Neues Projekt
Kurzweil am längsten Tag: In Winznau wird Mittsommer gefeiert

Vier Frauen stellen an der Sommersonnenwendfeier in Winznau ihr neues Projekt vor.

Cyrill Pürro
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Von links das Team von «Kraut und Wiese»: Celina Schärli, Patricia Holm, Anna-Lena Holm und Laila Eleganti.

Von links das Team von «Kraut und Wiese»: Celina Schärli, Patricia Holm, Anna-Lena Holm und Laila Eleganti.

zvg

Die Mitveranstalterin der diesen Sonntag stattfindenden Sommersonnenwendfeier, Anna-Lena Holm, weckt in anderen Menschen gerne die «Freude an der Natur». Sie bringt zusammen mit ihren drei Teamkolleginnen die Sommersonnenwendfeier, ursprünglich eine Tradition aus dem keltischen und germanischen Bereich, auf den Holz-Hof in Winznau.

Das Hauptziel des Events: Den Besuchenden ihren neuen Verein «Kraut und Wiese» vorzustellen, mehr über traditionelle Bräuche und die umgebende Natur zu lernen und Gleichgesinnte zu treffen. Fünf Mini-Workshops und ein Sonnwendfeuer sind geplant, mit rund 36 Besucherinnen und Besucher ist die Veranstaltung bereits ausgebucht.

Sonnenwende markiert eine «Neugeburt»

Die Fotografin und Wildkräuterpädagogin Anna-Lena Holm freut sich sichtlich auf den Anlass. Sie erzählt aufgeregt, erstmals einen solch grossen Anlass zu planen. «Unsere Idee ist, eine neue Plattform für Naturinteressierte zu entwickeln», so Holm.

Die Sommersonnenwendfeier am Sonntag sei auch ein «Startschuss» zu diesem Vorhaben. Holm und ihre drei Teamkolleginnen zelebrieren mit dem längsten Tag des Jahres nämlich gleich die Ankündigung einer Vereinsgründung. «Kraut und Wiese» heisst der Verein, dieser ist bereits auf Facebook und Instagram sowie im Netz mit eigener Website aufrufbar.

Der lokale Verein richtet sich an Personen von jung bis alt, die sich mehr mit der Natur beschäftigen möchten. Holm selbst führt am Sonntag einen Wildkräuterspaziergang durch.

Auf die Frage nach den Zielen dieser Führungen antwortet sie: «Heutzutage fehlt den Menschen die Zeit, auch mal neben die Gehwege zu schauen. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man häufig ein unbekanntes Kraut oder eine bisher unbeachtete Pflanze. Nur wenn wir mehr über die uns umgebende Vielfalt an Pflanzen und Tieren wissen, haben wir auch das Bedürfnis sie zu schützen und zu erhalten», so Holm. Zudem glaubt sie, dass die Teilnehmenden durch die Führungen eine engere Beziehung zur Natur aufbauen.

Berührungspunkte mit der Natur als ersten Schritt

Am Sonntag kann man sich nicht nur zu ausgewählten Kräutern führen lassen, sondern auch gemeinsam Räucherbündel basteln, Johanniskraut mikroskopieren, oder mehr über Geologie und Vegetation sowie Permakultur erfahren. «Die Workshops am Sonntag sind kleine Teaser für das künftige Programm unseres Vereins», wie Holm sagt.

Im Anschluss erwartet die Besuchenden ein Sonnwendfeuer, an dem ein Wildkräuterapéro nicht fehlen darf. Gerade für Holm ist der Anlass eine Herzensangelegenheit. Sie möchte andere dazu inspirieren, mehr draussen zu sein und zeigen, wie wertvoll die Natur ist. «Wir haben noch viel Arbeit vor uns, aber ich denke, dass das Ruder in Sachen Umweltpolitik noch herumgerissen werden kann», ergänzt Holm.

Dazu brauche es ein gewisses Grundverständnis und Berührungspunkte mit der umliegenden Natur. «Deswegen werden wir den Verein «Kraut und Wiese» gründen», so Holm. Als ersten Anlass führt Holm am 25. Juli in der Region Olten eine Kräuterführung durch. Die Teilnahme kostet 20 Franken. Die Angebote von «Kraut und Wiese» richten sich an alle Altersgruppen. Vorkenntnisse seien laut Holm nicht notwendig.

Die Sommersonnenwendfeier ist eines der acht Jahreskreisfeste. Diese Jahreskreisfeste wurden früher von keltischen und germanischen Stämmen zelebriert, um den Umbruch in einen neuen Jahresabschnitt zu feiern. Die Sommersonnenwende kennzeichnet den längsten Tag des Jahres. Heutzutage werden die Feste auch von Leuten gefeiert, die sich aus nicht-religiösen Gründen für diese Bräuche interessieren.

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