Eigentlich wollte er Vögel fotografieren. Am Ende lief ihm aber ein viel aussergewöhnlicheres Tier vor die Linse. Und das am vergangenen Samstag um etwa acht Uhr morgens. Christoph Henzmann machte sich auf für den Spaziergang. «Ich lief den Waldweg entlang bis zum Parkplatz», erzählt er. Den genauen Standort will er, «zum Wohle des Tiers», nicht nennen.

Im Dorfbach, der dort entlang führt, entdeckte er plötzlich etwas Pelziges: Es war ein Biber.
Henzmann zückte seine Kamera und knipste drauf los. «Etwa vier bis fünf Minuten lang konnte ich unbemerkt neben dem Biber herlaufen», so der Trimbacher. Dann habe der Wind gedreht und das Nagetier wurde auf den Beobachter aufmerksam. Henzmann: «Er liess sich daraufhin im Bach etwas weiter hinunter treiben.» Für ihn ist die Beobachtung einmalig. Er habe noch nie einen Biber in Trimbach gesehen: «Es ist pures Glück und noch mehr Zufall.»

«Das ist ein sehr typischer Fall»

Laut einer Schätzung des Amts für Wald, Jagd und Fischerei leben im Kanton Solothurn rund 200 Biber. Mark Struch von der Fachstelle Jagd sagt auf Anfrage zum Biber in Trimbach: «Das ist ein sehr typischer Fall. Aufgrund der Vermehrung in den vergangenen zehn Jahren breiten sich die Biber immer weiter aus und Jungbiber wandern auf der Suche nach einem eigenen Territorium von den grossen Gewässern zu den kleinen Bächen ab.»

Teilweise seien das nur kurzfristige Aufenthalte. Immer häufiger würden die Biber – «wenn es passt» – ihren Lebensraum komplett in kleine Gewässer verlegen. Obwohl die geschützten Nagetiere «grosse Sympathieträger» seien, komme es manchmal zu Konflikten: «Gerade wenn er gewässernahe Wege untergräbt oder Frassschäden auf Landwirtschaftsland hinterlässt, müssen wir eine Lösung suchen.»

Wer einen Biber sichtet, soll dies dem Kanton, der nationalen Biberfachstelle oder unter solothurn.wildenachbarn.ch melden.