Schönenwerd
Der neue Geschäftsführer der Betoncoupe Arena legt mehr Fokus auf den Sport

Der bisherige Geschäftsführer der Betoncoupe Arena in Schönenwerd orientiert sich beruflich um. Der Neue will indes Sport bei Kindern und Jugendlichen pushen.

Noël Binetti
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Er will Jugendlichen den Sport näher bringen: Frank Hörster ist neuer Geschäftsführer der Betoncoupe Arena.

Er will Jugendlichen den Sport näher bringen: Frank Hörster ist neuer Geschäftsführer der Betoncoupe Arena.

Patrick Lüthy

Ein Ort der Begegnung sollte mit der Arena geschaffen werden. Raum, in dem Kongresse, Vorträge, Musikevents und eben, Hallensport stattfinden. Zum Eröffnungsspiel fanden sich 1 500 Besucherinnen und Besucher ein. Volley Schönenwerd spielte damals gegen Lausanne und verlor 1:3. Das war im Januar 2018. Zum Geschäftsführer der Arena wurde schliesslich ein Schönenwerdner ernannt, der das Projekt schon in der Planungsphase begleit hat und auch am Spatenstich mit von der Partie war: Beno Meier.

Im Herbst 2020 hat Meier nun dem Verwaltungsrat seinen Rücktritt als Geschäftsführer bekannt gegeben. Aktuell befindet er sich in der Übergabephase an seinen Nachfolger, Frank Hörster. Dieser leitet die Geschäfte ab Anfang Mai. «Ich verlasse die Betoncoupe Arena nicht ohne Herzschmerz», sagt Beno Meier auf Anfrage.

«Die Anlage war während einer langen Zeit mein Baby.»

Ihm sei aber im Herbst bewusst geworden, dass eine Neuausrichtung und mit ihr ein stärkerer Fokus auf den Sport der Arena helfen würden, in Zukunft eine stärkere Auslastung zu generieren. «Sportlich waren wir seit Beginn sehr gut ausgelastet», erklärt Meier. «Wochenenden und Abende waren immer sehr gut belegt.» Man habe aber versucht, auch andere Events vermehrt unterzubringen. Doch mit der Zeit zeigte sich; neben den Sportvereinen ist das nicht so einfach.

Beno Meier

Beno Meier

Bruno Kissling (Archiv)
«Eventmässig haben wir es nicht so weit gebracht, wie wir das wollten»,

sagt Meier am Telefon. Teilweise sei man durch die Verträge mit Swiss Volley und Volley Schönenwerd bei der Vermietung eingeschränkt gewesen.

Einige grössere Veranstaltungen habe man zwar an Land ziehen können. Doch dann kam Corona und der Veranstaltungskalender blieb leer. Einzig sportliche Aktivitäten auf nationalem Niveau und Trainings mit Kindern und Jugendlichen konnten noch durchgeführt werden. Im Coronasommer 2020 habe dann auch noch die Solothurner Regierung während zweier Wochen in der Arena getagt. Und auch das Nationalteam durfte trainieren – unter besonderen Auflagen. Kommerzielle Anlässe fanden aber keine mehr statt.

Meier sagt zu seinem Rücktritt: «Weil der organisatorische Aspekt immer kleiner wurde, verringerte sich mein Pensum stetig. Ich rechnete aber zu Beginn damit, dass es zunehmen wird.» Nun will sich Meier beruflich neu orientieren. Trotzdem:

«Ich werde sicher wieder in die Halle kommen. Es war eine sehr schöne und aufregende Zeit hier.»

Der Arena gehe wegen Corona der Schnauf nicht aus, bekräftigt Meier. «Auch wir müssen kämpfen. Doch wir dürfen in der aktuellen Lage auf unsere Sponsoren und Mieter zählen, das entlastet uns sehr.» In seinen letzten Wochen arbeitet er Frank Hörster ein und unterstützt diesen in der neuen Aufgabe.

Bereit sein für die Zeit nach Corona

Frank Hörster kommt aus Deutschland und ist der Betoncoupe Arena wegen ins Niederamt gezogen. Der 54-Jährige hat eine grosse Affinität zum Volleyballsport und pflegt diesbezüglich schon länger Kontakt in die Schweiz. 2012 bis 2014 war er Trainer einer Obwaldner Mannschaft (VBC Volley und SG Obwalden), lebte aber zwischenzeitlich wieder in Deutschland. «Dennoch sind meine Kontakte in die Schweiz nie abgebrochen», erzählt er. Als er von der frei werdenden Stelle erfuhr, habe er sofort seine Fühler danach ausgestreckt. «Ich habe mich informiert und rasch mit dem Verwaltungsrat der Betoncoupe Arena das Gespräch gesucht.»

Hörster war in der 2. Deutschen Bundesliga im Trainerteam, arbeitete aber immer wieder auch als Betriebsökonom in unterschiedlichen Unternehmen. «Dass ich in Schönenwerd nun meine verschiedenen Kompetenzen unter einen Hut bringen kann und darf, freut mich sehr», sagt er zu seinem neuen Job.

Frank Hörster

Frank Hörster

Patrick Lüthy

Jugendlichen Sport näher bringen

Die vermehrte Ausrichtung auf Sport scheint Hörster zu liegen. So schwärmt er denn auch von der Arena: «Sie ist wirklich sehr gut ausgerüstet für den Volleyballsport und natürlich auch für andere Sportarten.» Ein zweites Augenmerk will Hörster dem «Futsal» widmen, Hallenfussball ohne Bande. «Wir sollten den Sport bei den Kindern und Jugendlichen ein bisschen pushen», sagt der neue Geschäftsführer. «Sie sind die Zukunft des Sports aber auch der verschiedenen Vereine.»

Volleyball habe in der Schweiz einen hohen Stellenwert, in Schönenwerd soll eine Art Kompetenzzentrum dafür entstehen. Eine besondere Herausforderung erkennt Hörster in der Nutzung der Betoncoupe Arena durch Nationalteams. Angesprochen auf die aktuelle Lage sagt Hörster:

«Wir wollen bereit sein für die Zeit nach Corona.»

Die ganze Planung von Tournieren sei momentan zwar schwierig, doch man müsse unbedingt dranbleiben. Viel Genaueres wolle er im Moment dazu nicht verraten. Nur so viel: Die Sporthalle soll dann wieder zum Ort der Begegnung werden.

Sich immer wieder hinterfragen

Urs Fäs ist Gründungsmitglied und Verwaltungsratspräsident der BetoncoupeArena. Auf Anfrage sagt er: «Gerade im aktuellen Umfeld ist es wichtig, dass wir uns immer wieder hinterfragen.»

Fäs sagt:

«Wir möchten uns mittel- und längerfristig noch besser positionieren.»

Zwar sei man mit Bewerbungen nicht gerade überrannt worden, «doch es gab mehrere Bewerberinnen und Bewerber». Ein Dreiergremium des Verwaltungsrates habe die Auswahl getroffen. Auch eine Co-Leitung sei denkbar gewesen, doch die Personalie Frank Hörsters habe überzeugt. «Er brachte ein sehr spannendes Profil mit.»

Auch Fäs erwähnt die schwierige Zeit: «Ich glaube, allen geht es so. Wir schätzen sehr, dass unsere Sponsoren, Gönner und Mieter auch jetzt hinter uns stehen.»

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