Walterswil
Souverän übt sich in Einigkeit und beendet Gemeindeversammlung beim Apéro

Jahresrechnung und Anträge werden in Walterswil einstimmig angenommen.

Noël Binetti
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Bruno Kissling (Archiv)

Kurz nach 20 Uhr setzte Gemeindepräsidentin Marie-Louise Wilhelm zur Begrüssung an. In der Mehrzweckhalle hatten sich am Donnerstagabend 25 Stimmberechtigte zur Jahresrechnungsgemeindeversammlung eingefunden.

Am meisten Zeit in Anspruch nahm denn auch die Rechnung aus dem Jahr 2020. Diese wurde vom Finanzverwalter Bernhard Hänni präsentiert, während – von Hänni unbemerkt – hinter ihm der Projektor streikte. Also blätterten die Anwesenden im aufgelegten rund 70-seitigen Dossier.

Die vorgestellte Jahresrechnung fiel besser aus als erwartet. Hierfür wurde ein Hauptgrund genannt: «Durch das restriktive Mahnungs- und Betreibungswesen konnten Steuerwertberichtigungen bei der Einzelbewertung in der Höhe von rund 135000 Franken aufgelöst werden.» Daraus resultiere in erster Linie das positive Jahresergebnis von rund 189000 Franken.

Finanzausgleich wird geringer ausfallen

Alle drei Posten Wasserversorgung, Abwasser und Abfallbeseitigung fielen gegenüber dem Budget mit einem positiven Ergebnis aus, dies nahm Hänni gleich vorneweg. Er zeichnete einen etwas besorgen Ausblick hinsichtlich des Finanzausgleichs: «Die kommenden Jahre weisen nur noch einen halb so grossen Finanzausgleich aus. lm Jahre 2020 wurde ein Finanzausgleich von 703'500 Franken ausbezahlt.» Im laufenden Jahr würden der Einwohnergemeinde Walterswil nur noch 385400 Franken beschieden sein. «Wie wir das wieder reinholen werden wir noch herausfinden müssen», sagte Hänni dazu. Bei den gebundenen Ausgaben müsse in naher Zukunft mit dem Kanton eine Lösung gefunden werden, ansonsten würden diese Ausgaben zu einem Fass ohne Boden.

Der Selbstfinanzierungsgrad der Gemeinde wird in der Rechnung bei rund 369 Prozent festgemacht. Die Nettoinvestitionen werden mit rund 200000 Franken veranschlagt und das Nettovermögen pro Einwohner liegt bei 602 Franken.

Der Antrag zur Genehmigung der Rechnung wurde einstimmig angenommen. Ebenso alle anderen: Das Schulzahnpflegereglement aus dem Jahr 1991 wird aufgehoben und die Zuständigkeit der Bäche wird zur einfacheren Handhabung wieder vom Ressort 3 (Umwelt) zurück ins Ressort 4 (Bau) überführt.

Gemeinderat entscheidet noch über 1. Augustfeier

Bevor Marie-Louis Wilhelm alle Anwesenden – unter Wahrung der gebotenen Abstände – auf einen Apéro in kleinem Rahmen einlud, wurde der langjährige Erhebungsverantwortliche Landwirtschaft für seinen Einsatz geehrt. Hans Kupferschmid hatte das Amt währen 27 Jahren ausgeübt. Auf den ihm entgegengebrachten Dank sagte er: «Es war eine lange Zeit und es war eine schöne Zeit. Ich habe es gerne gemacht.» Kurz flammte noch eine Diskussion rund um die Durchführung einer Feier am Nationalfeiertag auf. Das zuständige OK sprach sich gegen eine solche aus. Aus den Vereinen sei unter den gegebenen Umständen zu wenig Unterstützung zu erwarten. Ein Anwesender hatte dafür kein Verständnis. Nun fänden im ganzen Land Öffnungen statt, brachte er sich ein. Es seien langsam genug der Einschränkungen und man wolle wieder leben können. «Man hätte mit dieser Entscheidung noch zuwarten können.» Die Gemeindepräsidentin beendete die Diskussion schliesslich. Der Gemeinderat will noch abschliessend darüber befinden.

Dann wurde die Versammlung aufgelöst. Nach dem Budget hiess es Buffet.