Dulliken
Stipendienfonds für Spielplatz und andere Projekte

Dank der Auflösung des Anna-Kaspar-Fonds kann die Bürgergemeinde vielfältige Projekte unterstützen. Nebst dem neuen Spielplatz «Büchs» konnte die Gemeinde auch in der Gemeindebibliothek, wie zum Beispiel eine Abwasch- und Kaffeemaschine, einige Sachen mitfinanzieren.

Lena Bueche
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Der am Samstagnachmittag neu eingeweihte Kinderspielplatz «Büchs» wurde mit Geld aus dem aufgelösten Fonds finanziert.

Der am Samstagnachmittag neu eingeweihte Kinderspielplatz «Büchs» wurde mit Geld aus dem aufgelösten Fonds finanziert.

Bruno Kissling

Auf Einladung der Bürgergemeinde Dulliken fand am Samstag die Einweihung des Kinderspielplatzes am Büchsweg statt. Die alten Spielgeräte waren alle in einem schlechten Zustand und mussten ersetzt werden. Neu können sich nicht nur Kinder austoben: Für Erwachsene stehen Freiluft-Fitnessgeräte zur körperlichen Betätigung bereit. Nebst der Anschaffung der neuen Geräte wurden auch Umgebungsarbeiten durchgeführt. So wurden etwa das Terrain eingeebnet und ein neuer Rasen angelegt.

Auflösung des Stipendienfonds

Ermöglicht wurde die Erneuerung des Kinderspielplatzes durch Beiträge aus dem Anna-Kaspar-Stipendienfonds, der von der Bürgergemeinde Dulliken verwaltet wird. Im Jahr 2016 entschied sich die Bürgergemeinde, den Fonds aufzulösen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 229'519 Franken im Fonds. Wie Bürgerrätin Monika Bärtschi erklärt, sollte das Geld aber nicht in die reguläre Rechnung überführt werden, sondern den Einwohnern von Dulliken zugutekommen. Deshalb rief die Bürgergemeinde die Bevölkerung dazu auf, Vorschläge für die Verwendung der Gelder einzureichen. 17 Vorschläge seien eingegangen, 12 davon konnten berücksichtigt werden, sagt Bärtschi. Wichtigstes Auswahlkriterium war, dass möglichst viele Bevölkerungsgruppen vom Projekt profitieren sollten. Für die Auflösung des Stipendienfonds nennt Bärtschi zwei Gründe: Zum einen habe es in den letzten Jahren keine einzige Anfrage für ein Stipendium mehr gegeben, zum anderen hätten aufgrund der gegenwärtigen Zinssituation Negativzinsen entrichtet werden müssen. Eine Weiterführung des Fonds erschien unter diesen Umständen nicht sinnvoll.

Unterstützung einer Waise

Die Gründung des Anna-Kaspar-Stipendienfonds liegt einige Jahrzehnte zurück. Wie aus Protokollen der Bürgergemeinde zu entnehmen ist, erfolgte der Beschluss zur Einrichtung des Fonds im Jahr 1945. Anlass war ein Legat von Anna Kaspar, Ortsbürgerin von Dulliken. Sie hatte als Waise finanzielle Unterstützung durch die Bürgergemeinde erfahren und wollte sich an ihrem Lebensende mit einer Spende erkenntlich zeigen. So vermachte sie der Bürgergemeinde 3120 Franken – in etwa derselbe Betrag, der ihr einst von der Gemeinde zugutegekommen war. Unter Berücksichtigung der Teuerung würde dies heutzutage einem Betrag von rund 15'000 Franken entsprechen.

Strenge Kriterien für Vergabe

Anna Kaspar, über die ansonsten nicht viel bekannt ist, band die Verwendung der aus dem Fonds erwirtschafteten Zinserträge an klare Bedingungen. So musste, wer in den Genuss eines finanziellen Zustupfes kommen wollte, ein in Dulliken wohnhafter Ortsbürger und eine «ehrbare» Person sein. In erster Linie sollten durch den Stipendienfonds Knaben und Mädchen unterstützt werden, die gerne eine Berufslehre absolviert hätten, denen dazu aber die finanziellen Mittel fehlten. Ausserdem verfügte Kaspar, dass die Verwaltung des Fonds und die Stipendienvergabe durch den Bürgergemeinderat zu erfolgen haben.

Der nach Anna Kaspar benannte Stipendienfonds wurde kurz nach dessen Gründung das erste Mal aufgestockt: Aus dem Verkauf einer Landparzelle, die der Bürgergemeinde vermacht worden war, floss der Erlös in der Höhe von 2790 Franken in den Fonds. Eine weitere Aufstockung erfolgte im Jahr 1957, als ein gewisser Herr Erpelding anlässlich seiner Ernennung zum Ehrenbürger 2000 Franken spendete. Bis zu seiner Auflösung vor zwei Jahren war der Fonds auf 229'519 Franken angewachsen.

Vielfältige Projekte unterstützt

Der am vergangenen Wochenende eingeweihte Kinderspielplatz «Büchs» ist nicht das einzige Projekt, das dank Geldern aus dem aufgelösten Anna-Kaspar-Stipendienfonds realisiert werden konnte. So wurden vor kurzem erst die Theke in der Gemeindebibliothek ersetzt, eine Abwasch- und eine Kaffeemaschine für den Mehrzweckraum angeschafft und ein Teil des Plattenwegs im Wildpark Mühletäli erneuert. Ausserdem wurde für die Arbeitsgruppe «Waldchutzen» die Anschaffung eines Fahrzeugs finanziert (wir berichteten) sowie die Instandsetzung des «Chutzen»-Brunnens.

Wie die unvollständige Aufzählung der unterstützten Projekte zeigt, kamen ganz unterschiedliche Kreise in den Genuss eines finanziellen Zustupfes. Somit dürfte das Ziel der Bürgergemeinde, die Gelder aus dem Anna-Kaspar-Fonds so zu verwenden, dass sie möglichst der Dulliker Bevölkerung zugutekommen, erfüllt worden sein.

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