Sonderkommission
Tempo 30 für Winznau: Bald könnte die Limite in der ganzen Gemeinde gelten

Die Sonderkommission Tempo 30 hat für Winznau das Tempolimit geprüft. Das Ergebnis: Wenn Tempo 30, dann überall. Jetzt ist die Meinung der Bevölkerung gefragt.

Sophie Deck
Drucken
Teilen
Auf all diesen Strassen gilt vielleicht bald Tempo 30: Die Gemeinde Winznau.

Auf all diesen Strassen gilt vielleicht bald Tempo 30: Die Gemeinde Winznau.

Bruno Kissling

Neue Dreissiger-Zonen. Für viele ein Anlass zu Stress. Denn auf einmal taucht mitten auf der Quartierstrasse eine rot eingerahmte 30 auf. Was, wenn man sie übersieht? Man ist sich schliesslich gewohnt, dort 50 zu fahren.

Darüber werden sich Winznauerinnen und Winznauer vielleicht gar keine Sorgen machen müssen. Denn wenn in der Gemeinde Tempo 30 eingeführt wird, dann überall. Zu diesem Schluss gekommen ist die Sonderkommission Tempo 30, die vom Gemeinderat im Herbst 2019 ins Leben gerufen wurde.

Die Sonderkommission besteht aus 8 Winznauerinnen und Winznauern, die alle ein Interesse am Verkehr in der Gemeinde haben. Der Gemeinderat habe bei der Zusammensetzung darauf geachtet, dass Tempo 30 Befürworter und Tempo 30 Gegner etwa gleich vertreten sind, informiert Kommissionspräsident Oliver Jeker auf Anfrage.

Bei Unfällen soll es laut BfU weniger Verletzte geben

Über die vergangenen zwei Jahre hatten die Mitglieder die Aufgabe, herauszufinden, wo in Winznau 30er-Zonen sinnvoll wären. Sie haben sich dafür mit Ingenieuren und Unfall-Experten ausgetauscht und mit ihnen auch verschiedene Quartierteile besucht.

«Dabei ergab sich, dass Tempo 30 auf allen Gemeindestrassen die einfachste und zugleich günstigste Lösung wäre»

, sagt Jeker. Ob die Einwohner dies wollen, würde sich bald bei der Abstimmung zeigen.

Als Hauptargument für Tempo 30 nennt Jeker potenzielle Unfälle: «Bei Tempo 30 passieren zwar nicht keine Unfälle mehr. Doch wenn Unfälle geschehen, dann verletzen sich Beteiligte viel weniger schwer.» Dies laut einer Statistik der Beratungsstelle für Unfallverhütung BfU. Allerdings würde in Winznau auch nicht sehr schnell gefahren - ausser ein paar einzelner Ausreisser.

Der Kommission sei es ein grosses Anliegen gewesen, sich stets auf Fakten zu stützen. «In einer emotionalen Diskussion tauchen schnell Behauptungen auf», sagt Jeker.

Zum Beispiel sei gesagt worden, dass bei Tempo 30 mehr Lärm entsteht, weil man in einem tieferen Gang fahre. «Ich habe da so meine Zweifel», lacht er. «Normalerweise findet man schnell einen passenden Gang für 30 km/h.»

Um zu sehen, wie Tempo 30 in einer ganzen Gemeinde umgesetzt werden kann, hat die Kommission auch 2 Gemeinden besucht, die dies schon gemacht haben: Dulliken und Niedergösgen. An Niedergösgen, wo schon mehrere Jahre Tempo 30 gefahren wird, hätten die Mitglieder sehen können, wie sich die Kosten über längere Zeit entwickeln würden.

Einwohnerinnen und Einwohner sollen mitreden

Die Kommission hat ihre Argumente also parat. Doch nun möchten sie auch noch die Meinung der restlichen Winznauerinnen und Winznauer hören: Ende Mai veranstalten sie deshalb eine «öffentliche Mitwirkung» auf dem Schulhausareal, wo sie ihre Argumente vorstellen und diese mit den Anwesenden diskutieren.

Alle Einwohnerinnen und Einwohner können sich dazu anmelden. Doch Oliver Jeker hat die Sorge, dass die Gäste die Gemeinde nicht ganz repräsentieren werden. «Ich glaube es gibt etwa gleich viele Befürworter wie Gegner in Winznau. Aber in anderen Gemeinden nahmen an den Mitwirkungen vor allem die Befürworter teil», sagt er.

Er hoffe aber sehr, dass sich dies nicht bestätigt und dass an der Versammlung ein «reger Austausch» entsteht.

Öffentliche Mitwirkungen

Freitag 28. Mai von 19:00 bis 22:00 und Samstag 29. Mai von 9:00 bis 12:00 und evtl. von 14:00-17:00

Anmeldung:

Schriftlich mit dem Anmeldetalon: Gemeindeverwaltung, Oltnerstrasse 9, 4652 Winznau oder per E-Mail: skt30@winznau.ch

Anmeldeschluss: 17. Mai

Aktuelle Nachrichten