Seit vergangener Woche ist es klar: Die erste Mannschaft des FC Dulliken spielt nicht mehr in der 2. Liga inter, sondern in der 4. Liga. Nach dem Abstieg entschied fast die ganze Mannschaft, den Club zu verlassen.

Hat dieser sportliche Misserfolg eine Auswirkung auf die Erneuerung des Clublokals der ehemaligen Zweitligisten? Denn schon vergangenes Jahr hat die Gemeindeversammlung den Neubau des Clublokals genehmigt.

Die Bausubstanz sei in «desolatem Zustand»

Die Sportanlage Ey gehört der Gemeinde Dulliken. Sie besteht aus einer vom Kernkraftwerk Gösgen übernommenen Baubaracke und ehemaligen Schulcontainern. Bereits von Weitem kann man erkennen, dass die Gebäude nicht mehr den heutigen Hygiene- und Jugendschutzstandards entsprechen. Auch Gemeindepräsident Walter Rhiner spricht von «desolaten Zuständen». Die Wände sind verschmiert, die Deckenholzplatten lösen sich und Schimmel findet man in allen Ecken und an den Wänden.

Rhiner meint, dass das Projekt rund um den Neubau des Clubhauses in keiner Weise mit dem sportlichen Erfolg des FC Dulliken zusammenhänge. Der «desolate Zustand» verlange ein schnelles Handeln. Das Clublokal als Aushängeschild des FC sei so nicht mehr tragbar.

«Für die nächsten ein bis zwei Generationen»

Ueli Schenk, Präsident des FC Dulliken, betont, dass nicht nur der Fussballclub die Infrastruktur nutze, sondern auch der FC Juventus Dulliken und das Baseballteam der Truck Stars Dulliken. «Bei diesem Neubau geht es darum, für die nächsten ein bis zwei Generationen zu bauen», sagt Schenk. Denn der FC Dulliken lege seinen Fokus besonders auf die Nachwuchsförderung.

Für die Erneuerung des Clubhauses wurde ein Projekt ausgearbeitet. Dieses stellten die Verantwortlichen an der Gemeindeversammlung im Dezember 2018 vor. Das Kreditbegehren betrug zwei Millionen Franken. Das Projekt wurde schliesslich mit 155 zu 2 Stimmen angenommen.

Fahrplan war zu sportlich

Ursprünglich sollten die Bauarbeiten im Oktober 2019 beginnen, damit das Gebäude für die Fussballsaison 2020/21 bereit ist. «Wir gingen viel zu euphorisch in die Planung des Projekts und haben uns zu ambitionierte Ziele gesteckt», sagt Rhiner. Auch Schenk meint, dass der Fahrplan «sehr sportlich» gewesen sei.

Heute liegt das Detailprojekt vor. Es zeigt auf, dass nicht nur der Zeitplan sportlich war, sondern auch der Rahmenkredit zu eng angesetzt war. Vor allem die sanitären Anlagen sowie die Heizungs- und Lüftungsanlagen fallen teurer aus, als erwartet. Ausserdem sieht das Detailprojekt eine andere Raumhöhe und Dachkonstruktion vor, was laut Rhiner zu höheren Kosten führt. Anfangs August werde man genau wissen, wie hoch die zusätzlichen Kosten ausfallen würden.

Dulliker dürfen nochmals entscheiden

«Wir haben letzte Woche im Gemeinderat beschlossen, dass wir diese Budgeterhöhung nochmals dem Souverän vorlegen müssen», sagt Rhiner. Es werde nun ein Nachtragskredit beantragt und voraussichtlich eine ausserordentliche Budgetgemeindeversammlung am Montag, 23. September, einberufen.

Rhiner sagt, er wolle nicht die ordentliche Gemeindeversammlung im Dezember abwarten. Sonst würde sich der Baustart noch mehr verzögern. Im günstigsten Fall könnte man laut Rhiner Anfang 2020 mit dem Bauen beginnen. Vorausgesetzt natürlich, dass der Souverän dem Nachtragskredit zustimmt. Rhiner: «Ich bin aber zuversichtlich, dass die Dulliker die Notwendigkeit des Projekts sehen.»