Unteres Niederamt
Niedergösgen stimmt gegen einen Beitritt zur Offenen Jugendarbeit

Der Gemeinderat entschied sich den finanziellen Beitrag zur Offenen Jugendarbeit im unteren Niederamt weiterhin nicht zahlen zu wollen.

Rebecca Rutschi Jetzt kommentieren
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Die Räume der Offene Jugendarbeit werden im Moment wegen der Coronakrise nicht genutzt.

Die Räume der Offene Jugendarbeit werden im Moment wegen der Coronakrise nicht genutzt.

zvg

An der vergangenen Sitzung des Gemeinderats Niedergösgen vom 2. März 2021 entschied sich dieser erneut gegen einen Beitritt zur Offenen Jugendarbeit im unteren Niederamt (OJuN). Die Gemeinde ist vor Jahren bereits Mitglied der OJuN gewesen. Nach einer dreijährigen Versuchsphase, sollte Niedergösgen schliesslich definitiv Mitgliedsgemeinde werden. Die Gemeindeversammlung lehnte dies jedoch schon damals ab – genauso wie einen Wiedererwägungsantrag zum Beitritt in die OJuN im Jahr 2014.

Nun starteten die Verantwortlichen der OJuN einen neuen Versuch die Zuständigen der Einwohnergemeinde für sich zu gewinnen. Der Gemeinderat empfing sie aus diesem Grund bei seiner Sitzung anfangs März, an welcher sie die Vorteile eines Beitritts darlegen durften. Die Präsentation vermochte jedoch nicht zu überzeugen. So hiess es im Gemeinderatsbericht der Sitzung: «Der Gemeinderat konnte erneut nicht überzeugt werden, der Gemeindeversammlung einen jährlich wiederkehrenden Kredit von rund 53'000 Franken zu beantragen.» Angebot, Kosten und Personenfrequenz stünden in einem ungleichen Verhältnis. «Es geht um das Geld unserer Steuerzahler. Wenn man eine solche Summe investiert, will man auch wissen, wie es verwendet wird», sagt Gemeindepräsident Roberto Aletti später gegenüber dieser Zeitung. «Dass der Beitritt abgelehnt wurde, schreibe ich der Wirkung der Präsentation zu. Man konnte den Wert eines Beitrittes nicht erkennen.»

Die Mitgliedsgemeinden der OJuN bleiben so nach wie vor Schönenwerd, Eppenberg-Wöschnau und Gretzenbach. Zusätzlich besuchten bis jetzt aber auch Jugendliche aus Niedergösgen und Däniken die Angebote, erzählt Johannes Brons, Präsident der regionalen Jugendkommission. Als unfair, dass die Niedergösgerinnen und Niedergösger die Treffs «gratis» besucht haben, empfindet es Aletti nicht. Man könne es zwar als unfair ansehen, der Entscheid sei aber aufgrund der in der Präsentation dargestellten Fakten gefällt worden. «Wir machen in Niedergösgen keine Werbung und schicken unsere Jugendlichen auch nicht aktiv zur OJuN.» Und sie daran zu hindern zu gehen, könne er schliesslich auch nicht.

Stimmt, deswegen hindern die Mitarbeiter der OJuN sie in Zukunft niederschwellig daran. Es sei der OJuN finanziell nicht mehr möglich auch diese Jugendlichen zu betreuen, sagt Brons. «Es kann nicht sein das Niedergösgen und Däniken weiter Trittbrettfahrer sind.» Jedoch sei es vorgesehen den Eltern der betroffenen Jugendlichen aus Däniken und Niedergösgen einen Brief zu schreiben. Brons hofft so, dass sich dadurch jemand finden wird, der sich in der eigenen Gemeinde für einen Beitritt zur OJuN einsetzt. Er würde auch helfen einen Antrag für die Gemeindeversammlung zu formulieren, verspricht er.

Brons ist überzeugt von der Wichtigkeit einer lokalen Jugendarbeit. «Wir haben in unserer Präsentation vor dem Niedergösger Gemeinderat wahrscheinlich nicht deutlich genug ausgedrückt, was unsere Jugendarbeiterinnen und -arbeiter alles machen», mutmasst er. Das seien nämlich nicht nur Treffs, in denen Jugendliche miteinander «chillen» können. Es beinhalte unter anderem auch Elterngespräche, Hilfe bei der Stellensuche, Suchthilfe und Aufklärung. Ein gemeinschaftliches Angebot wie die OJuN sei dabei in jedem Falle günstiger als eine Einzellösung, wie es sie zum Beispiel in Trimbach gibt.

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