Trimbach

Situation beruhigen – mit Hindernissen, Fahrverboten und Einbahnstrassen

Auf der Freien Strasse – nahe der Einfahrt zur Baslerstrasse – soll ein Betonelement platziert werden.

Die Anwohner des vom Verkehr geplagten Trimbacher Quartiers durften erneut über die Massnahmen abstimmen. Noch sind sie aber nicht mit allen Vorschlägen einverstanden.

Nach einem emotionalen ersten Infoanlass Ende März bildeten einige Bewohner des Trimbacher Quartiers zwischen der Brückenstrasse und der Freien Strasse eine Arbeitsgruppe, um die beiden Hauptprobleme zu diskutieren. Dies sind der Parkplatzsuchverkehr von quartierfremden Autofahrern tagsüber und die lauten Autos, die vor allem nachts und an den Wochenenden Runden durchs Quartier drehen.

Knapp drei Monate später konnten 37 Quartierbewohner am Montagabend konsultativ über ein Massnahmenpaket abstimmen, das zuerst in einer Testphase umgesetzt werden soll. «Die meisten Gesichter habe ich letztes Mal schon gesehen», stellte der Trimbacher Gemeindepräsident Martin Bühler in seiner Begrüssung fest.

Betonelemente als Unterbrüche

Zu Beginn des Abends präsentierte Stefanie Ledergerber, Verkehrsplanerin der Firma Kontextplan AG, die besprochenen Massnahmen. Als Erstes kamen gezielte Unterbrüche mit Sackgasse-Signalisation an zwei Standorten zur Sprache. So soll einerseits an der Freien Strasse nahe der Einfahrt zur Baslerstrasse ein Betonelement platziert werden, wobei der Zugang zum Restaurant «Möhrli» und zu «Romy’s Geschenkboutique» sowie freie Fahrt für Velofahrer gewährleistet werden soll.

Eine zweite Sperre soll an der Spitalstrasse vor dem Angestelltenparkplatz des Spitals platziert werden und damit die Angestellten zwingen, via Haupteinfahrt statt via Wohnquartier zum Mitarbeiterparkplatz zu fahren.

Testphasen und Messungen eingeplant

Als weitere Massnahme nannte Ledergerber Fahrverbote mit dem Vermerk «Zubringerdienst gestattet» auf allen Strassen. Eine mögliche Erweiterung wäre die Vorschrift, dass Parkieren nur mit Anwohner- oder Besucherparkkarte erlaubt ist. Dies bräuchte jedoch eine rechtliche Grundlage in Form eines kommunalen Parkplatzgebührenreglements, dessen Ausarbeitung länger dauern würde.

Die dritte Massnahme sind Einbahnstrassen auf einigen Abschnitten. «Vorgesehen sind eine Testphase von drei, sechs oder zwölf Monaten sowie Messungen vorher und nachher», sagte Ledergerber.

Anwohner sahen Verbesserungspotenzial

Im zweiten Teil des Abends teilten sich die Quartierbewohner je nach Wohnstrasse in vier Gruppen auf und diskutierten die vorgestellten Massnahmen. Grundsätzlich stiessen diese bei allen auf Zustimmung. Die Vertreter jeder Gruppe, die die Diskussionsergebnisse dem Plenum präsentierten, hatten jedoch einige Anmerkungen.

So fanden es die Teams von Hagmattstrasse, Freie Strasse und Fährstrasse zwingend, zusätzlich das Parkieren ausserhalb markierter Parkfelder zu verbieten. Die Anwohner der Freien Strasse und Hagmattstrasse äusserten die Sorge, dass ansonsten entlang der Sperre an der Freien Strasse von beiden Seiten parkiert werden würde.

«Wir verlieren bei allen Lösungen»

Der Vertreter der Gruppe Malzmattstrasse befürchtete: «Wir verlieren bei allen Lösungen.» An dieser Strasse waren bisher weder der Parksuchverkehr tagsüber noch die lauten Rundfahrten nachts dringende Probleme. «Es ist möglich, dass an der Malzmattstrasse der Verkehr zunimmt, besonders am Anfang, wenn sich die Leute zurechtfinden müssen», erwiderte Gemeindepräsident Bühler. «Wie gross die Auswirkung tatsächlich ist, werden die Messungen zeigen.»

Anschliessend stimmten die Anwesenden konsultativ über die Massnahmen ab. Gegenstimmen gab es je eine beim Fahrverbot mit Ausnahme Zubringerdienst sowie beim Parkverbot ausserhalb der markierten Parkfelder. Die Hindernisse auf der Freien Strasse und auf der Spitalstrasse vor dem Mitarbeiterparkplatz des Spitals sowie das Einbahnstrassenregime wurden ohne Gegenstimmen angenommen.

Im Herbst soll Umsetzung beginnen

«Damit haben wir grünes Licht für die nächsten Schritte», sagte Bühler erfreut. Nun werde der genaue Signalisations- und Markierungsplan in Angriff genommen. In der zweiten Augusthälfte sollen die ersten Erhebungen zum Verkehrsaufkommen im Quartier gemacht werden. Anschliessend würden die Massnahmen öffentlich aufgelegt. Wenn alles rund läuft, könnten die neuen Regelungen im Herbst umgesetzt und die Testphase gestartet werden. Die Dauer dieser ist noch offen.

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