Lostorf

Saisoneröffnung beim Schloss Wartenfels – mit Einlassbeschränkung und Wegweisern

Peter André Bloch zeigt die "Wartenfels-Häx" des Künstlers Paul Gugelmann

Peter André Bloch zeigt die "Wartenfels-Häx" des Künstlers Paul Gugelmann

Am Sonntag öffnet das Schloss Wartenfels ob Lostorf wieder seine Pforten für die Öffentlichkeit. Neue Wegweiser sorgen für Orientierung.

Peter André Bloch (83) betritt die Bauernstube, ein Gemach etwas oberhalb des Eingangs. Der Geruch von frischer Farbe liegt in der Luft. Der Präsident der Stiftung Schloss Wartenfels weist auf ein altehrwürdiges Puppenhaus neben dem Ofen: «Eine Basler Dittistube!» Daneben stehen Schaukelpferde und ein Kinderwägelchen. Sie stammen aus der Sammlung des Ehepaars Meidinger, als dieses dem arg lädierten Schloss nach dem Ersten Weltkrieg neues Leben einhauchte. Unter Architekt Erwin Heman (1876-1942) entstand eine aussergewöhnliche Farb- und Formgebung: «Wir sehen hier den einmaligen Basler Jugendstil», erklärt Bloch, indem er auf die hellgelben Wände mit den blauen Zierstreifen weist. «Eine solche Kombination gibt es nirgends, nur hier auf Schloss Wartenfels.» Im Gegensatz zu anderen Landschlössern wurde keine «Barockisierung» angestrebt, sondern vorhandene Elemente mit dem zeitgenössischen Heimatstil verbunden.

Im vergangenen Winter wurde die Bauernstube sorgfältig renoviert. Das sogenannte «Bischofzimmer» nebenan präsentiert sich ebenfalls leicht verändert: «Ich musste hier aufräumen», sagt Bloch, der den Raum von nicht zugehörigen Gegenständen gereinigt hat. Geblieben ist neben dem schön bemalten Bett ein Kleiderkasten in Bodensee-Barock. Auf das Holz wurde eine farbige Marmorierung aufgetragen.
Eigentlich hätte das Schloss bereits seit einem Monat geöffnet. Aber die Pandemie verhinderte dies; nun beginnt die Saison am kommenden Sonntag, 7. Juni. Einlass ist ab 13 Uhr, um 14 Uhr wird Bloch die Eröffnungsrede halten und anschliessend eine Führung anbieten. Um 15.30 Uhr wird eine weitere Führung stattfinden. Die Schlossöffnung unterliegt einem Schutzkonzept, auf einem Tisch beim Eingang stehen bereits Desinfektionsmittel bereit. «Wir dürfen nicht mehr als zehn bis zwölf Leute hineinlassen», erklärt Bloch. «Pro Raum dürfen sich nur zwei Personen aufhalten.» In allen Gemächern können dadurch die Abstände eingehalten werden – ausser im Keller. Dieser bleibt geschlossen, was Bloch sehr bedauert. «Wir hatten eine Sonderausstellung geplant, die nun leider nicht stattfinden kann.»

«Wartenfels-Häx» wird später draussen aufgestellt

Auffällig sind die neuen Wegweiser, die den Rundgang durch das Schloss anzeigen. Sie stammen vom Gretzenbacher Künstler Paul Gugelmann. «Ich habe zu ihm gesagt: ‹Du Paul, wir brauchen etwas Neues›, und er lieferte uns die Wegweiser.» Spezielle Freude hat Bloch an der «Wartenfels-Häx», einem Windrichtungsanzeiger in Form einer Hexe auf einem neuen Besen. «Meine neue Freundin», meint er lachend. Die Figur wird später draussen montiert, vorläufig verbleibt sie noch im ebenfalls renovierten Esszimmer.

Zum 30. Todestag von Johannes Georg Fuchs (1925–1990), dem letzten Privateigentümer von Schloss Wartenfels, hat Bloch eine Ausstellung zusammengestellt. Über seine Mutter, eine geborene Meidinger, wurde Fuchs, der an der Universität Basel einen Lehrstuhl für römisches Recht innehatte, zum Schlossherrn. Der Basler Gelehrte wird dabei als Wissenschaftler, Autor und Politiker gewürdigt. Ein besonderes Augenmerk gilt auch seiner Tätigkeit als Leserbriefschreiber gegen das Kernkraftwerk Gösgen. Die Eröffnung der Sonderschau ist für den 21. Juni vorgesehen.

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