Däniken

Wer möchte imkern? Sieben Bienenvölker sollen ein neues Zuhause erhalten

Remy Horisberger aus Däniken sucht eine Nachfolge für sieben Bienenvölker. Um ein Schönwetter-Hobby handle es sich beim Imkern aber nicht, warnt der 82-Jährige.

«Dieses Jahr gab es viele Schwärme und viel Honig», sagt Remy Horisberger. Der langjährige Imker betreut im Grod ob Däniken zwölf Bienenvölker, die in einem Bienenhaus leben. Sieben weitere Völker pflegt er bei sich zu Hause. Diese möchte er nun verkaufen: «Ich bin jetzt 82 Jahre alt. Auch werde sie nicht durch den Winter bringen.» Horisberger vermutet, dass die Hochspannungsleitung, die nahe seinem Haus vorbeiführt, den Bienen nicht gut tut. «Wahrscheinlich mögen sie den Strom nicht.»

Letzten Winter hatte er fünf Völker gehalten, im Frühling lebte keines mehr. Vorher hatte er 26 Völker gehalten, davon kam eines durch den Winter. Die sieben Völker sollen einen besseren Lebensort bekommen. Ein eigenes Bienenhaus ist dafür nicht nötig: «Jedes Volk lebt in einem Kasten. Diesen kann man bei sich zu Hause in den Garten stellen.» Manche Imker würden diesen sogar auf ihrem Dach platzieren. «Wie zum Beispiel bei der Mobiliar in Olten.» Einen Kasten verkauft Horisberger für etwa hundert Franken.

«Bienen geben Arbeit»

Imkern ist jedoch kein Schönwetter-Hobby, gibt Horisberger zu bedenken. «Die Bienen geben Arbeit.» Zwar braucht man kein Experte zu sein, um mit dem Imkern anzufangen. «Im Wallierhof und in Bonigen werden Kurse angeboten, da lernt man alle nötigen Kenntnisse.» An etwa acht bis neun Abenden wird jeder Arbeitsschritt gezeigt. Denn bis ein Glas Honig auf dem Tisch steht, dauert es eine Weile. «Honig gibt es nicht grad sofort, das geht nicht so schnell», meint Horisberger lachend. Besonders müssen die Bienenvölker gegen die Varoa-Milbe geschützt werden. «Das macht man mit Ameisensäure und Oxalsäure.» Horisberger experimentiert derzeit auch mit einer so genannten Bannwabe, in der die Königin während 21 Tagen eingesperrt wird, während die Brut schlüpft. Danach wird sie wieder freigelassen. «Wenn die Königin nicht legt, kann ich das Volk besser behandeln.»

Das Bienenjahr dauert von August zu August. Nach dem Winter kommt zuerst der Blütenhonig im Winter. «Wenn es aber schlechtes Wetter ist wie dieses Jahr, dann gibt es praktisch keinen.» Bei Horisberger ist dieses Jahr «Zementhonig» entstanden: «Der Honig wird hart, wie zuckrig, obwohl kein Zucker drin ist. Den kann man dann nicht mehr schleudern.» Danach kommt der Sommerhonig, und, wenn man Glück hat, noch der Weisstannen-Honig. «Den gibt es aber nicht jedes Jahr, nur etwa alle sechs bis sieben Jahre», so Horisberger. Er schwärmt von diesem: «Das ist der beste Honig, den man bekommt!»

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