelle.

Die kleinen Tiere danach aufzuziehen sei sowohl magisch als auch stressig. Wenn es einem Welpen nicht gut gehe, sei es sehr nervenzehrend, bis man wisse ob es überlebt oder nicht, erzählt Claudia Schmocker. Nach zehn Wochen geben sie die jungen Hunde schliesslich an ihre neuen Halter weiter. Dieser Vorgang bereitet der 59-jährigen jedes Mal wieder Mühe. «Einen meiner Zuchthunde weggeben, weil er sich nicht mehr zur Zucht eignet, könnte ich nie», bekennt sie frei.

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