Ehemalige Bauernbeiz
Die eigene Selbstständigkeit «umsetzen statt träumen»: Der Löwen Dulliken ist zum Kauf ausgeschrieben

Die gesamte Liegenschaft mit Restaurant und Wohnungen ist für 4,4 Millionen Franken zu haben. Wo heute Gäste bedient werden, spielte sich einst ein tragisches Verbrechen ab.

Noël Binetti
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Der Löwen Dulliken steht zum Verkauf: Das Restaurant sowie drei Wohnungen sind für 4,4 Millionen Franken zu haben.

Der Löwen Dulliken steht zum Verkauf: Das Restaurant sowie drei Wohnungen sind für 4,4 Millionen Franken zu haben.

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Die Casavendo Immobilien AG ist eine Firma mit Sitz im aargauischen Oftringen. Das Unternehmen wurde mit dem Verkauf des Restaurants Löwen in Dulliken beauftragt, im Internet findet sich auf bekannten Portalen ein entsprechendes Inserat. Die Gaststube mit 160 Sitzplätzen im Innen- sowie 100 Plätzen im Aussenbereich soll neue Eigentümer erhalten. Im Kaufpreis von 4,4 Millionen Franken sind neben dem Gastronomiebereich aber noch weitere Räumlichkeiten inbegriffen.

Der Verkaufsbroschüre von Casavendo ist zu entnehmen, dass drei Wohnungen mit unterschiedlicher Grösse dazugehören sowie ein Garten und mehrere Parkplätze. «Hier erwarten Sie ein florierender Gastrobetrieb und drei Wohneinheiten an guter Lage. Ideal für alle, die nicht nur von Selbstständigkeit träumen, sondern diese auch umsetzen wollen», heisst es in der Objektbeschreibung. Doch warum soll der florierende Betrieb verkauft werden?

Wirtepaar betreibt Lokal schon 15 Jahre

Die frühere Bauernbeiz gibt es seit über 200 Jahren. «Geblieben ist sie bis heute ein beliebter Treffpunkt für das Dorf Dulliken», heisst es auf der Website der heutigen Betreiber. Grundstück und Gebäude sind im Besitz der Familie Rasalingam. Sie führt das Lokal seit 15 Jahren. Auf Anfrage sagt die Familie, dass es mit dem Verkauf nicht eile: «Der Zeitpunkt, ein Restaurant zu verkaufen, ist nicht ideal.» Corona sei dafür mitverantwortlich.

Noch sei nicht ganz klar, wie es weitergehe, das Restaurant bleibe auf jeden Fall weiterhin geöffnet. Und vielleicht führe man den Betrieb auch noch ein paar Jahre weiter. «Wir wollen schauen, ob sich jemand für die Liegenschaft interessiert.»

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Neben dem Gastronomieteil gehören auch 3 Wohnungen zum Verkaufspreis von 4,4 Millionen Franken.

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Restaurant wurde einst Schauplatz von Verbrechen

Im Februar 2000 überfielen zwei mit Fasnachtsmasken vermummte Männer das Restaurant Löwen. Während zwei Frauen draussen Schmiere standen, betraten ein damals 22-Jähriger und sein 21-jähriger Komplize mit gezückten Waffen die Gaststube und verlangten die Herausgabe von Geld. Dabei stiessen sie auf Widerstand.

Im folgenden Handgemenge verlor der Haupttäter die Nerven: Er feuerte um sich und verletzte zwei Gäste tödlich, drei weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Das damals noch existierende Kriminalgericht des Kantons Solothurn verhängte 2001 gegen den Haupttäter der «Maskenräuber» wegen mehrfachen Mordes, mehrfachen vollendeten Mordversuchs und diverser weiterer Delikte eine lebenslängliche Zuchthausstrafe. Sein Komplize wurde als Mittäter wegen qualifizierten Raubversuchs verurteilt und in eine Arbeitserziehungsanstalt eingewiesen.

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