Niederamt
«Hier waren Feinde der Demokratie am Werk!»: Rund 40 Plakate der SVP wurden mit schwarzer Farbe besprayt

Im Niederamt wurden Plakate der SVP mit schwarzer Farbe besprayt. Wer genau hinter den Vandalenakten steckt, ist derzeit noch unklar.

Lorenz Degen
Drucken
Teilen
Ein verschmiertes Wahlplakat an der Oltnerstrasse in Winznau.

Ein verschmiertes Wahlplakat an der Oltnerstrasse in Winznau.

Bild: Bruno Kissling

«Eine riesen Sauerei ist das», empört sich Andrew Baumann, Präsident der SVP-Ortspartei Obergösgen. Vermutlich in der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden im Niederamt etwa vierzig Plakate von einer unbekannten Täterschaft mit schwarzer Farbe besprayt.

«Am Sonntagmorgen rief mich ein befreundeter Kroate an und sagte mir, dass unsere Plakate verunstaltet worden seien.» Dabei stellte er fest: «Das Muster ist immer das gleiche: Die Augen, die Namen und das Parteilogo wurden unkenntlich gemacht.»

Plakate auf Privatgrundstücken besprayt

In welchen Gemeinden die Plakate beschädigt wurden, kann er nicht abschliessend sagen, da er nicht in alle Dörfern eine Kontrolle durchführte. «Sicher aber sind Plakate in Trimbach, Winznau, Lostorf und Dulliken betroffen.»

Dabei wurden sowohl Plakate auf öffentlichem Grund wie auch auf Privatgrundstücken attackiert, was Baumann besonders betroffen macht:

«Nicht einmal fremder Boden wurde respektiert!»

Einen Verdacht, wer hier zur Spraydose griff, hat Baumann nicht. «Politisch sehe ich einen gezielten Angriff auf unsere Partei, die SVP. Denn die Plakate der anderen Parteien wurden nicht beschädigt.»

Für Matthias Borner, Kantonsrat und Präsident der SVP Amtei Olten-Gösgen, ist ebenfalls unklar, wer hinter den Attacken steckt. «Ich weiss es nicht. Sicher ist für mich: Hier waren Feinde der Demokratie am Werk!»

Der oder die Täter müssen organisiert gewesen sein, wahrscheinlich mit einem Auto unterwegs: «Ansonsten kann man nicht eine so grosse Anzahl von Plakaten innert weniger Stunden übermalen.» Borner schätzt den Schaden für die Parteikasse auf über tausend Franken. «Das ist nur das Material, die Zeit für das Auf- und Abhängen noch gar nicht eingerechnet.» Ob er eine Anzeige einreichen wird, lässt er noch offen. «Derzeit prüfen wir innerhalb der Partei diesen Schritt. Vielleicht kommen ja noch Hinweise aus der Bevölkerung zusammen.»

Ersatz-Plakate sind noch vorhanden, so dass Borner die beschädigten Plakate bald austauschen will. Bei den Wahlen vor vier Jahren blieb alles ruhig. «Da hatten wir überhaupt keine Schäden.»

Noch keine Strafanzeigen eingegangen

Gemäss Bruno Gribi, Mediensprecher der Kantonspolizei Solothurn, kommen mutwillige Beschädigungen von Wahlplakaten immer wieder vor. Bislang sind bei der Kantonspolizei noch keine Strafanzeigen oder Meldungen dazu eingegangen, so dass auch nicht klar ist, ob sich ausserhalb des Niederamts noch weitere Beschädigungen ereignet haben.

«Beschädigt oder verunstaltet jemand ein Wahlplakat, so handelt es sich in aller Regel um eine Sachbeschädigung und demzufolge um ein sogenanntes Antragsdelikt», erklärt Gribi. «Liegt ein Strafantrag vor, so geht die Polizei der Sache im Rahmen ihrer Möglichkeiten nach.»

Allerdings relativiert er die Hoffnung, den oder die Täter zu fassen: «Die Chancen, die Verursacher ausfindig machen zu können, müssen aber als eher gering eingestuft werden – so ehrlich muss man sein.» Wenn jemand Zeuge einer Verunstaltung wird, rät Gribi, sofort die Polizei zu avisieren. «Wenn Fahrzeuge im Spiel sind, nach Möglichkeit die Kontrollschilder notieren.»

Hinweis
Die SVP Amteipartei nimmt gerne Hinweise zur Täterschaft entgegen, Telefon: 079 432 77 67

Aktuelle Nachrichten